Flügelfell (Pterygium)
Das Flügelfell (Pterygium) ist eine gutartige, dreieckige Wucherung der Bindehaut, die meist vom inneren Augenwinkel auf die Hornhaut wächst. Es entsteht vor allem durch jahrelange UV-Belastung, ist in Sonnenländern häufig, in Deutschland und Österreich seltener, und wird operiert, wenn es das Sehen bedroht.
1 Kurzübersicht
Ein Flügelfell (Fachbegriff: Pterygium) ist eine gutartige Wucherung der Bindehaut, die vom Augenweiß dreieckig auf die Hornhaut wächst. Es sitzt fast immer auf der Nasenseite des Auges, in der Lidspalte. Die Spitze zeigt zur Pupille, die breite Basis liegt auf dem Augenweiß. Der Name kommt vom griechischen Wort für „Flügel“, weil die Form an einen kleinen Flügel erinnert.
Die wichtigste Ursache ist UV-Licht der Sonne über viele Jahre. Dazu kommen Wind, Staub und trockene Luft. Deshalb ist das Flügelfell in sonnigen, heißen Ländern nahe dem Äquator sehr häufig, in Deutschland und Österreich dagegen eher selten. Menschen, die viel im Freien arbeiten oder Wassersport treiben, sind besonders betroffen. Im Englischen und Französischen heißt es deshalb auch „Surfer-Auge“.
Viele Flügelfelle machen kaum Beschwerden und bleiben über Jahre klein. Andere reizen das Auge, machen es rot und trocken oder wachsen langsam weiter. Erreicht das Gewebe die Hornhautmitte oder zieht es die Hornhaut schief, wird das Sehen unscharf. Dann entsteht eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), die sich mit einer Brille oft nicht mehr gut ausgleichen lässt.
Tropfen lindern die Beschwerden, entfernen das Gewebe aber nicht. Stört das Flügelfell das Sehen oder wächst es auf die Sehachse zu, wird es operiert. Der heutige Standard ist die Entfernung mit einem Transplantat aus eigener Bindehaut. Damit kommt das Flügelfell deutlich seltener zurück als nach einer einfachen Entfernung. Konsequenter Sonnenschutz der Augen ist vor und nach der Operation die wichtigste Maßnahme, die Sie selbst in der Hand haben.
Ein Flügelfell ist kein Notfall und nicht ansteckend. Es ist auch kein Krebs. Eine Augenärztin oder ein Augenarzt sollte es aber einmal ansehen. Sehr selten verbirgt sich hinter einer ähnlich aussehenden Stelle eine andere Veränderung, die anders behandelt werden muss.
2 Symptome
In diesem Kapitel (20)
- Wie sieht ein Flügelfell aus?
- Macht ein Flügelfell immer Beschwerden?
- Fremdkörpergefühl: Warum fühlt es sich an, als wäre Sand im Auge?
- Rötung und Entzündungsschübe
- Trockenheit, Brennen, Jucken und Tränen
- Lichtempfindlichkeit
- Warum wird das Sehen unscharf?
- Was passiert, wenn das Flügelfell die Pupille erreicht?
- Doppelbilder und eingeschränkte Augenbewegung
- Probleme mit Kontaktlinsen
- Stört das Aussehen?
- Die Stocker-Linie: ein brauner Strich vor der Spitze
- Ein Auge oder beide Augen?
- Welche Zeichen treten früh auf, welche spät?
- Was bemerken Angehörige?
- Gibt es das Flügelfell auch bei Kindern?
- Besonderheiten bei älteren Menschen
- Wie unterscheiden sich die Beschwerden von einer Pinguecula?
- Welche Zeichen deuten auf etwas anderes hin?
- Welche Beschwerden sind nach einer Operation normal?
Wie sieht ein Flügelfell aus?
