Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Schneeblindheit)
Eine Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Schneeblindheit) ist ein Sonnenbrand der Hornhaut durch ungeschützte UV-Strahlung, etwa beim Schweißen, auf Schnee und Gletscher oder im Solarium. Typisch sind starke Schmerzen, Sandgefühl und Lichtscheu, die erst 6 bis 12 Stunden später einsetzen und meist nach 1 bis 2 Tagen folgenlos abheilen.
1 Kurzübersicht
Eine Verblitzung ist eine akute Schädigung der obersten Zellschicht der Hornhaut durch ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung). Mediziner sprechen von Keratitis photoelectrica oder Photokeratitis, im Gebirge von Schneeblindheit, in der Werkstatt vom Verblitzen. Fachleute beschreiben sie oft als „Sonnenbrand des Auges“. Meist ist die Bindehaut mitbetroffen (Photokonjunktivitis).
Das Tückische ist der zeitliche Abstand: Während der UV-Belastung spüren Sie nichts. Die Beschwerden beginnen in der Regel erst 6 bis 12 Stunden später, oft am Abend oder mitten in der Nacht. Dann allerdings heftig: stechende Schmerzen, das Gefühl, Sand in beiden Augen zu haben, Tränen, Lichtscheu und ein krampfhaftes Zukneifen der Lider.
Die gute Nachricht: Die Hornhaut erneuert ihre Oberfläche sehr schnell. In den allermeisten Fällen ist eine Verblitzung nach 1 bis 2 Tagen, spätestens nach etwa 3 Tagen, vollständig und ohne bleibende Schäden verheilt. Die Behandlung lindert vor allem die Schmerzen und schützt die Hornhaut, bis sie sich selbst repariert hat.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Auslöser: Lichtbogenschweißen ohne Schutzschild, Schnee und Gletscher ohne geeignete Sonnenbrille, Solarium oder Höhensonne ohne Schutzbrille, UV-Lampen zur Desinfektion, seltener Wasser und Sand.
- Typisch: beide Augen, Beginn Stunden nach der Belastung, starke Schmerzen bei weitgehend unauffälligem Blick von außen.
- Behandlung: Dunkelheit, kühle Umschläge, Augensalbe oder Tränenersatz, Schmerzmittel zum Einnehmen, keine Kontaktlinsen.
- Kein Dauergebrauch von Betäubungstropfen: Sie lindern den Schmerz rasch, stören aber bei wiederholter Anwendung die Heilung und können schwere Hornhautgeschwüre auslösen.
- Vorbeugung: Sonnenbrille mit UV-400-Filter und Seitenschutz, im Hochgebirge Gletscherbrille, beim Schweißen ein Schutzschild mit passendem Filter, im Solarium die Schutzbrille.
Ist nur ein Auge betroffen, sollte immer an etwas anderes gedacht werden, etwa an einen Fremdkörper im Auge, eine Kratzverletzung der Hornhaut oder eine Infektion. Auch deshalb gehört eine Verblitzung beim ersten Mal in augenärztliche Hände.
2 Symptome
In diesem Kapitel (17)
- Welche Beschwerden sind typisch für eine Verblitzung?
- Wann beginnen die Schmerzen nach dem Schweißen oder dem Skitag?
- Warum kommen die Beschwerden erst so spät?
- Wie fühlen sich die Schmerzen an?
- Fremdkörpergefühl: Warum glaubt man, etwas sei im Auge?
- Lichtscheu und Lidkrampf
- Tränen, Rötung und geschwollene Lider
- Sehe ich bei einer Verblitzung schlechter?
- Ist immer nur die Hornhaut betroffen?
- Sind beide Augen betroffen oder nur eines?
- Wie verlaufen die Beschwerden Stunde für Stunde?
- Wie schwer kann eine Verblitzung werden?
- Was bemerken Angehörige oder Kollegen?
- Woran erkennt man eine Verblitzung bei Kindern?
- Gibt es Besonderheiten bei älteren Menschen?
- Besonderheiten bei Kontaktlinsenträgern
- Welche Beschwerden passen nicht zu einer Verblitzung?
Welche Beschwerden sind typisch für eine Verblitzung?
Typisch sind starke Augenschmerzen, ein ausgeprägtes Fremdkörper- oder Sandgefühl, Tränenfluss, Lichtscheu und Lidkrampf, und zwar meist an beiden Augen gleichzeitig. Dazu kommen gerötete Augen, geschwollene Lider und verschwommenes Sehen. Die Beschwerden sind oft viel stärker, als man es dem Auge von außen ansieht. Sie beginnen nicht während, sondern Stunden nach der UV-Belastung.
| Beschwerde | Wie häufig | Wie es sich anfühlt |
|---|---|---|
| Augenschmerz | fast immer | stechend, brennend oder pochend, oft sehr stark |
| Fremdkörpergefühl | fast immer | „Sand“ oder „Glassplitter“ unter den Lidern, bei jedem Lidschlag |
| Lichtscheu (Photophobie) | fast immer | schon normales Zimmerlicht tut weh |
| Tränenfluss | sehr häufig | Augen laufen ständig, oft läuft auch die Nase |
| Lidkrampf (Blepharospasmus) | häufig | Lider lassen sich kaum öffnen |
| Rötung | häufig | vor allem das Weiße des Auges, seltener die Lidinnenseite |
| Verschwommenes Sehen | häufig | wie durch einen Schleier, meist nur leicht bis mäßig |
| Lidschwellung | gelegentlich | dicke, gespannte Lider |
| Rötung der Gesichtshaut | gelegentlich | Sonnenbrand an Lidern, Nase und Wangen |
Wann beginnen die Schmerzen nach dem Schweißen oder dem Skitag?
Die Beschwerden beginnen meist 6 bis 12 Stunden nach der UV-Belastung. Bei sehr intensiver Strahlung kann es schon nach etwa einer halben Stunde losgehen, das ist aber die Ausnahme. Das österreichische Gesundheitsportal nennt 6 bis 12 Stunden, die augenärztliche Fachplattform EyeWiki 30 Minuten bis 12 Stunden.
Diese Verzögerung führt zu einem typischen Ablauf: Wer am Nachmittag ohne Schutzschild geschweißt oder den ganzen Tag auf dem Gletscher verbracht hat, wacht nachts mit brennenden Augen auf. Viele bringen die Schmerzen deshalb zunächst nicht mit dem Vortag in Verbindung. Wer nach Augenschmerzen in der Nacht gefragt wird, sollte daher an alles denken, was er in den letzten 12 bis 24 Stunden getan hat.
Warum kommen die Beschwerden erst so spät?
Die UV-Strahlung schädigt die Zellen der Hornhautoberfläche zunächst unbemerkt, erst nach einigen Stunden sterben sie ab und lösen sich. Erst wenn diese Zellen abgestoßen sind, liegen die feinen Nervenendigungen der Hornhaut frei. Die Hornhaut gehört zu den am dichtesten mit Nerven versorgten Geweben des Körpers. Deshalb schmerzt schon ein winziger Defekt sehr stark.
Wie fühlen sich die Schmerzen an?
Die meisten Betroffenen beschreiben einen brennenden, stechenden Schmerz, als hätte man Sand oder kleine Splitter in beiden Augen. Jeder Lidschlag reibt über die wunde Oberfläche und verstärkt das Gefühl. Manche Menschen spüren ein regelmäßiges Pochen, das bis in die Stirn ausstrahlen kann.
Die Schmerzen sind oft so stark, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Liegen mit geschlossenen Augen im Dunkeln lindert meist etwas, beseitigt den Schmerz aber nicht. Viele empfinden die Nacht nach einer Verblitzung als eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die sie mit ihren Augen gemacht haben.
