Augenkrankheiten von A bis Z
56 Krankheiten ausführlich erklärt. Wählen Sie einen Anfangsbuchstaben oder nutzen Sie die Suche.
A
- Aderhautmelanom (Uveales Melanom) Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Tumor, der bei Erwachsenen im Auge selbst entsteht, aber dennoch selten: In Deutschland erkranken pro Jahr schätzungsweise 500 bis 1.000 Menschen, meist zwischen 55 und 75 Jahren. Es macht oft lange keine Beschwerden, wird häufig zufällig beim Augenarzt entdeckt und lässt sich heute in den meisten Fällen unter Erhalt des Auges behandeln.
- Akuter Glaukomanfall (Akutes Winkelblockglaukom) Beim akuten Glaukomanfall verschließt sich plötzlich der Abflussweg des Kammerwassers, und der Augeninnendruck steigt binnen Stunden stark an. Das führt zu heftigen Augen- und Kopfschmerzen, einem roten Auge, Sehverschlechterung und oft Übelkeit – ein Notfall, der sofort augenärztlich behandelt werden muss, weil sonst bleibender Sehverlust droht.
- Allergische Bindehautentzündung (Allergische Konjunktivitis) Die allergische Bindehautentzündung ist eine Entzündung der Bindehaut, die eine Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmel auslöst. Leitsymptom ist Juckreiz an beiden Augen; sie ist nicht ansteckend und betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
- Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhautmitte, die das scharfe zentrale Sehen beim Lesen und beim Erkennen von Gesichtern beeinträchtigt, das seitliche Sehen aber verschont. Sie betrifft vor allem Menschen ab 60 und ist in Deutschland die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderung im Alter; die feuchte Form lässt sich mit Spritzen ins Auge oft aufhalten, wenn sie früh behandelt wird.
- Alterssichtigkeit (Presbyopie) Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist der natürliche, altersbedingte Verlust der Fähigkeit, nahe Dinge scharf zu sehen, weil die Augenlinse an Elastizität verliert. Sie beginnt bei fast allen Menschen zwischen etwa 40 und 45 Jahren, nimmt bis etwa 60 bis 65 Jahre zu und lässt sich mit Lesebrille, Gleitsichtbrille, Kontaktlinsen oder in ausgewählten Fällen operativ gut ausgleichen.
- Arterienverschluss der Netzhaut (Retinaler arterieller Verschluss) Beim Arterienverschluss der Netzhaut, auch Augeninfarkt genannt, verstopft eine Schlagader im Auge, meist durch ein verschlepptes Gerinnsel; das Sehen auf einem Auge fällt innerhalb von Sekunden und ohne Schmerzen ganz oder teilweise aus. Er ist ein Notfall wie ein Schlaganfall: Rufen Sie sofort den Notruf (112, in Österreich 144), denn danach ist auch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt stark erhöht.
- Auswärtsgedrehtes Lid (Ektropium) Beim Ektropium kippt der Lidrand, fast immer des Unterlids, vom Auge weg nach außen, sodass Bindehaut und Hornhaut schlechter geschützt und befeuchtet werden. Es betrifft vor allem ältere Menschen, entsteht aber auch durch eine Gesichtslähmung, Narben oder Gewebe, das am Lid zieht, und lässt sich meist mit einer ambulanten Operation in örtlicher Betäubung gut beheben.
B
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis) Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung der dünnen Schleimhaut, die das Weiße des Auges und die Innenseite der Lider überzieht. Sie ist die häufigste entzündliche Augenerkrankung, betrifft Kinder wie Erwachsene, wird meist durch Viren, Bakterien oder Allergien ausgelöst und heilt in den meisten Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen folgenlos ab.
- Blutung unter der Bindehaut (Hyposphagma) Eine Blutung unter der Bindehaut (Hyposphagma) ist ein scharf begrenzter, leuchtend roter Fleck auf dem Weißen des Auges, der entsteht, wenn ein feines Äderchen unter der Bindehaut reißt. Sie sieht erschreckend aus, ist aber fast immer harmlos, schmerzt nicht, stört das Sehen nicht und verschwindet meist innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst.