Ein Flügelfell ist ein erhabenes, weißliches bis rosafarbenes, dreieckiges Gewebe mit sichtbaren Blutgefäßen, das vom inneren Augenwinkel auf die Hornhaut zuwächst. Die Gefäße verlaufen gestreckt in Richtung Spitze. Die Spitze heißt in der Fachsprache „Kopf“ und liegt auf der Hornhaut. Die Farbe hängt davon ab, wie stark das Gewebe durchblutet ist.
Man unterscheidet grob zwei Erscheinungsbilder:
- Dünnes (atrophisches) Flügelfell: flach, fast durchsichtig, die Gefäße der Lederhaut darunter sind noch sichtbar. Es wächst meist langsam oder gar nicht.
- Dickes, fleischiges Flügelfell: wulstig, undurchsichtig, gefäßreich. Es verdeckt die Gefäße darunter vollständig und wächst eher schneller.
Dazwischen gibt es Mischformen. Ärztinnen und Ärzte beschreiben außerdem, ob ein Flügelfell aktiv ist (erweiterte Gefäße bis zur Spitze, Wachstum, Beschwerden) oder ruhig (blasse Gefäße, weißlich, beschwerdefrei). In Spanien heißt das Flügelfell im Volksmund „carnosidad“ (Fleischwucherung) oder „uña“ (Fingernagel), weil es im späten Stadium wie ein Nagel auf dem Auge liegt.
Macht ein Flügelfell immer Beschwerden?
Nein, die meisten Flügelfelle machen keine oder nur geringe Beschwerden, vor allem wenn sie klein und nicht entzündet sind. Viele Betroffene bemerken die Veränderung zufällig im Spiegel. Oft fällt sie auch erst der Optikerin, dem Optiker oder bei einer augenärztlichen Untersuchung aus anderem Grund auf. Ein beschwerdefreies Flügelfell kann jahrelang unverändert bleiben.
Beschwerden entstehen meist auf zwei Wegen. Erstens stört die Erhebung den Tränenfilm, der sich beim Blinzeln nicht mehr gleichmäßig verteilt. Zweitens kann sich das Gewebe in Schüben entzünden. Beides führt zu Reizungen, die kommen und gehen können.
Fremdkörpergefühl: Warum fühlt es sich an, als wäre Sand im Auge?
Das Fremdkörpergefühl ist die häufigste Beschwerde: Es fühlt sich an, als läge ein Sandkorn oder eine Wimper im Auge. Ursache ist die erhabene Stelle, über die das Lid bei jedem Lidschlag streicht. Zugleich reißt der Tränenfilm an der Kante des Flügelfells früher auf. Die Hornhaut daneben trocknet stellenweise aus.
Das Gefühl ist oft am Abend, nach Bildschirmarbeit, im Wind oder in klimatisierten Räumen stärker. Reiben verschlimmert es meist. Befeuchtende Tropfen lindern es in der Regel gut.
Rötung und Entzündungsschübe
Ein Flügelfell kann das Auge im Bereich der Wucherung röten, dauerhaft oder in Schüben. Während eines Schubs schwillt das Gewebe an, die Gefäße werden kräftiger und das Auge wirkt deutlich gerötet. Auslöser sind oft Sonne, Wind, Staub, Rauch oder trockene Luft. Französische Fachautoren betonen: Ein Flügelfell kann rot und schmerzhaft sein, auch wenn das Sehen noch ganz normal ist.
Anders als bei einer Bindehautentzündung beschränkt sich die Rötung meist auf das Dreieck und seine Umgebung. Das Auge verklebt nicht und sondert keinen Eiter ab. Eine dauerhafte Rötung, die trotz Tropfen nicht abklingt, ist einer der Gründe, eine Operation zu erwägen.
Trockenheit, Brennen, Jucken und Tränen
Viele Betroffene beschreiben ein trockenes, brennendes oder juckendes Auge. Dahinter steckt meist ein gestörter Tränenfilm, ähnlich wie beim trockenen Auge. Häufig liegt beides zugleich vor: Ein trockenes Auge begünstigt das Flügelfell, und das Flügelfell verstärkt die Trockenheit.