Fremdkörpergefühl: Warum glaubt man, etwas sei im Auge?
Das Fremdkörpergefühl entsteht durch die winzigen, punktförmigen Defekte der Hornhautoberfläche, nicht durch ein echtes Teilchen. Das Gehirn kann den Schmerz der Hornhautnerven nicht von einem echten Sandkorn unterscheiden. Viele Betroffene reiben deshalb die Augen oder spülen sie immer wieder aus. Beides hilft nicht, Reiben verschlimmert die Beschwerden sogar.
Bei Schweißern ist die Unterscheidung besonders wichtig: Neben dem Lichtbogen fliegen auch glühende Metallspäne. Ein eingebrannter Metallsplitter in der Hornhaut fühlt sich ähnlich an, betrifft aber meist nur ein Auge und muss vom Augenarzt entfernt werden. Mehr dazu im Artikel über den Fremdkörper im Auge.
Lichtscheu und Lidkrampf
Lichtscheu (Photophobie) bedeutet, dass schon gewöhnliches Licht Schmerzen auslöst, und sie gehört zu den Leitsymptomen der Verblitzung. Die Pupillen sind dabei oft eng. Betroffene suchen von sich aus abgedunkelte Räume auf, setzen auch im Haus eine Sonnenbrille auf oder ziehen die Decke über den Kopf.
Der Lidkrampf (Blepharospasmus) ist ein Schutzreflex: Die Lider kneifen sich unwillkürlich zusammen und lassen sich nur mit Mühe öffnen. Das wirkt dramatisch, ist aber eine normale Reaktion auf die gereizte Hornhaut. Für die Untersuchung beim Augenarzt wird deshalb oft ein einzelner Betäubungstropfen gegeben, damit das Auge überhaupt geöffnet werden kann.
Tränen, Rötung und geschwollene Lider
Die Augen tränen stark, weil die gereizte Hornhaut reflexartig die Tränendrüsen anregt. Weil die Tränen über den Tränenkanal in die Nase abfließen, läuft oft auch die Nase. Das Weiße des Auges ist gerötet, die Bindehaut kann glasig geschwollen sein (Chemosis).
Typisch ist, dass vor allem die Bindehaut über dem Augapfel gerötet ist, die Innenseite der Lider dagegen weniger, weil sie während der Belastung nicht direkt bestrahlt wurde. Auch die Lider selbst können geschwollen und gerötet sein. Eitriger, gelblicher Ausfluss gehört nicht zur Verblitzung und spricht eher für eine Infektion.
Sehe ich bei einer Verblitzung schlechter?
Ja, meist sehen Betroffene vorübergehend leicht bis mäßig verschwommen, dauerhaft bleibt die Sehschärfe aber in aller Regel normal. Die raue Hornhautoberfläche bricht das Licht unregelmäßig, dazu kommen Tränen und Lidkrampf. Bei schwerer Verblitzung kann das Sehen für Stunden stark eingeschränkt sein.
Der Begriff „Schneeblindheit“ beschreibt diesen Zustand: Bergsteiger mit schwerer Photokeratitis konnten früher ihre Augen kaum öffnen und waren deshalb praktisch blind, bis die Hornhaut abgeheilt war. Echte, bleibende Blindheit entsteht dadurch nicht. Ein deutlicher oder anhaltender Sehverlust ist ein Warnzeichen und muss sofort untersucht werden.
Ist immer nur die Hornhaut betroffen?
Nein, meist reagiert auch die Bindehaut mit, und auch die Haut rund um die Augen kann einen Sonnenbrand haben. Fachleute sprechen dann von einer Keratokonjunktivitis photoelectrica. Lider, Nasenrücken und Wangen können gerötet und gespannt sein, nach dem Schweißen manchmal auch mit oberflächlichen Verbrennungen der Gesichtshaut.
Ein Sonnenbrand im Gesicht nach einem Tag im Schnee ist deshalb ein wichtiger Hinweis: Wenn die Haut so viel UV abbekommen hat, haben ungeschützte Augen es vermutlich auch.
Sind beide Augen betroffen oder nur eines?
Eine Verblitzung betrifft fast immer beide Augen, weil beide derselben Strahlung ausgesetzt waren. Die Stärke kann zwischen rechts und links etwas abweichen, etwa wenn ein Auge beim Schweißen näher am Lichtbogen war oder die Sonne seitlich eingefallen ist.
Sind die Beschwerden klar einseitig, ist eine Verblitzung weniger wahrscheinlich. Dann muss die Augenärztin oder der Augenarzt gezielt nach einer anderen Ursache suchen, vor allem nach einem Fremdkörper unter dem Oberlid oder in der Hornhaut, einem Kratzer, einer Infektion oder einer Verätzung.
Wie verlaufen die Beschwerden Stunde für Stunde?
Die Schmerzen erreichen meist in der ersten Nacht ihren Höhepunkt und klingen dann innerhalb von ein bis zwei Tagen deutlich ab. Ein typischer Ablauf sieht so aus:
- Während der Belastung: keine oder nur geringe Beschwerden, höchstens Blendung.
- Nach etwa 6 bis 12 Stunden: zunächst leichtes Kratzen und Brennen, dann rasch zunehmende Schmerzen, Tränen und Lichtscheu.
- Die erste Nacht: Höhepunkt der Schmerzen, Lidkrampf, kaum Schlaf.
- Am folgenden Tag: spürbare Besserung, oft noch Sandgefühl und Lichtempfindlichkeit.
- Nach 24 bis 72 Stunden: die Hornhautoberfläche ist in der Regel geschlossen, die Beschwerden verschwinden.
Leichte Restbeschwerden wie trockene, schnell gereizte Augen oder Blendempfindlichkeit können einige Tage länger anhalten. Werden die Schmerzen nach dem zweiten Tag wieder stärker statt schwächer, stimmt etwas nicht.
Wie schwer kann eine Verblitzung werden?
Die Schwere hängt von der Strahlungsmenge ab: von einem leichten Kratzen bis zu stundenlangen, kaum erträglichen Schmerzen mit deutlich eingeschränktem Sehen. Leichte Formen bemerken manche Menschen nur als müde, brennende Augen am Abend nach einem Skitag.
Bei der Untersuchung zeigt sich der Unterschied an der Hornhaut: Bei leichter Verblitzung sieht der Arzt nach dem Anfärben feine, verstreute Pünktchen. Bei schwerer Verblitzung fließen diese Punkte zu größeren Flächen zusammen, an denen sich die oberste Zellschicht abgelöst hat. Dann dauert die Heilung länger und das Infektionsrisiko ist höher.
Was bemerken Angehörige oder Kollegen?
Angehörige bemerken vor allem, dass die betroffene Person die Augen zukneift, ständig tränt, das Licht meidet und vor Schmerzen nicht schlafen kann. Von außen sehen die Augen oft nur leicht gerötet aus, was in krassem Gegensatz zu den Klagen steht. Das ist kein Übertreiben, sondern typisch für Hornhautschmerzen.
Wichtig ist, dass Angehörige nach der Vorgeschichte fragen: Wurde geschweißt, war man im Schnee, auf dem Wasser oder im Solarium, stand eine UV-Lampe im Raum? Diese Information hilft dem Notdienst sehr. Die betroffene Person sollte in diesem Zustand nicht selbst Auto fahren.
Woran erkennt man eine Verblitzung bei Kindern?