D
- Diabetische Retinopathie (Retinopathia diabetica) Die diabetische Retinopathie ist eine Schädigung der feinen Blutgefäße der Netzhaut durch Diabetes, oft zusammen mit einer Schwellung der Stelle des schärfsten Sehens (diabetisches Makulaödem). Sie verläuft lange ohne Beschwerden, gehört zu den häufigsten Ursachen für Sehverlust im Erwerbsalter Durch regelmäßige Augenkontrollen und rechtzeitige Behandlung lässt sich ihr Fortschreiten oft bremsen und ein schwerer Sehverlust meist verhindern.
- Durchblutungsstörung des Sehnervs (Anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION)) Bei einer Durchblutungsstörung des Sehnervs (anteriore ischämische Optikusneuropathie, AION) bekommt der Sehnervenkopf zu wenig Blut; das Sehen auf einem Auge verschlechtert sich plötzlich und meist schmerzlos, oft bemerkt beim Aufwachen. Sie betrifft vor allem Menschen ab 50 und muss sofort augenärztlich abgeklärt werden, weil hinter ihr eine Riesenzellarteriitis stecken kann, die ohne Kortison innerhalb von Tagen auch das zweite Auge bedroht.
E
- Einwärtsgedrehtes Lid (Entropium) Beim Entropium dreht sich der Lidrand, meist am Unterlid, nach innen, sodass Wimpern und Lidhaut auf Hornhaut und Bindehaut scheuern. Es betrifft vor allem ältere Menschen, ist keine harmlose Alterserscheinung und lässt sich in den meisten Fällen durch eine Operation gut korrigieren.
- Endokrine Orbitopathie (Thyreoidale Orbitopathie) Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunentzündung der Augenhöhle, die meist zusammen mit einem Morbus Basedow auftritt. Sie macht hervortretende Augen, hochgezogene Lider, trockene Augen und Doppelbilder und betrifft vor allem Frauen im mittleren Alter.
- Endophthalmitis Die Endophthalmitis ist eine seltene, aber sehr ernste Infektion im Inneren des Auges, meist wenige Tage nach einer Augenoperation, einer Spritze ins Auge oder einer Verletzung. Zunehmende Schmerzen, ein rotes Auge und schlechteres Sehen sind ein Notfall: Je schneller Antibiotika ins Auge gelangen, desto besser sind die Chancen für das Sehvermögen.
- Entzündung der Augenhöhle (Orbitaphlegmone (orbitale Zellulitis)) Die Orbitaphlegmone ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes hinter dem Auge, die meist von einer Nasennebenhöhlenentzündung ausgeht und vor allem Kinder trifft. Ein geschwollenes Lid zusammen mit Fieber, Schmerzen bei Augenbewegungen, Doppelbildern oder einem hervortretenden Auge ist ein Notfall, der sofort ins Krankenhaus gehört.
- Epiretinale Gliose (Epiretinale Membran) Die epiretinale Gliose ist ein dünnes, durchsichtiges Häutchen auf der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens; zieht es sich zusammen, legt es die Netzhaut in Falten, und gerade Linien wirken wellig oder Bilder unscharf. Sie ist gutartig, kommt vor allem nach dem 50. Lebensjahr vor und muss nur operiert werden, wenn sie im Alltag deutlich stört.
- Episkleritis Die Episkleritis ist eine meist harmlose Entzündung der dünnen Gewebeschicht zwischen Bindehaut und Lederhaut. Sie macht eine umschriebene, hell- bis lachsrote Rötung mit wenig Schmerz, betrifft vor allem Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren und klingt in der Regel innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen von selbst ab.
F
- Flügelfell (Pterygium) Das Flügelfell (Pterygium) ist eine gutartige, dreieckige Wucherung der Bindehaut, die meist vom inneren Augenwinkel auf die Hornhaut wächst. Es entsteht vor allem durch jahrelange UV-Belastung, ist in Sonnenländern häufig, in Deutschland und Österreich seltener, und wird operiert, wenn es das Sehen bedroht.