Paradox wirkt das Tränen: Das gereizte Auge schüttet reflexartig dünnflüssige Tränen aus, die den Tränenfilm aber nicht stabilisieren. In einer kubanischen Patientenserie gehörten Brennen, Tränen und Lichtscheu zu den häufigsten Beschwerden. Ein müdes, angestrengtes Gefühl beim Lesen oder am Bildschirm kommt hinzu.
Lichtempfindlichkeit
Lichtempfindlichkeit (Photophobie) tritt vor allem bei großen, stark entzündeten oder wiederkehrenden Flügelfellen auf. Sie entsteht, wenn auch die Oberfläche der Hornhaut neben dem Gewebe gereizt ist. Grelles Sonnenlicht und Blendung durch Wasser oder Schnee sind dann besonders unangenehm. Eine starke Lichtscheu mit Schmerzen ist für ein Flügelfell allein ungewöhnlich und sollte rasch abgeklärt werden.
Warum wird das Sehen unscharf?
Das Sehen wird meist unscharf, weil das Flügelfell an der Hornhaut zieht und sie verformt: Es entsteht eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Die Hornhaut ist die stärkste „Linse“ des Auges. Das Gewebe flacht sie in Richtung seiner Spitze ab. Je größer das Flügelfell, desto stärker die Verkrümmung.
Schon ein Flügelfell, das etwa 3 Millimeter über den Hornhautrand reicht, kann eine messbare Verkrümmung auslösen. Typisch ist, dass sich die Brillenwerte ändern, obwohl sonst nichts am Auge passiert ist. Bilder wirken verzogen, Linien verzerrt, Buchstaben schattig. Weil die Verkrümmung oft unregelmäßig ist, gleicht eine Brille sie häufig nur teilweise aus.
Ändert sich Ihre Brillenstärke innerhalb kurzer Zeit oder bessert eine neue Brille das Sehen kaum, sollten Sie das ansprechen. Eine Messung der Hornhaut zeigt, ob das Flügelfell dahintersteckt.
Was passiert, wenn das Flügelfell die Pupille erreicht?
Wächst das Flügelfell über die Hornhautmitte vor die Pupille, verdeckt es die Sehachse und das Sehen nimmt deutlich ab. Das Gewebe ist trüb und lässt kaum Licht durch. Im Extremfall blockiert es das Sehen dieses Auges weitgehend. In Mitteleuropa ist das selten.
Hat das Gewebe die Sehachse einmal bedeckt, bleibt oft eine Narbe in der Hornhaut zurück. Deshalb raten Augenärztinnen und Augenärzte zur Operation, bevor die Sehachse erreicht ist.
Doppelbilder und eingeschränkte Augenbewegung
Doppelbilder sind selten und kommen fast nur bei sehr großen oder mehrfach wiederkehrenden Flügelfellen vor. Das Gewebe kann mit dem Augapfel und der Lidinnenseite verwachsen (Symblepharon). Dann zieht es beim Blick zur Seite und das Auge kann sich nicht mehr frei bewegen. Die beiden Augen blicken nicht mehr genau auf denselben Punkt, und es entstehen Doppelbilder.
Ältere Lehrbücher nennen diese Form „malignes Pterygium“. Das Wort ist irreführend: Es bedeutet hier nicht Krebs, sondern einen besonders hartnäckigen, nach Operationen wiederkehrenden Verlauf.
Probleme mit Kontaktlinsen
Kontaktlinsen können mit einem Flügelfell unbequem werden oder schlecht sitzen. Der Rand der Linse reibt an der Erhebung, und die Hornhautverkrümmung verändert den Sitz. Manchmal ist das eines der ersten Zeichen, die Kontaktlinsenträgerinnen und -träger bemerken. Wer Linsen trägt und neu Reizungen am inneren Augenwinkel hat, sollte das prüfen lassen.