Kinder können ihre Beschwerden oft nicht genau beschreiben, sie zeigen sie eher durch Verhalten: Sie weinen, kneifen die Augen zu, reiben sie ständig und wollen nicht ins Helle. Kleine Kinder sind dabei oft unruhig, schlafen schlecht oder verkriechen sich unter der Bettdecke.
Auslöser sind bei Kindern vor allem Tage im Schnee, auf dem Gletscher oder am Wasser ohne gut sitzende Sonnenbrille, seltener ein UV-Desinfektionsgerät oder die Nähe zu Schweißarbeiten. Weil Kinder Augenreiben und Selbstbehandlung schlecht steuern können und andere Ursachen wie Fremdkörper häufig sind, sollten sie immer augenärztlich untersucht werden.
Gibt es Besonderheiten bei älteren Menschen?
Bei älteren Menschen verläuft eine Verblitzung grundsätzlich ähnlich, die Heilung kann aber bei schon vorher gereizter Augenoberfläche etwas länger dauern. Wer ohnehin ein trockenes Auge hat, spürt Sand- und Brenngefühl oft länger nach.
Ältere Menschen tropfen zudem häufig Augentropfen gegen Glaukom oder andere Erkrankungen. Konservierungsmittel und manche Wirkstoffe können die Hornhautoberfläche zusätzlich reizen. Welche Tropfen während der Heilung weiterlaufen sollen, gehört deshalb in das Gespräch mit dem Augenarzt. Grundsätzlich gilt: Verordnete Glaukomtropfen nicht eigenmächtig absetzen.
Besonderheiten bei Kontaktlinsenträgern
Kontaktlinsenträger müssen die Linsen sofort herausnehmen und bis zur vollständigen Heilung weglassen. Unter einer Linse kann die geschädigte Oberfläche nicht gut heilen, und Keime haben leichteres Spiel. Weiche Kontaktlinsen schützen zudem nicht zuverlässig vor UV-Strahlung, auch wenn manche einen UV-Filter enthalten: Sie bedecken nur die Hornhaut, nicht die Bindehaut und die Lider.
Auch eine Überbeanspruchung durch zu lange getragene Linsen kann ähnliche Beschwerden machen. Ein rotes, schmerzendes Auge bei Kontaktlinsenträgern sollte immer rasch untersucht werden, weil eine infektiöse Hornhautentzündung ähnlich beginnen kann.
Welche Beschwerden passen nicht zu einer Verblitzung?
Einseitige Beschwerden, eitriger Ausfluss, ein weißer Fleck auf der Hornhaut, Fieber, starke Kopfschmerzen mit Übelkeit oder anhaltend schlechtes Sehen passen nicht zum typischen Bild. Solche Zeichen deuten auf eine andere oder zusätzliche Erkrankung hin und gehören sofort in augenärztliche Hände.
- Nur ein Auge, Kratzen beim Lidschlag: Fremdkörper unter dem Oberlid oder in der Hornhaut.
- Gelber Ausfluss, verklebte Lider: bakterielle Infektion, etwa eine Bindehautentzündung oder eine infizierte Hornhaut.
- Weißer Fleck auf der Hornhaut: möglicherweise ein Hornhautgeschwür, ein Notfall.
- Starker Kopfschmerz, Übelkeit, harte Augen, Regenbogenringe um Lichter: möglicher akuter Glaukomanfall.
- Dunkler Fleck oder verzerrtes Sehen in der Bildmitte nach Blick in die Sonne: Netzhautschaden durch Sonnenlicht, keine Verblitzung.
- Beschwerden nach Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Chemikalien: chemische Reizung oder Verätzung.
3 Ursachen und Risikofaktoren
In diesem Kapitel (10)
- Was passiert bei einer Verblitzung im Auge?
- Welche Strahlungsquellen lösen eine Verblitzung aus?
- Warum ist Schweißen so gefährlich für die Augen?
- Warum verursacht Schnee so leicht eine Schneeblindheit?
- Kann man auch bei Bewölkung verblitzen?
- Solarium und Höhensonne
- UV-Lampen zur Desinfektion
- Wer hat ein erhöhtes Risiko?
- Kann eine Sonnenbrille ohne UV-Schutz schaden?
- Ist eine Verblitzung ansteckend oder erblich?
Was passiert bei einer Verblitzung im Auge?
Die Hornhaut lässt sichtbares Licht durch, schluckt aber ultraviolette Strahlung, vor allem die kurzwellige UV-B- und UV-C-Strahlung. Die oberste Zellschicht der Hornhaut, das Epithel, nimmt fast die gesamte UV-Strahlung unter 290 Nanometern auf. Damit schützt sie die tieferen Teile des Auges, wird aber selbst geschädigt.
Die geschädigten Epithelzellen sterben verzögert ab und lösen sich ab. An ihrer Stelle entstehen viele winzige, punktförmige Defekte. Darunter liegt ein dichtes Geflecht von Nervenfasern, das nun freiliegt und den starken Schmerz auslöst. In Tierversuchen kann längerwellige UV-Strahlung auch tiefere Schichten der Hornhaut treffen, beim Menschen ist die Verblitzung aber fast immer eine reine Oberflächenschädigung.
Welche Strahlungsquellen lösen eine Verblitzung aus?
Auslöser ist immer eine kurze, aber zu hohe UV-Belastung der ungeschützten Augen, entweder durch natürliches Sonnenlicht oder durch künstliche UV-Quellen. Die wichtigsten sind:
| Quelle | Typische Situation | Gängiger Name |
|---|---|---|
| Lichtbogenschweißen | Schweißen ohne Schutzschild, Zuschauen oder Helfen in der Nähe | Verblitzung, Schweißerblitz |
| Schnee und Eis | Skitour, Gletscher, Hochgebirge, Polarregionen | Schneeblindheit |
| Wasser und Sand | Segeln, Surfen, Strand, lange Bootsfahrten | Photokeratitis |
| Solarium und Höhensonne | Bräunen ohne Schutzbrille, Einschlafen unter der Lampe | Photokeratitis |
| UV-Desinfektionslampen | Keimtötende Lampen in Labor, Praxis, Wohnung | Photokeratitis |
| Defekte Lampen | Beschädigte Metallhalogenlampen, etwa in Sporthallen; geplatzte Halogenlampen | Photokeratitis |
Warum ist Schweißen so gefährlich für die Augen?
Der elektrische Lichtbogen beim Schweißen gibt sehr intensive UV-Strahlung ab, die die Hornhaut schon in kurzer Zeit schädigen kann. Bei Schweißern gehört das Verblitzen deshalb zu den häufigeren Augenverletzungen. Gefährdet sind nicht nur die Schweißer selbst, sondern auch Kollegen, Helfer und Zuschauer, die ohne Schutz in den Lichtbogen schauen.
Oft reicht schon ein kurzer ungeschützter Blick, etwa beim Heften ohne heruntergeklapptes Schild oder wenn man „nur kurz“ nachsieht. Auch reflektierte Strahlung von hellen Wänden oder Metallflächen kann die Augen erreichen, etwa seitlich am Schutzschild vorbei. Heimwerker mit einem Schweißgerät aus dem Baumarkt unterschätzen das Risiko besonders häufig.
Warum verursacht Schnee so leicht eine Schneeblindheit?
Frischer Schnee wirft einen Großteil der UV-Strahlung zurück, je nach Quelle etwa 80 bis 90 Prozent. Die Augen bekommen damit nicht nur die Strahlung von oben, sondern auch von unten und von der Seite ab. Zum Vergleich: Trockener Sand reflektiert etwa 15 Prozent, Meeresschaum etwa 25 Prozent.