- Fremdkörper im Auge (Corpus alienum corneae et conjunctivae) Ein Fremdkörper im Auge ist ein Staubkorn, Insekt, Holz- oder Metallsplitter, der auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder unter dem Lid haftet. Meist ist er harmlos und schnell entfernt; Metallsplitter vom Schleifen und Hämmern gehören aber noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt, ein eingedrungener Fremdkörper ist ein Notfall.
- Fuchs-Endotheldystrophie (Fuchs'sche Endotheldystrophie) Die Fuchs-Endotheldystrophie ist eine meist erbliche, langsam fortschreitende Erkrankung der innersten Zellschicht der Hornhaut: Die Zellen, die die Hornhaut entwässern, gehen nach und nach zugrunde, die Hornhaut quillt auf und man sieht vor allem morgens verschwommen. Sie betrifft meist Menschen ab 50, Frauen deutlich häufiger, und lässt sich in fortgeschrittenen Stadien mit einer Transplantation nur der kranken Innenschicht (DMEK) sehr gut behandeln.
G
- Gerstenkorn (Hordeolum) Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute, meist durch Staphylokokken verursachte Entzündung einer Drüse am Augenlid. Es ist schmerzhaft, aber meist harmlos und heilt oft innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab.
- Glaskörperabhebung (Hintere Glaskörperabhebung) Bei der Glaskörperabhebung löst sich das Gel im Augeninneren von der Netzhaut; das ist ein normaler Alterungsvorgang, den die meisten Menschen bis zum 80. Lebensjahr durchmachen. Weil dabei in etwa einem von sieben Fällen mit Beschwerden ein Netzhautriss entsteht, gehören neue Lichtblitze oder plötzlich neue schwarze Punkte innerhalb von 24 Stunden zur Augenärztin oder zum Augenarzt.
- Glaskörperblutung (Hämophthalmus) Bei einer Glaskörperblutung gelangt Blut aus Gefäßen der Netzhaut in den klaren Glaskörper des Auges, meist durch diabetische Gefäßneubildungen, einen Netzhautriss oder eine Verletzung. Typisch sind ein plötzlicher, schmerzloser „Rußregen“ oder ein roter Schleier an einem Auge; das muss noch am selben Tag augenärztlich abgeklärt werden, weil sich dahinter eine Netzhautablösung verbergen kann.
- Grauer Star (Katarakt) Der Graue Star (Katarakt) ist eine Eintrübung der Augenlinse, die das Sehen langsam und schmerzlos verschleiert. Er betrifft vor allem Menschen ab 60, kann aber auch angeboren sein oder durch Verletzungen, Diabetes oder Kortison entstehen – und lässt sich durch eine Operation mit Kunstlinse in den meisten Fällen sehr gut behandeln.
- Grüner Star (Glaukom) Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen der Sehnerv langsam und dauerhaft geschädigt wird – meist ohne Schmerzen und lange unbemerkt. Er betrifft vor allem Menschen ab 40 Jahren; früh erkannt, lässt sich das Fortschreiten mit Augentropfen, Laser oder Operation in den meisten Fällen bremsen oder stoppen.
H
- Hagelkorn (Chalazion) Ein Hagelkorn (Chalazion) ist ein meist schmerzloser, fester Knoten im Augenlid, der entsteht, wenn eine Meibom-Drüse verstopft und sich ihr Fett im Gewebe staut. Es kann in jedem Alter auftreten, ist nicht ansteckend und bildet sich oft innerhalb von Wochen bis Monaten von selbst zurück.
- Hängendes Oberlid (Ptosis) Bei einem hängenden Oberlid (Ptosis) steht der Rand des Oberlids tiefer als normal, weil der Lidheber oder seine Sehne zu schwach ist. Meist steckt bei Erwachsenen eine altersbedingte Lockerung dahinter; bei Kindern ist die Ptosis oft angeboren und kann zu Schwachsichtigkeit führen. Tritt sie plötzlich auf, ist sie ein Notfall.