Stört das Aussehen?
Für viele Betroffene ist das Aussehen der wichtigste Grund, zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen. Ein gerötetes, fleischiges Dreieck im Auge fällt im Gespräch auf. Manche Menschen fühlen sich dadurch dauerhaft „krank“ angeschaut. Das ist eine verständliche Belastung und kann eine Operation rechtfertigen, auch wenn das Sehen noch gut ist.
Die Stocker-Linie: ein brauner Strich vor der Spitze
Bei einem lange bestehenden Flügelfell sieht man vor der Spitze oft eine feine bräunliche Linie in der Hornhaut, die Stocker-Linie. Sie besteht aus Eisenablagerungen in der obersten Hornhautschicht. Sie macht keine Beschwerden und ist harmlos. Für die Ärztin oder den Arzt ist sie ein Hinweis, dass das Flügelfell schon länger besteht.
Ein Auge oder beide Augen?
Ein Flügelfell kann ein Auge oder beide Augen betreffen; einseitige Fälle sind häufiger. Manchmal wächst es auf beiden Seiten desselben Auges, also nasal und schläfenseitig. Die Nasenseite ist deutlich häufiger betroffen als die Schläfenseite. Eine Veränderung außerhalb der Lidspalte, also oben oder unten am Hornhautrand, ist für ein Flügelfell untypisch und wird genauer untersucht.
Welche Zeichen treten früh auf, welche spät?
Früh überwiegen Reizung und Aussehen, spät das schlechtere Sehen.
| Stadium | Typische Zeichen |
|---|---|
| Früh | dünnes, fast durchsichtiges Häutchen am Hornhautrand; kaum Beschwerden; gelegentlich Fremdkörpergefühl, Trockenheit, Rötung nach Sonne oder Wind |
| Fortschreitend | dickeres, gefäßreiches Gewebe wächst sichtbar auf die Hornhaut; Entzündungsschübe; Kontaktlinsen sitzen schlechter; Brillenwerte ändern sich |
| Spät | unscharfes oder verzerrtes Sehen durch unregelmäßige Hornhautverkrümmung; Gewebe nahe oder vor der Pupille; Stocker-Linie |
| Selten | Doppelbilder und eingeschränkte Augenbewegung durch Verwachsungen, vor allem nach mehreren Rückfällen |
Was bemerken Angehörige?
Angehörige sehen meist zuerst einen weißlich-rosa, keilförmigen Fleck, der vom inneren Augenwinkel zur Hornhaut zieht. Oft fällt ihnen auch auf, dass das Auge an dieser Stelle häufiger gerötet ist als früher. Manche bemerken, dass sich die betroffene Person öfter die Augen reibt oder im Sonnenlicht blinzelt. Ein Foto im Abstand von einigen Monaten kann helfen zu erkennen, ob der Fleck wächst.
Gibt es das Flügelfell auch bei Kindern?
Bei Kindern ist das Flügelfell selten, weil es meist eine lange Sonnenbelastung voraussetzt. Am häufigsten beginnt es zwischen 20 und 50 Jahren. Bei Kindern, die in sehr sonnigen Regionen aufwachsen, kommt es dennoch vor. Eine indische Fallserie beschrieb 19 Kinder zwischen 2 und 15 Jahren mit einem Flügelfell. Die meisten von ihnen wurden ohne Operation beobachtet.
Das ist bei Kindern besonders wichtig: Ein unscharfes Bild auf einem Auge kann in den ersten Lebensjahren zu einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) führen, weil das Gehirn das Sehen mit diesem Auge nicht richtig lernt. Eine dreieckige Wucherung am Auge eines Kindes gehört deshalb zeitnah in augenärztliche Hände. Außerdem kommen bei Kindern andere, angeborene Veränderungen am Hornhautrand vor, etwa ein Dermoid, die ähnlich aussehen können.