Dazu kommt die Höhe: Mit je 1000 Höhenmetern steigt die UV-Strahlung um etwa 10 bis 12 Prozent, weil die dünnere Luft weniger filtert. Auf einem Gletscher in 3000 Metern Höhe an einem klaren Frühlingstag ist die Belastung deshalb extrem. Bergsteiger und Skitourengeher sind die klassische Risikogruppe der Schneeblindheit.
Kann man auch bei Bewölkung verblitzen?
Ja, Wolken halten UV-Strahlung nur teilweise zurück, eine Schneeblindheit ist auch bei bedecktem Himmel und Nebel möglich. Gerade an trüben Tagen verzichten viele auf die Sonnenbrille, weil es nicht blendet. Das Auge spürt die UV-Strahlung aber nicht, Blendung und UV-Belastung sind zwei verschiedene Dinge.
Solarium und Höhensonne
Solarien und Höhensonnen geben gezielt UV-Strahlung ab, und ohne Schutzbrille können die Augen auch bei geschlossenen Lidern Schaden nehmen. Solarien und Höhensonnen werden in Fachquellen ausdrücklich als Ursache genannt. Gefährlich ist es vor allem, wenn man unter einer Heimsonne einschläft oder die Bestrahlungszeit überschreitet.
Die Lider sind dünn und halten nicht die gesamte Strahlung ab. Deshalb gehört im Solarium die eng anliegende Schutzbrille auf die Augen, nicht nur geschlossene Lider.
UV-Lampen zur Desinfektion
Keimtötende UV-C-Lampen, wie sie in Labors, Arztpraxen und zunehmend auch im Haushalt eingesetzt werden, können eine Verblitzung auslösen, wenn man sich ungeschützt im Raum aufhält. Solche Geräte sind dafür gebaut, Mikroorganismen abzutöten, und schädigen dabei ebenso die Zellen der Hornhaut. Berichte gibt es etwa von Menschen, die eine Lampe eingeschaltet ließen, während sie im Raum arbeiteten.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Ein erhöhtes Risiko haben alle, die sich ohne geeigneten Augenschutz in starker UV-Strahlung aufhalten. Dazu gehören besonders:
- Schweißerinnen und Schweißer sowie Personen, die in Werkstätten in der Nähe arbeiten
- Bergsteiger, Skitourengeher, Skifahrer und Gletscherwanderer
- Menschen in Polarregionen oder auf Expeditionen
- Segler, Surfer und Angler auf dem Wasser
- Solariennutzer, die keine Schutzbrille tragen
- Personal in Labors oder Kliniken mit UV-Desinfektion
- Kinder auf Schnee oder am Wasser ohne gut sitzende Sonnenbrille
Eine Rolle spielt nicht nur, wie stark die Strahlung ist, sondern auch, wie lange man ihr ausgesetzt ist. Nach Untersuchungen reicht dafür bereits eine erstaunlich geringe UV-Dosis aus, deutlich weniger, als ältere Schätzungen angenommen hatten.
Kann eine Sonnenbrille ohne UV-Schutz schaden?
Ja, eine dunkle Brille ohne ausreichenden UV-Filter kann sogar ungünstiger sein als gar keine Brille. Hinter getönten Gläsern weiten sich die Pupillen, und ungefilterte UV-Strahlung gelangt leichter ins Auge. Wie dunkel eine Brille ist, sagt nichts über ihren UV-Schutz aus.
Ist eine Verblitzung ansteckend oder erblich?
Nein, eine Verblitzung ist weder ansteckend noch erblich. Sie ist eine reine Strahlenschädigung. Jeder Mensch kann sie bekommen, wenn die UV-Belastung hoch genug ist. Eine besondere Veranlagung ist nicht bekannt.
4 Diagnose
In diesem Kapitel (8)
- Wie stellt der Augenarzt eine Verblitzung fest?
- Welche Fragen stellt die Ärztin oder der Arzt?
- Warum bekomme ich bei der Untersuchung Betäubungstropfen?
- Was sieht man an der Spaltlampe?
- Wird das Sehen geprüft?
- Wird unter dem Oberlid nachgeschaut?
- Welche Erkrankungen sehen ähnlich aus?
- Muss ich zur Kontrolle wiederkommen?
Wie stellt der Augenarzt eine Verblitzung fest?
Die Diagnose stützt sich auf zwei Dinge: die Vorgeschichte mit einer UV-Belastung einige Stunden zuvor und den typischen Befund an der Spaltlampe nach Anfärben der Hornhaut. Weitere Untersuchungen sind meist nicht nötig. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Welche Fragen stellt die Ärztin oder der Arzt?
Am wichtigsten ist die Frage, was Sie in den letzten 12 bis 24 Stunden getan haben. Es hilft, wenn Sie folgende Punkte schon vorher bedenken:
- Haben Sie geschweißt oder in der Nähe von Schweißarbeiten gestanden?
- Waren Sie im Schnee, auf dem Gletscher, auf dem Wasser oder im Solarium?
- Lief eine UV-Desinfektionslampe oder ist eine Lampe geplatzt?
- Wann genau begannen die Schmerzen, und sind beide Augen betroffen?
- Könnte etwas ins Auge geflogen sein, etwa ein Metallspan oder Schleifstaub?
- Tragen Sie Kontaktlinsen, und welche Augentropfen verwenden Sie?
- Gab es Kontakt mit Reinigungsmitteln, Sprays oder Chemikalien?
Warum bekomme ich bei der Untersuchung Betäubungstropfen?
Ein einzelner Betäubungstropfen ermöglicht es, die Augen bei starkem Lidkrampf überhaupt zu öffnen und zu untersuchen. Die Wirkung setzt nach Sekunden ein und hält je nach Wirkstoff nur etwa eine Viertelstunde bis höchstens eine Stunde an. Viele Betroffene erleben diese Minuten als enorme Erleichterung und wünschen sich die Tropfen für zu Hause.
Genau das ist aber nicht vorgesehen: Betäubungstropfen sind ein Hilfsmittel für die Untersuchung, kein Medikament zur Behandlung. Warum, steht im Abschnitt Behandlung.
Was sieht man an der Spaltlampe?
An der Spaltlampe, einem Mikroskop mit schmalem Lichtband, sieht der Arzt nach dem Anfärben mit dem gelben Farbstoff Fluorescein viele feine, grünlich leuchtende Pünktchen auf der Hornhaut. Der Farbstoff lagert sich überall dort an, wo Epithelzellen fehlen, und leuchtet unter blauem Licht auf. Fachleute nennen das Bild eine Keratitis punctata superficialis.
Typisch ist, dass diese Pünktchen vor allem im Bereich der Lidspalte liegen, also dort, wo das Auge während der Belastung offen war. Bei schwerer Verblitzung fließen sie zu größeren Defekten zusammen. Zusätzlich sieht der Arzt meist eine gerötete Bindehaut über dem Augapfel, manchmal mit glasiger Schwellung, und enge Pupillen.
Wird das Sehen geprüft?
Ja, die Sehschärfe gehört zur Untersuchung, sie ist bei einer Verblitzung normal bis mäßig herabgesetzt. Oft lässt sie sich erst nach einem Betäubungstropfen sinnvoll messen. Ein stärkerer Sehverlust passt nicht zu einer einfachen Verblitzung und führt zu weiteren Untersuchungen.
Wird unter dem Oberlid nachgeschaut?
Ja, vor allem bei einseitigen Beschwerden klappt der Arzt das Oberlid um, um einen versteckten Fremdkörper auszuschließen. Ein Teilchen unter dem Oberlid hinterlässt bei jedem Lidschlag feine, senkrechte Kratzer auf der Hornhaut, die sich im Farbstoff gut erkennen lassen. Bei Schweißern wird zudem gezielt nach eingebrannten Metallsplittern gesucht.