- Herpes am Auge (Herpes-simplex-Keratitis, Herpes zoster ophthalmicus) Herpes am Auge ist eine Infektion des Auges mit dem Herpes-simplex-Virus oder, als Gürtelrose am Auge, mit dem Windpocken-Virus; typisch sind ein einseitig rotes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge und oft Bläschen an Lid oder Stirn. Sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil Rückfälle und falsche Tropfen die Hornhaut dauerhaft vernarben können.
- Hornhautentzündung (Keratitis) Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine meist durch Bakterien, Viren, Pilze oder Akanthamöben verursachte Entzündung der Hornhaut, die Schmerzen, Lichtscheu und verschwommenes Sehen auslöst. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger; sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil sonst Narben und bleibender Sehverlust drohen.
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Hornhaut nicht gleichmäßig rund, sondern eher oval gewölbt, sodass man in der Nähe und in der Ferne unscharf und leicht verzerrt sieht. Sie ist meist angeboren, sehr häufig und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder Operation gut ausgleichen; bei Kindern muss sie früh erkannt werden, damit kein Auge schwachsichtig wird.
- Hornhautverletzung (Erosio corneae) Eine Hornhautverletzung (Erosio corneae) ist ein Kratzer oder eine Schürfung der obersten Zellschicht der Hornhaut, etwa durch einen Fingernagel, einen Ast oder eine Kontaktlinse. Sie tut sehr weh, heilt mit richtiger Behandlung aber meist innerhalb weniger Tage folgenlos ab.
K
- Keratokonus Keratokonus ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Hornhaut, bei der sie dünner wird und sich kegelförmig nach vorn wölbt; dadurch sieht man zunehmend verzerrt und unscharf. Er beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter, betrifft fast immer beide Augen unterschiedlich stark und lässt sich mit Speziallinsen gut ausgleichen und mit Crosslinking oft aufhalten.
- Kurzsichtigkeit (Myopie) Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Fehlsichtigkeit, bei der man in der Nähe scharf und in der Ferne unscharf sieht, meist weil der Augapfel zu lang gewachsen ist. Sie beginnt typischerweise im Schulalter, nimmt bis ins junge Erwachsenenalter zu und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder Operation ausgleichen; bei Kindern kann das Fortschreiten gebremst werden.
L
- Lidkrampf (Blepharospasmus) Der Lidkrampf (Blepharospasmus) ist eine neurologische Bewegungsstörung, bei der sich beide Augenlider unwillkürlich und krampfartig schließen. Er beginnt meist zwischen 40 und 70 Jahren, trifft Frauen häufiger als Männer und lässt sich mit Botulinumtoxin-Spritzen bei den meisten Betroffenen gut lindern.
- Lidrandentzündung (Blepharitis) Die Lidrandentzündung (Blepharitis) ist eine meist chronische, nicht ansteckende Entzündung der Lidränder mit Rötung, Brennen, Krusten und verklebten Lidern am Morgen. Sie gehört zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Augenarzt und lässt sich mit täglicher Lidpflege meist gut kontrollieren, aber selten ganz heilen.
M
- Makulaforamen (Foramen maculae) Ein Makulaforamen ist ein kleines Loch in der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens; es entsteht meist ab 60 durch Zug des alternden Glaskörpers und zeigt sich durch Verzerrtsehen und einen Fleck in der Bildmitte. Mit einer Operation (Vitrektomie mit Gasfüllung) lässt es sich bei rund 85 bis über 90 Prozent der Betroffenen verschließen.
- Mouches volantes (Myodesopsien) Mouches volantes sind Punkte, Fäden oder Schlieren, die durch das Blickfeld schweben; es sind Schatten kleiner Verdichtungen im Glaskörper, die fast jeder Mensch irgendwann bemerkt und die meist harmlos sind. Treten sie aber plötzlich in großer Zahl neu auf, zusammen mit Lichtblitzen oder einem Schatten, kann ein Netzhautriss dahinterstecken und Sie sollten noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt.
N
- Nachstar (Cataracta secundaria (hintere Kapseltrübung)) Der Nachstar (Cataracta secundaria) ist eine Trübung der hinteren Linsenkapsel, die Monate bis Jahre nach einer Grauer-Star-Operation entstehen kann und das Sehen wieder verschleiert. Je nach Quelle betrifft er etwa jedes fünfte bis jedes zweite operierte Auge innerhalb von fünf Jahren und lässt sich meist mit einer kurzen, schmerzlosen Laserbehandlung beheben.