Besonderheiten bei älteren Menschen
Mit dem Alter steigt die Zahl der Flügelfelle, weil sich die UV-Belastung über das Leben summiert. Bei älteren Menschen fällt ein Flügelfell oft erst bei einer augenärztlichen Untersuchung aus anderem Grund auf. Dann ist es nicht immer leicht zu sagen, ob schlechteres Sehen vom Flügelfell oder von einem beginnenden Grauen Star kommt; beides wird getrennt untersucht. Trockene Augen, die im Alter häufiger werden, verstärken die Beschwerden zusätzlich.
Wie unterscheiden sich die Beschwerden von einer Pinguecula?
Eine Pinguecula (Lidspaltenfleck) macht ähnliche Reizbeschwerden, verschlechtert aber nie das Sehen, weil sie nicht auf die Hornhaut wächst. Sie ist ein gelblich-weißes, leicht erhabenes Knötchen auf dem Augenweiß neben der Hornhaut. Sie entsteht ebenfalls durch Sonne und Wind und tritt oft zusammen mit einem Flügelfell auf, im selben oder im anderen Auge. Nach einigen Quellen geht ein Flügelfell häufig aus einer Pinguecula hervor.
| Merkmal | Pinguecula | Flügelfell (Pterygium) |
|---|---|---|
| Form | rundliches oder ovales Knötchen | Dreieck, Spitze zur Pupille |
| Farbe | gelblich-weiß, wenig Gefäße | weißlich bis rosa, deutliche Gefäße |
| Lage | auf dem Augenweiß, überschreitet den Hornhautrand nicht | wächst über den Hornhautrand auf die Hornhaut |
| Sehen | nicht beeinträchtigt | kann durch Verkrümmung oder Verdeckung unscharf werden |
| Behandlung | Tropfen; Entfernung selten nötig | Tropfen; Operation bei Wachstum oder Sehstörung |
Eine entzündete Pinguecula kann ebenfalls rot und schmerzhaft werden. Bei Problemen mit Kontaktlinsen oder anhaltender Entzündung wird auch sie behandelt.
Welche Zeichen deuten auf etwas anderes hin?
Bestimmte Merkmale passen nicht zu einem gewöhnlichen Flügelfell und sollten rasch augenärztlich abgeklärt werden. Dazu gehören:
- schnelles Wachstum innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten
- weiße, schuppige, verhornte Flecken auf der Oberfläche (Leukoplakie)
- neue braune oder schwarze Pigmentierung
- unregelmäßige, knotige oder raue Oberfläche, die nicht dreieckig ist
- auffällig dicke, geschlängelte Gefäße, die zur Veränderung ziehen
- Lage außerhalb der typischen Stelle an der Nasen- oder Schläfenseite der Hornhaut
- Blutungen aus der Veränderung
Hinter solchen Zeichen kann eine Zellveränderung der Augenoberfläche stecken, im Fachbegriff eine Plattenepithel-Neoplasie (OSSN), bis hin zu einem Bindehautkarzinom. Das ist selten, aber wichtig zu erkennen. Auch ein Pseudopterygium, also eine Narbe nach Verletzung, Verätzung oder Hornhautentzündung, kann ähnlich aussehen.
Welche Beschwerden sind nach einer Operation normal?
Nach der Operation sind Fremdkörpergefühl, Rötung, Tränen, leichte Lichtempfindlichkeit und etwas unscharfes Sehen für einige Tage bis Wochen normal. Das Fremdkörpergefühl lässt meist nach einigen Tagen bis zwei Wochen nach. Die Rötung ist anfangs oft stärker als vor der Operation und hält meist zwei bis vier Wochen an, gelegentlich bis zu drei Monate. Die Sehschärfe kann sich bis zu drei Monate lang noch verändern.