Welche Erkrankungen sehen ähnlich aus?
Mehrere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden machen, und der Augenarzt grenzt sie anhand von Vorgeschichte und Befund ab:
| Erkrankung | Was spricht dafür |
|---|---|
| Fremdkörper oder Hornhautkratzer | meist ein Auge, Verletzung bekannt, senkrechte Kratzer oder sichtbares Teilchen; siehe Hornhautverletzung |
| Virale Bindehautentzündung | beginnt oft an einem Auge, Lidinnenseite stark mitbeteiligt, keine UV-Vorgeschichte, ansteckend |
| Überbeanspruchung durch Kontaktlinsen | lange Tragezeit, Linse über Nacht |
| Trockenes Auge | chronische Beschwerden, keine UV-Belastung, Tränenfilm reißt schnell auf |
| Reizung durch Augentropfen | regelmäßiger Gebrauch bestimmter Tropfen, vor allem mit Konservierungsmitteln |
| Chemische Reizung, Verätzung | Kontakt mit Reinigern, Backofenspray, Kalk oder Säure |
| Akuter Glaukomanfall | meist ein Auge, steinhartes Auge, Kopfschmerz, Übelkeit, Sehverlust |
| Infektiöse Hornhautentzündung | weißer Fleck, Eiter, oft Kontaktlinsen, Verschlechterung über Tage |
Muss ich zur Kontrolle wiederkommen?
Bei einer typischen, leichten Verblitzung ist eine Kontrolle nicht immer nötig, bei schwerer Ausprägung oder Unsicherheit empfehlen Augenärzte eine Nachkontrolle nach ein bis zwei Tagen. Unabhängig davon gilt: Werden die Schmerzen wieder stärker oder kommen neue Beschwerden hinzu, sollten Sie sofort erneut untersucht werden.
5 Behandlung
In diesem Kapitel (13)
- Wie wird eine Verblitzung behandelt?
- Was kann ich selbst sofort tun?
- Welche Augentropfen und Salben helfen?
- Warum gibt es keine Betäubungstropfen für zu Hause?
- Welche Schmerzmittel darf ich nehmen?
- Helfen entzündungshemmende Augentropfen?
- Braucht das Auge einen Verband?
- Werden pupillenerweiternde Tropfen gegeben?
- Wann darf ich wieder Kontaktlinsen tragen?
- Darf ich mit Verblitzung Auto fahren oder arbeiten?
- Verblitzung bei der Arbeit: Was gilt in Deutschland und Österreich?
- Was ist mit Hausmitteln?
- Was gilt im Hochgebirge, wenn kein Arzt erreichbar ist?
Wie wird eine Verblitzung behandelt?
Die Behandlung ist unterstützend: Sie lindert die Schmerzen, schützt die Hornhaut und gibt ihr Zeit, sich selbst zu erneuern. Eine spezielle Therapie, die die Heilung deutlich beschleunigt, gibt es nicht. Zum Einsatz kommen Schonung im Dunkeln, kühle Umschläge, Augensalbe oder Tränenersatz, Schmerzmittel zum Einnehmen und je nach Schwere eine antibiotische Salbe.
Was kann ich selbst sofort tun?
Brechen Sie die UV-Belastung sofort ab und begeben Sie sich in einen abgedunkelten Raum. Holen Sie dann rasch ärztlichen Rat ein. Bis dahin helfen einfache Maßnahmen:
- Kontaktlinsen herausnehmen und nicht wieder einsetzen.
- Kühle, feuchte Umschläge auf die geschlossenen Lider legen, etwa ein sauberes Tuch mit kaltem Wasser.
- Die Augen nicht reiben, auch wenn es schwerfällt.
- Augen geschlossen halten und im Dunkeln ruhen.
- Draußen eine dunkle Sonnenbrille tragen, bis die Beschwerden abgeklungen sind.
- Nicht selbst Auto fahren.
Kühlpacks aus dem Gefrierfach nicht direkt auf die Lider legen, sondern immer in ein Tuch einschlagen. Eis direkt auf der Haut kann Erfrierungen verursachen.
Welche Augentropfen und Salben helfen?
Bewährt haben sich Gleitmittel wie Tränenersatztropfen, Gele und Augensalben, die die wunde Oberfläche schützen und das Reiben der Lider abfedern. Salbe hält länger, verschleiert aber das Sehen, und eignet sich daher besonders für die Nacht. Tagsüber sind konservierungsmittelfreie Tropfen oder Gele angenehmer. Mehr zu den verschiedenen Präparaten finden Sie auf der Seite über Tränenersatzmittel.
Bei ausgeprägten Defekten verordnet die Augenärztin oder der Augenarzt meist eine antibiotische Augensalbe für einige Tage. Sie lindert und senkt das Risiko, dass sich auf der offenen Oberfläche Bakterien ansiedeln. Die augenärztliche Fachplattform EyeWiki nennt eine antibiotische Salbe für zwei bis drei Tage.
Warum gibt es keine Betäubungstropfen für zu Hause?
Betäubungstropfen werden nur einmalig zur Untersuchung gegeben und nicht für zu Hause verordnet, weil wiederholter Gebrauch die Heilung verzögert und die Hornhaut schwer schädigen kann. Sie hemmen die Teilung und Wanderung der Epithelzellen, die die Wunde schließen sollen. Außerdem schalten sie den Schutzreflex aus: Wer nichts spürt, reibt, blinzelt weniger und merkt eine Verschlechterung nicht.
Bei dauerhaftem oder häufigem Gebrauch kann eine sogenannte anästhetische Keratopathie entstehen, eine schwere Schädigung bis hin zu tiefen Hornhautgeschwüren und Narben. Zudem kehrt der Schmerz schon nach kurzer Zeit zurück, sodass man immer häufiger tropfen würde. Der Gewinn ist kurz, der mögliche Schaden groß.
In manchen französischen Laienquellen werden betäubende Augentropfen als Schmerzmittel bei Schneeblindheit genannt. Das widerspricht der augenärztlichen Praxis in Deutschland, Österreich und dem englischsprachigen Raum. Verwenden Sie Betäubungstropfen nie in Eigenregie, auch nicht, wenn Sie welche aus einer früheren Behandlung oder aus dem Ausland besitzen.
Welche Schmerzmittel darf ich nehmen?
Gegen die Schmerzen helfen übliche Schmerzmittel zum Einnehmen, etwa Paracetamol oder Ibuprofen in der üblichen Dosierung, sofern keine Gegenanzeigen bestehen. Bei sehr starken Schmerzen kann der Arzt für eine Nacht ein stärkeres Mittel verordnen. Klären Sie bei Vorerkrankungen, Blutverdünnern, Schwangerschaft oder für Kinder die passende Dosis mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
Helfen entzündungshemmende Augentropfen?
Entzündungshemmende Augentropfen ohne Kortison (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) werden nicht routinemäßig empfohlen, weil ihr Nutzen nicht sicher belegt ist. Eine Cochrane-Auswertung von 2017 zu oberflächlichen Hornhautverletzungen fand keinen klaren Vorteil. In der Praxis werden sie trotzdem gelegentlich eingesetzt; das entscheidet der Augenarzt im Einzelfall. Kortisonhaltige Tropfen gehören nicht zur Standardbehandlung.
Braucht das Auge einen Verband?