- Netzhautablösung (Ablatio retinae) Bei einer Netzhautablösung löst sich die lichtempfindliche Netzhaut von der Augenwand; das ist ein augenärztlicher Notfall, der unbehandelt zur Erblindung des Auges führt. Lichtblitze, plötzlich viele neue schwarze Punkte (Rußregen) oder ein Schatten im Gesichtsfeld sind die Warnzeichen, bei denen Sie noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt sollten.
P
- Prellung des Auges (Contusio bulbi) Eine Prellung des Auges (Contusio bulbi) entsteht durch stumpfe Gewalt, etwa durch einen Ball, eine Faust oder einen Sektkorken, meist ohne dass der Augapfel aufreißt. Hinter einem harmlos wirkenden blauen Auge können Blut im Auge, Netzhautschäden oder ein Bruch der Augenhöhle stecken; deshalb gehört jede Prellung mit Sehstörung, Doppelbildern oder starken Schmerzen sofort in augenärztliche Hände.
R
- Retinitis pigmentosa (Retinopathia pigmentosa) Retinitis pigmentosa ist eine Gruppe erblicher Netzhauterkrankungen, bei denen die Lichtsinneszellen langsam absterben: zuerst kommt meist Nachtblindheit, später ein immer engeres Gesichtsfeld bis zum Tunnelblick. Sie betrifft etwa einen von 3.000 bis 5.000 Menschen, beginnt oft in Kindheit oder Jugend und ist bisher nur in einer seltenen Genform gezielt behandelbar.
S
- Schielen (Strabismus) Schielen (Strabismus) bedeutet, dass die Augen nicht in dieselbe Richtung blicken. Bei Kindern droht ohne frühe Behandlung eine bleibende Sehschwäche des schielenden Auges; bei Erwachsenen äußert sich neues Schielen meist durch Doppelbilder und muss sofort abgeklärt werden.
- Schlupflid (Dermatochalasis) Ein Schlupflid (Dermatochalasis) ist überschüssige, erschlaffte Haut am Oberlid, die sich über die Lidfalte und manchmal über die Wimpern legt. Es entsteht meist ab dem mittleren Lebensalter durch Hautalterung und Veranlagung, ist oft nur ein kosmetisches Thema, kann in ausgeprägten Fällen aber das Gesichtsfeld nach oben einschränken.
- Schwachsichtigkeit (Amblyopie) Schwachsichtigkeit (Amblyopie) ist eine Sehschwäche, meist eines Auges, die in den ersten Lebensjahren entsteht, weil das Gehirn das Bild dieses Auges nicht richtig verarbeiten lernt. Sie betrifft etwa 1 bis 5 von 100 Kindern, verursacht oft keine Beschwerden und lässt sich am besten im Kindergartenalter mit Brille, Pflaster oder Augentropfen behandeln.
- Sehnerventzündung (Neuritis nervi optici (Optikusneuritis)) Eine Sehnerventzündung (Optikusneuritis) ist eine meist einseitige Entzündung des Sehnervs, die innerhalb von Stunden bis Tagen zu verschwommenem Sehen, blassen Farben und Schmerzen bei Augenbewegungen führt. Sie trifft vor allem Frauen zwischen 20 und 45 Jahren, heilt meist gut aus und kann das erste Zeichen einer Multiplen Sklerose sein.
- Skleritis Die Skleritis ist eine seltene, aber ernste Entzündung der Lederhaut, der weißen Außenhülle des Auges. Typisch sind ein tiefer, bohrender Schmerz, der nachts aufweckt, und eine dunkelrote bis violette Rötung; bei etwa der Hälfte der Betroffenen steckt eine Allgemeinerkrankung wie rheumatoide Arthritis dahinter, deshalb gehört sie rasch in augenärztliche Hand.