Nicht normal sind zunehmende statt abnehmende Schmerzen, wachsende Rötung und Schwellung, Eiter, deutlich schlechteres Sehen oder ein sichtbar verrutschtes Transplantat. Dann sollten Sie sich am selben Tag in der operierenden Klinik oder Praxis melden.
3 Ursachen und Risikofaktoren
In diesem Kapitel (8)
- Was ist die Hauptursache eines Flügelfells?
- Wie entsteht ein Flügelfell im Auge?
- Warum wächst es meist auf der Nasenseite?
- Wie häufig ist das Flügelfell?
- Wer ist besonders gefährdet?
- Spielen Hautfarbe, Augenfarbe und Erbanlagen eine Rolle?
- Welche weiteren Faktoren werden diskutiert?
- Hat ein Flügelfell etwas mit anderen Augenkrankheiten zu tun?
Was ist die Hauptursache eines Flügelfells?
Die Hauptursache ist ultraviolette Strahlung der Sonne, vor allem UV-B, die über viele Jahre auf das Auge trifft. Das zeigen mehrere Beobachtungen: Flügelfelle sind nahe dem Äquator am häufigsten. Sie betreffen vor allem Menschen, die viel im Freien sind. Und das Gewebe sieht unter dem Mikroskop ähnlich aus wie lichtgeschädigte Haut. Ganz geklärt ist die Entstehung trotzdem nicht, und niemand weiß genau, warum manche Menschen bei gleicher Belastung erkranken und andere nicht.
Wie entsteht ein Flügelfell im Auge?
Nach heutigem Verständnis schädigt UV-Licht die Stammzellen am Hornhautrand (Limbus), die normalerweise die Grenze zwischen Bindehaut und Hornhaut sichern. Fällt diese Grenze, kann Bindehautgewebe auf die Hornhaut vorwachsen. Dauerreize wie Wind, Staub und Trockenheit setzen zusätzlich entzündungsfördernde Botenstoffe und Wachstumsfaktoren frei. Es bilden sich neue Gefäße, Bindegewebszellen vermehren sich, und der normale programmierte Zelltod (Apoptose) ist gebremst.
Diskutiert werden außerdem UV-bedingte Veränderungen im Gen p53, das normalerweise die Zellteilung bremst, und oxidativer Stress. Unter dem Mikroskop zeigt sich abgebautes, verändertes Bindegewebe (Elastose). Die Bowman-Schicht, eine feine Schutzschicht der Hornhaut, wird unter dem Kopf des Flügelfells zerstört. Deshalb bleibt nach einer Entfernung oft eine kleine Narbe.
Warum wächst es meist auf der Nasenseite?
Das Flügelfell wächst meist nasal, weil seitlich einfallendes Sonnenlicht durch die Hornhaut gebrochen und genau auf den inneren Hornhautrand gebündelt wird. Der australische Augenarzt Minas Coroneo hat diesen Effekt beschrieben. Die Hornhaut wirkt dabei wie ein Brennglas. Laut einem Bericht in der Pharmazeutischen Zeitung kann sich das Licht an dieser Stelle bis auf das Zwanzigfache verstärken. Das erklärt auch, warum eine Sonnenbrille ohne Seitenschutz nur begrenzt schützt.
Wie häufig ist das Flügelfell?
Weltweit hat etwa jeder zehnte Erwachsene ein Flügelfell, in Mitteleuropa deutlich weniger. Eine Auswertung von 20 Bevölkerungsstudien mit rund 900.000 Teilnehmenden kam auf 10,2 Prozent. Eine spätere Übersicht nannte rund 12 Prozent. Die Werte schwanken je nach Region extrem.