Ein fester Augenverband ist nicht zwingend und beschleunigt die Heilung nach heutiger Studienlage nicht. Die Fachplattform EyeWiki der amerikanischen Augenärzte-Fachgesellschaft rät bei Photokeratitis vom Abkleben ab, weil es unwirksam ist und die Heilung sogar verzögern kann. Auswertungen zu Hornhautkratzern zeigten zudem, dass der Verband für viele Patienten selbst unangenehm ist.
Im deutschsprachigen Raum ist der Salbenverband dennoch verbreitet. Für eine Nacht kann er sich angenehm anfühlen, weil die Lider ruhig bleiben. Ob ein Verband sinnvoll ist, entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt. Wichtig: Mit einem Verband auf einem Auge ist das räumliche Sehen eingeschränkt, Autofahren ist dann nicht erlaubt.
Werden pupillenerweiternde Tropfen gegeben?
Pupillenerweiternde, den Ziliarmuskel entspannende Tropfen (Zykloplegika) werden bei einfacher Verblitzung meist nicht gebraucht. Manche Quellen nennen sie als Möglichkeit bei sehr starken, krampfartigen Schmerzen, andere raten davon ab. Sie machen für Stunden bis Tage lichtempfindlich und verschwommen. Der Augenarzt setzt sie nur gezielt ein.
Wann darf ich wieder Kontaktlinsen tragen?
Kontaktlinsen erst wieder tragen, wenn die Augen völlig beschwerdefrei sind, im Zweifel nach Rücksprache mit dem Augenarzt. Unter einer Linse heilt die Oberfläche schlechter, und das Infektionsrisiko steigt. Wer schwer verblitzt war, verzichtet sicherheitshalber ein paar Tage länger. Eine neue Linse oder ein frisch gereinigtes Paar ist danach sinnvoll.
Darf ich mit Verblitzung Auto fahren oder arbeiten?
Mit Schmerzen, Lidkrampf, verschwommenem Sehen, nach pupillenerweiternden Tropfen oder mit Augenverband dürfen Sie nicht Auto fahren. Lassen Sie sich zum Notdienst fahren. Arbeiten am Bildschirm oder im Freien ist in den ersten ein bis zwei Tagen meist nicht möglich. Die Augenärztin oder der Augenarzt kann eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.
Verblitzung bei der Arbeit: Was gilt in Deutschland und Österreich?
Eine Verblitzung beim Schweißen im Betrieb ist in der Regel ein Arbeitsunfall und sollte als solcher gemeldet werden. In Deutschland ist dafür die Berufsgenossenschaft zuständig, die Behandlung erfolgt dann über einen Durchgangsarzt oder direkt beim Augenarzt. In Österreich ist die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) der Träger.
Notwendige Diagnose- und Therapiemaßnahmen übernimmt in Österreich der zuständige Sozialversicherungsträger, wobei Selbstbehalte anfallen können. In Deutschland zahlt bei privaten Unfällen die gesetzliche Krankenkasse die augenärztliche Behandlung. Rezeptfreie Tränenersatzmittel müssen Erwachsene meist selbst bezahlen.
Was ist mit Hausmitteln?
Kühle, feuchte Umschläge mit sauberem Wasser sind das einzige Hausmittel, das sich bewährt hat. Von Quark, Tee, Kamille oder Kartoffelscheiben auf den Augen ist abzuraten: Sie bringen Keime auf die offene Hornhautoberfläche und können zusätzlich reizen. Auch Muttermilch, Speichel oder Leitungswasser zum Eintropfen sind keine gute Idee.
Was gilt im Hochgebirge, wenn kein Arzt erreichbar ist?
Auf Hütte oder Expedition hilft vor allem Dunkelheit: Augen geschlossen halten, abdecken, kühlen, Schmerzmittel einnehmen und nicht weitergehen, solange man nichts sieht. Ein Abstieg mit Lidkrampf und verschwommenem Sehen ist gefährlich. Wenn möglich, wartet man die ersten 24 Stunden ab, in denen sich der Zustand meist deutlich bessert. Bei Verschlechterung, Sehverlust oder einseitigen Beschwerden muss über die Bergrettung Hilfe organisiert werden.
6 Verlauf und Prognose
In diesem Kapitel (6)
Wie lange dauert eine Verblitzung?
Eine Verblitzung heilt in den meisten Fällen innerhalb von 1 bis 2 Tagen ab, bei schwerer Ausprägung kann es bis zu 3 Tage dauern. Das österreichische Gesundheitsportal nennt 1 bis 3 Tage, die augenärztliche Fachplattform EyeWiki 24 bis 72 Stunden. Die stärksten Schmerzen sind meist nach der ersten Nacht vorbei.
Warum heilt die Hornhaut so schnell?
Die oberste Zellschicht der Hornhaut erneuert sich ständig, Zellen vom Rand und aus der Umgebung schieben sich innerhalb von Stunden über kleine Defekte. Das ist ein natürlicher Reparaturmechanismus. Voraussetzung ist, dass die Strahlenquelle nicht weiter einwirkt und keine Störfaktoren hinzukommen, etwa Reiben, Kontaktlinsen, Betäubungstropfen oder eine Infektion.
Bleiben nach einer Verblitzung Schäden zurück?
Nein, eine einmalige, unkomplizierte Verblitzung heilt in aller Regel vollständig und ohne bleibende Schäden aus. Die Sehschärfe ist danach wieder wie vorher. Einige Menschen haben noch ein paar Tage lang empfindliche, schnell gereizte oder tränende Augen. Langzeituntersuchungen nach Verblitzung gibt es allerdings kaum.
Welche Komplikationen sind möglich?
Komplikationen sind selten, die wichtigsten sind eine bakterielle Infektion der offenen Hornhautoberfläche und Schäden durch den Missbrauch von Betäubungstropfen. Seltener bleiben über längere Zeit eine Reizung und vermehrter Tränenfluss zurück.
- Bakterielle Infektion: Auf der wunden Oberfläche können sich Keime ansiedeln. Zeichen sind zunehmende Schmerzen nach dem zweiten Tag, Eiter und ein weißlicher Fleck. Dann droht eine infektiöse Hornhautentzündung.
- Anästhetische Keratopathie: Wer wiederholt Betäubungstropfen verwendet, riskiert schlecht heilende Defekte und Geschwüre, die bleibende Narben hinterlassen können.
- Wiederkehrende Erosion: Bei sehr ausgedehnten Defekten kann die neue Zellschicht anfangs schlecht haften und sich, etwa beim Aufwachen, wieder ablösen. Das ist bei Verblitzung selten.
Was bedeutet wiederholte UV-Belastung für die Augen?
Wiederholte oder über das Leben hohe UV-Belastung kann langfristig Schäden an Auge und Lidern begünstigen, auch wenn jede einzelne Verblitzung folgenlos abheilt. Dazu zählen das Flügelfell, eine Bindehautwucherung, die auf die Hornhaut wächst, sowie Hautkrebs an den Lidern, siehe Tumoren am Augenlid. Auch beim Grauen Star gilt langjährige UV-Belastung als einer von mehreren Risikofaktoren.
Eine Verblitzung ist deshalb auch ein Warnsignal: Wer sie einmal hatte, war offensichtlich nicht ausreichend geschützt. Das ist der beste Anlass, den UV-Schutz für Arbeit und Freizeit dauerhaft zu verbessern.
Bin ich nach einer Verblitzung empfindlicher?
Eine überstandene Verblitzung macht die Hornhaut nicht dauerhaft empfindlicher, sie schützt aber auch nicht vor dem nächsten Mal. Jede neue ungeschützte Belastung kann erneut eine Verblitzung auslösen. Eine Gewöhnung der Augen an UV-Strahlung gibt es nicht.
7 Vorbeugung
In diesem Kapitel (8)
- Wie kann ich einer Verblitzung vorbeugen?