- Stauungspapille (Papillenödem) Eine Stauungspapille ist eine meist beidseitige Schwellung des Sehnervenkopfes, die durch erhöhten Druck im Schädel entsteht. Sie ist kein eigenes Augenleiden, sondern ein Warnzeichen, dessen Ursache – von der idiopathischen intrakraniellen Hypertension bis zum Hirntumor – rasch geklärt werden muss.
T
- Tränenwegsverschluss (Dakryostenose) Ein Tränenwegsverschluss ist eine Verengung der Abflusswege, über die die Tränen vom Auge in die Nase fließen; das Auge tränt dann ständig und verklebt oft. Er betrifft vor allem Säuglinge, bei denen er meist von selbst ausheilt, und Erwachsene ab dem mittleren Alter, bei denen oft eine Operation hilft.
- Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca) Beim trockenen Auge (Sicca-Syndrom) ist der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht: Es bilden sich zu wenig Tränen, oder sie verdunsten zu schnell. Schätzungen für Deutschland gehen von etwa jedem sechsten bis siebten Menschen aus, vor allem Ältere und Frauen, und lässt sich mit Tränenersatzmitteln, Lidpflege und gezielter Behandlung meist gut in den Griff bekommen.
- Tumoren am Augenlid (Lidtumoren) Tumoren am Augenlid sind Geschwülste der Lidhaut, des Lidrands oder der Liddrüsen; die meisten sind gutartig, etwa Warzen, Zysten oder Muttermale. Der häufigste bösartige Lidtumor ist das Basalzellkarzinom, das vor allem ältere, hellhäutige Menschen am Unterlid trifft, kaum streut und bei rechtzeitiger Operation in aller Regel heilbar ist.
U
- Uveitis Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut, zu der Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut gehören. Sie trifft vor allem Erwachsene zwischen 20 und 60 Jahren, aber auch Kinder mit Kinderrheuma, und kann ohne rechtzeitige Behandlung das Sehen dauerhaft schädigen.
V
- Venenverschluss der Netzhaut (Retinaler Venenverschluss) Beim Venenverschluss der Netzhaut verstopft ein Blutgerinnsel die zentrale Netzhautvene oder einen ihrer Äste, meist bei Menschen über 50 mit Bluthochdruck oder anderen Gefäßrisiken. Typisch ist eine plötzliche, schmerzlose Sehverschlechterung an einem Auge; die Folgen, vor allem die Schwellung der Makula, lassen sich heute oft gut behandeln.
- Verätzung des Auges (Chemische Augenverletzung) Eine Verätzung des Auges entsteht, wenn eine Lauge oder Säure ins Auge gelangt, etwa Reiniger, Kalk, Zement oder Batteriesäure. Sie ist immer ein Notfall: Sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen, die Lider dabei weit aufhalten, den Notruf wählen und in die Augenklinik.
- Verblitzung (Keratitis photoelectrica) Eine Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Schneeblindheit) ist ein Sonnenbrand der Hornhaut durch ungeschützte UV-Strahlung, etwa beim Schweißen, auf Schnee und Gletscher oder im Solarium. Typisch sind starke Schmerzen, Sandgefühl und Lichtscheu, die erst 6 bis 12 Stunden später einsetzen und meist nach 1 bis 2 Tagen folgenlos abheilen.
W
- Weitsichtigkeit (Hyperopie) Weitsichtigkeit (Hyperopie) ist eine meist angeborene Fehlsichtigkeit, bei der das Auge zu kurz ist und vor allem das Nahsehen anstrengt oder unscharf wird. Junge Menschen gleichen sie oft unbemerkt aus und haben dann müde Augen und Kopfschmerzen; bei Kindern kann eine stärkere Weitsichtigkeit Schielen und Schwachsichtigkeit begünstigen.
Z
- Zentrale seröse Chorioretinopathie (Chorioretinopathia centralis serosa) Bei der zentralen serösen Chorioretinopathie (CSC) sammelt sich Flüssigkeit unter der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens; das Bild wird verzerrt, dunkler und kleiner. Betroffen sind vor allem Männer zwischen 30 und 55 Jahren, oft in Stressphasen oder unter Kortison, und meist heilt die akute Form innerhalb weniger Monate von selbst.