Die Clínica Universidad de Navarra beschreibt einen „Pterygium-Gürtel“ beiderseits des Äquators:
| Geografische Breite | Ungefähre Häufigkeit |
|---|---|
| 0–30 Grad (Tropen, Subtropen) | über 10 % |
| 30–35 Grad | 5–10 % |
| 35–40 Grad | 2–5 % |
| über 40 Grad | etwa 2 % |
Deutschland und Österreich liegen zwischen etwa 46 und 55 Grad nördlicher Breite. Für Deutschland wird eine Häufigkeit von etwa 2 Prozent angegeben. In sehr sonnigen Regionen nahe dem Äquator fanden einzelne Studien dagegen ein Vielfaches davon. In Australien führt das Flügelfell zu zehntausenden Arztbesuchen im Jahr.
Wer ist besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind Menschen, die viele Jahre lang viel Zeit ungeschützt in der Sonne verbringen. Dazu zählen:
- Berufe im Freien: Landwirtschaft, Fischerei, Seefahrt, Bau, Straßenarbeit
- Wassersport: Surfen, Segeln, Angeln; Wasser spiegelt UV-Licht zusätzlich ins Auge
- Schnee und Hochgebirge: Schnee reflektiert UV-Licht stark, in der Höhe ist die Strahlung intensiver
- Leben in sonnigen, heißen, trockenen und windigen Regionen, auch längere Aufenthalte oder frühere Jahre in solchen Ländern
- Menschen mit trockenen Augen oder gestörtem Tränenfilm
- höheres Alter, weil sich die Belastung summiert
Männer sind häufiger betroffen als Frauen (in einer großen Auswertung Odds Ratio 2,32). Das liegt nach heutiger Einschätzung vor allem daran, dass Männer häufiger im Freien arbeiten. Auch viel Aktivität im Freien erhöhte das Risiko in derselben Auswertung deutlich. Ein australischer Experte schätzte sogar, dass die große Mehrheit der Profi-Surfer ein Flügelfell entwickelt.
Spielen Hautfarbe, Augenfarbe und Erbanlagen eine Rolle?
Ja, aber eine kleinere als die Sonnenbelastung. Französische und spanische Quellen nennen helle Haut und helle Augen als Risikofaktoren. Gleichzeitig ist das Flügelfell in vielen Regionen mit dunkelhäutiger Bevölkerung nahe dem Äquator sehr häufig.
Eine erbliche Veranlagung wird vermutet: Flügelfelle häufen sich in manchen Familien. Diskutiert werden Varianten in Genen für Gefäßwachstum (VEGF-A) und für die Zellteilungskontrolle.
Welche weiteren Faktoren werden diskutiert?
Diskutiert werden außerdem Viren, das Immunsystem und die Anatomie des Auges, belegt ist davon wenig. In einzelnen Studien fanden sich humane Papillomviren (HPV) oder Herpesviren im Gewebe. Auch allergieähnliche Immunreaktionen und ein Augenmuskelansatz nahe am Hornhautrand werden genannt. Für Rauchen und Alkohol fand sich in Übersichten kein klarer Zusammenhang.
Hat ein Flügelfell etwas mit anderen Augenkrankheiten zu tun?
Ein Flügelfell zeigt, dass die Augen viel Sonnenlicht abbekommen haben. Menschen mit Flügelfell haben deshalb vermutlich auch ein höheres Risiko für andere lichtbedingte Leiden, etwa Grauen Star, Hautkrebs am Lid und möglicherweise die altersabhängige Makuladegeneration. Ursache ist die gemeinsame Sonnenbelastung, nicht das Flügelfell selbst. Das ist ein guter Grund, die Augen ab sofort konsequent zu schützen.
Mit dem seltenen, angeborenen „Syndrom der multiplen Pterygien“ hat das Flügelfell am Auge nichts zu tun. Dort bezeichnet das Wort Hautfalten an Gelenken.
4 Diagnose
In diesem Kapitel (6)
Wie stellt die Augenärztin oder der Augenarzt ein Flügelfell fest?