- Woran erkenne ich eine gute Sonnenbrille?
- Was brauche ich im Schnee und auf dem Gletscher?
- Wie schützen sich Schweißer richtig?
- Solarium: Worauf muss ich achten?
- UV-Desinfektionsgeräte sicher verwenden
- Wie schütze ich die Augen von Kindern?
- Schützen Kontaktlinsen mit UV-Filter?
Wie kann ich einer Verblitzung vorbeugen?
Eine Verblitzung lässt sich fast immer verhindern, indem die Augen bei starker UV-Strahlung konsequent geschützt werden. Dazu gehören eine Sonnenbrille mit UV-400-Filter und Seitenschutz, im Hochgebirge eine Gletscherbrille, beim Schweißen ein Schutzschild mit passendem Filter und im Solarium die Schutzbrille. Der Schutz muss die ganze Zeit getragen werden, auch bei Bewölkung.
Woran erkenne ich eine gute Sonnenbrille?
Eine gute Sonnenbrille filtert UV-Strahlung bis 400 Nanometer, erkennbar an der Kennzeichnung „UV 400“, und schützt auch von der Seite. Achten Sie außerdem auf das CE-Zeichen und die Angabe der Filterkategorie.
- UV-Schutz und Tönung sind zwei Paar Schuhe: Die Tönung schützt vor Blendung, nicht vor UV. Man sieht einer Brille ihren UV-Schutz nicht an.
- Kategorie 2 oder 3 eignet sich für den Alltag und die meisten Outdoor-Aktivitäten, Kategorie 1 schützt kaum vor Blendung.
- Kategorie 4 ist für extreme Bedingungen wie Gletscher und Hochgebirge gedacht, aber zu dunkel für den Straßenverkehr und dort nicht zugelassen.
- Seitenschutz: große, gebogene Gläser oder seitliche Abdeckungen, weil UV-Strahlung stark gestreut wird.
- Glasfarbe: Grau oder Braun gelten als ideal, Blau- oder Rottöne verschlechtern Kontrast und Schärfe.
- Brillenträger: Bei Sonnenbrillen mit Sehstärke beim Optiker nachfragen, ob der UV-Filter bis 400 Nanometer erhalten bleibt.
Was brauche ich im Schnee und auf dem Gletscher?
Im Schnee und im Hochgebirge brauchen Sie eine Brille mit sehr gutem UV-Schutz und ausgeprägtem Seitenschutz, auf Gletschern eine Gletscherbrille der Kategorie 4. Alternativ eignet sich eine gut sitzende Skibrille. Der Schnee wirft die Strahlung von unten zurück, deshalb reicht eine kleine Modebrille nicht aus.
Die Brille gehört auch bei Nebel, Wolken und Schneefall auf die Nase. Eine Ersatzbrille im Rucksack ist auf Touren sinnvoll, denn eine verlorene oder zerbrochene Brille ist ein klassischer Ausgangspunkt der Schneeblindheit. Ein Hut oder eine Schirmmütze verringert die Strahlung von oben zusätzlich.
Schon die Inuit wussten sich zu helfen: Sie trugen Schneebrillen aus Karibugeweih, Knochen oder Treibholz mit schmalen Schlitzen, die nur wenig Licht durchließen. Ist auf einer Tour keine Brille mehr verfügbar, kann ein Notbehelf nach diesem Prinzip helfen, etwa aus Karton oder Klebeband mit schmalen Sehschlitzen.
Wie schützen sich Schweißer richtig?
Beim Lichtbogenschweißen sind ein Schweißerschutzschild oder ein Schweißhelm mit passendem Schutzfilter Pflicht, und zwar bei jedem Zünden des Lichtbogens. Automatische Schweißschutzfilter, die sich beim Zünden in Sekundenbruchteilen abdunkeln, verringern das Risiko, ohne Schutz in den Lichtbogen zu sehen. Die passende Filterstufe richtet sich nach Verfahren und Stromstärke.
- Schild schon vor dem Zünden herunterklappen, auch beim kurzen Heften.
- Kollegen, Helfer und Zuschauer schützen: Schweißvorhänge oder Stellwände aufstellen und Umstehenden eine Schutzbrille geben.
- Helle, reflektierende Flächen in der Nähe meiden oder abdecken.
- Schutzfilter und Schild regelmäßig auf Risse und Beschädigungen prüfen.
- Auch Heimwerker brauchen einen vollwertigen Schweißschutz, keine Sonnenbrille.
In Deutschland und Österreich regeln die Arbeitsschutzvorschriften und die Berufsgenossenschaften, welchen Augenschutz der Arbeitgeber bereitstellen muss.
Solarium: Worauf muss ich achten?
Im Solarium immer die eng anliegende UV-Schutzbrille tragen, geschlossene Lider allein reichen nicht. Halten Sie sich an die empfohlene Bestrahlungszeit und schlafen Sie unter einer Heimsonne nicht ein. Aus Sicht der Augen- und Hautgesundheit ist es am besten, auf künstliche Bräunung ganz zu verzichten.
UV-Desinfektionsgeräte sicher verwenden
UV-C-Lampen zur Desinfektion sollten nur laufen, wenn sich niemand im Raum aufhält, und nie ohne Schutz direkt angesehen werden. Viele Geräte haben Bewegungsmelder oder Zeitschaltungen. Kinder und Haustiere sollten keinen Zugang haben, solange die Lampe eingeschaltet ist.
Wie schütze ich die Augen von Kindern?
Kinder brauchen im Schnee, auf dem Wasser und im Hochsommer eine gut sitzende Sonnenbrille mit UV-400-Filter und Seitenschutz, am besten ergänzt durch einen Hut mit Krempe. Für Kleinkinder gibt es Modelle mit Band, damit die Brille nicht ständig abgenommen wird. Spielzeugbrillen ohne geprüften UV-Schutz sind keine Alternative.
Schützen Kontaktlinsen mit UV-Filter?
Kontaktlinsen mit UV-Filter ersetzen keine Sonnenbrille. Sie bedecken nur die Hornhaut, nicht aber die Bindehaut und die Lider. Sie können eine Sonnenbrille ergänzen, bieten allein aber keinen ausreichenden Schutz im Schnee, im Gebirge oder beim Schweißen.
8 Wann sofort zum Arzt?
Eine Verblitzung ist kein lebensbedrohlicher Notfall, aber wegen der starken Schmerzen und möglicher Verwechslungen ein dringender Fall. Beim ersten Auftreten sollten Sie sie am selben Tag oder in der Nacht beim augenärztlichen Notdienst abklären lassen. Allgemeine Warnzeichen am Auge finden Sie auf der Seite Notfall am Auge.
Sofort zum augenärztlichen Notdienst oder in die Augenklinik:
- nur ein Auge betroffen, vor allem nach Schweißen, Schleifen oder Bohren (möglicher Metallsplitter)
- deutlicher oder zunehmender Sehverlust, ein dunkler Fleck in der Bildmitte
- Schmerzen, die nach zwei Tagen wieder stärker werden statt schwächer
- gelber Ausfluss, verklebte Lider oder ein weißer Fleck auf der Hornhaut
- Chemikalien oder Reinigungsmittel im Auge: zuerst mindestens 15 Minuten mit viel Wasser spülen, dann sofort in die Klinik
- starker Kopf- und Augenschmerz mit Übelkeit, harten Augen und Regenbogenringen um Lichter
- Verletzung mit Fremdkörper, der im Auge steckt: nicht selbst entfernen, sondern Auge locker abdecken und in die Klinik
Am selben Tag oder in der Nacht zum Notdienst:
- starke Schmerzen, Sandgefühl und Lichtscheu einige Stunden nach UV-Belastung, besonders beim ersten Mal
- Kinder mit Augenschmerzen und Lichtscheu
- Kontaktlinsenträger mit rotem, schmerzendem Auge
In den nächsten Tagen zur Kontrolle:
- keine deutliche Besserung nach zwei bis drei Tagen
- Restbeschwerden wie Trockenheit oder Lichtempfindlichkeit, die länger als eine Woche anhalten
- wiederkehrende Schmerzen beim Aufwachen in den Wochen danach
In Deutschland erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, in Österreich die Gesundheitsberatung unter 1450. Bei schweren Verletzungen gilt der Notruf 112, in Österreich auch 144. Fahren Sie mit Lidkrampf oder verschwommenem Sehen nicht selbst.
9 Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Verblitzung?
Meist 1 bis 2 Tage, bei schwerer Verblitzung bis zu 3 Tage. Die stärksten Schmerzen treten in der ersten Nacht auf und lassen am folgenden Tag deutlich nach. Leichte Reizungen können noch einige Tage länger spürbar sein.
Warum tun die Augen erst Stunden nach dem Schweißen weh?
Die UV-Strahlung schädigt die Zellen der Hornhautoberfläche zunächst unbemerkt. Erst nach etwa 6 bis 12 Stunden sterben sie ab, lösen sich und legen die Nervenendigungen frei. Deshalb beginnen die Schmerzen oft nachts, lange nach der eigentlichen Belastung.
Was hilft sofort gegen Schmerzen nach einer Verblitzung?
Dunkelheit, geschlossene Augen, kühle feuchte Umschläge und ein Schmerzmittel zum Einnehmen wie Paracetamol oder Ibuprofen. Kontaktlinsen herausnehmen und die Augen nicht reiben. Beim Augenarzt gibt es zusätzlich Augensalbe oder Tränenersatz. Mehr dazu unter Tränenersatzmittel.
Darf ich Betäubungstropfen bei Verblitzung nehmen?
Nur einmalig beim Arzt zur Untersuchung, nicht zu Hause. Wiederholt angewendet verzögern Betäubungstropfen die Heilung und können schwere Hornhautgeschwüre mit bleibenden Narben verursachen. Zudem kehrt der Schmerz nach kurzer Zeit zurück.
Muss ich mit einer Verblitzung zum Arzt?
Beim ersten Mal und bei starken Schmerzen ja, am selben Tag oder in der Nacht zum augenärztlichen Notdienst. Der Arzt bestätigt die Diagnose, schließt einen Fremdkörper oder eine Verätzung aus und verordnet passende Salben. Sofort sollten Sie gehen, wenn nur ein Auge betroffen ist oder das Sehen deutlich schlechter wird.
Kann man von einer Verblitzung blind werden?
Nein, eine einfache Verblitzung führt nicht zu bleibender Blindheit. Der Name Schneeblindheit beschreibt nur, dass Betroffene ihre Augen für Stunden kaum öffnen können. Die Hornhaut heilt in der Regel vollständig ab. Gefahr besteht nur bei Komplikationen wie einer Infektion oder durch Missbrauch von Betäubungstropfen.
Kann man auch bei bewölktem Himmel schneeblind werden?
Ja. Wolken halten UV-Strahlung nur teilweise ab, und Schnee reflektiert sie trotzdem stark. Gerade an trüben Tagen verzichten viele auf die Sonnenbrille. Im Schnee und im Gebirge sollte sie deshalb bei jedem Wetter getragen werden.
Kann man sich beim Zuschauen beim Schweißen verblitzen?
Ja. Auch Helfer, Kollegen und Zuschauer, die ohne Schutz in den Lichtbogen sehen, können sich verblitzen. Deshalb sollten Schweißarbeiten mit Vorhängen oder Stellwänden abgeschirmt und Umstehende mit einer Schutzbrille ausgestattet werden.
Soll ich bei Verblitzung das Auge abkleben?
Das ist nicht nötig. Studien zeigen keine schnellere Heilung durch einen Verband, die amerikanische Fachgesellschaft rät sogar davon ab. Im deutschsprachigen Raum wird manchmal ein Salbenverband für die Nacht angelegt. Ob das sinnvoll ist, entscheidet Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt.
Kann ich mit einer Verblitzung Kontaktlinsen tragen?
Nein. Die Linsen sollten sofort herausgenommen und erst wieder getragen werden, wenn die Augen völlig beschwerdefrei sind. Unter einer Linse heilt die Hornhaut schlechter, und das Infektionsrisiko steigt.
Welche Sonnenbrille schützt vor Schneeblindheit?
Eine Brille mit der Kennzeichnung UV 400, CE-Zeichen und gutem Seitenschutz. Auf Gletschern und im Hochgebirge ist eine Gletscherbrille der Kategorie 4 sinnvoll, im Straßenverkehr ist diese aber zu dunkel und nicht zugelassen. Eine dunkle Tönung allein sagt nichts über den UV-Schutz aus.
Ist eine Verblitzung beim Schweißen ein Arbeitsunfall?
In der Regel ja, wenn sie bei der Arbeit passiert. Melden Sie sie dem Arbeitgeber. In Deutschland ist die Berufsgenossenschaft zuständig, in Österreich die AUVA. Das sichert die Kostenübernahme und hilft, den Arbeitsschutz zu verbessern.
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- HornhautverletzungEine Hornhautverletzung (Erosio corneae) ist ein Kratzer oder eine Schürfung der obersten Zellschicht der Hornhaut, etwa durch einen Fingernagel, einen Ast oder eine Kontaktlinse. Sie tut sehr weh, heilt mit richtiger Behandlung aber meist innerhalb weniger Tage folgenlos ab.
- Fremdkörper im AugeEin Fremdkörper im Auge ist ein Staubkorn, Insekt, Holz- oder Metallsplitter, der auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder unter dem Lid haftet. Meist ist er harmlos und schnell entfernt; Metallsplitter vom Schleifen und Hämmern gehören aber noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt, ein eingedrungener Fremdkörper ist ein Notfall.
- Verätzung des AugesEine Verätzung des Auges entsteht, wenn eine Lauge oder Säure ins Auge gelangt, etwa Reiniger, Kalk, Zement oder Batteriesäure. Sie ist immer ein Notfall: Sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen, die Lider dabei weit aufhalten, den Notruf wählen und in die Augenklinik.
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Quellen
Dieser Artikel wurde aus Fachquellen in 4 Sprachen recherchiert (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) und auf Deutsch zusammengefasst.
Alle 11 Quellen anzeigen
- Photokeratitis (UV-Schäden des Auges, Schneeblindheit) – Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at) (DE)
- Photokeratitis – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
- Photokeratitis – Wikipedia (englisch, ergänzend) (EN)
- Management of Corneal Abrasions (Wilson SA, Last A), Am Fam Physician 2004;70:123-8 – American Academy of Family Physicians (EN)
- Corneal Abrasion – Information for patients – Oxford University Hospitals NHS Foundation Trust (EN)
- Ophtalmie des neiges (photokératite) – Wikipédia (französisch, ergänzend) (FR)
- Informations patients – Société Française d'Ophtalmologie (SFO) (FR)
- Lesión corneal – MedlinePlus en español (NIH/NLM) (ES)
- Queratitis – Diccionario médico – Clínica Universidad de Navarra (ES)
- Abrasiones corneales y cuerpos extraños corneales (versión profesional) – Manual MSD (ES)
- Fotoqueratitis – Wikipedia (spanisch, ergänzend) (ES)
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