Die Diagnose ist ein Blickbefund an der Spaltlampe, einem Mikroskop mit schmalem Lichtspalt. Damit sieht die Ärztin oder der Arzt Lage, Dicke, Gefäße und wie weit das Gewebe auf die Hornhaut reicht. Spezielle Tests sind meist nicht nötig. Eine Selbstdiagnose im Spiegel reicht dagegen nicht, weil andere Veränderungen ähnlich aussehen können.
Welche Untersuchungen gehören dazu?
Zur Grunduntersuchung gehören Sehschärfe, Brillenbestimmung und die Untersuchung des vorderen Augenabschnitts. Vor einer geplanten Operation kommen weitere Untersuchungen hinzu, die unter anderem EyeWiki, das Fachportal der American Academy of Ophthalmology, empfiehlt:
- Hornhauttopografie und Keratometrie: Messung der Hornhautwölbung; zeigt, wie stark und wie unregelmäßig die Verkrümmung ist
- Prüfung der Augenbeweglichkeit auf Verwachsungen
- Umklappen des Oberlids: zeigt, ob genug gesunde Bindehaut für ein Transplantat da ist
- Tränenfilmtests auf ein trockenes Auge
- Augeninnendruck, wichtig wegen der späteren Kortisontropfen
- Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille, um andere Ursachen für schlechtes Sehen auszuschließen
Mit Fluorescein, einem gelben Farbstoff, sieht man, ob die Hornhautoberfläche neben dem Flügelfell geschädigt ist.
Wie wird ein Wachstum erkannt?
Ein Wachstum erkennt man, indem die Ausdehnung auf der Hornhaut in Millimetern gemessen und bei späteren Kontrollen verglichen wird. Viele Praxen fotografieren den Befund zusätzlich. So lässt sich auch ein langsames Wachstum zuverlässig belegen. Ein dokumentiertes Wachstum ist einer der wichtigsten Gründe für eine Operation.
Wozu dient eine OCT-Aufnahme des vorderen Auges?
Die optische Kohärenztomografie (OCT) des vorderen Augenabschnitts erstellt ein Schnittbild der Augenoberfläche ohne Berührung. Sie hilft, ein Flügelfell von einem Oberflächentumor zu unterscheiden. Beim Flügelfell ist die oberste Zellschicht normal dünn, darunter liegt Narbengewebe. Bei einer Zellveränderung ist die Oberfläche verdickt, stark reflektierend und scharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt.
Warum wird das entfernte Gewebe untersucht?
Das entfernte Gewebe wird üblicherweise feingeweblich (histologisch) untersucht, um eine Zellveränderung oder einen Tumor sicher auszuschließen. In Untersuchungen fanden sich in entfernten Flügelfellen in etwa 1,7 Prozent (Südflorida) bis 9,8 Prozent (Australien) zusätzlich Vorstufen oder Formen einer Plattenepithel-Neoplasie. Das zeigt: Selten steckt mehr dahinter, und die Untersuchung ist sinnvoll. Bei verdächtigem Aussehen kann auch vor der Operation ein Abstrich (Zytologie) entnommen werden.
Mit welchen Erkrankungen kann ein Flügelfell verwechselt werden?
Ein Flügelfell kann mit mehreren anderen Veränderungen am Hornhautrand verwechselt werden. Die wichtigsten:
| Erkrankung | Was sie unterscheidet |
|---|---|
| Pinguecula (Lidspaltenfleck) | gelbliches Knötchen, bleibt auf dem Augenweiß, wächst nicht auf die Hornhaut |
| Pseudopterygium | Narbe nach Verletzung, Verätzung oder Entzündung; wächst oft schräg, haftet nur an der Spitze, unter dem Körper lässt sich eine Sonde durchführen |
| Plattenepithel-Neoplasie, Bindehautkarzinom | raue, knotige oder verhornte Oberfläche, nicht dreieckig, unregelmäßige Gefäße, schnelles Wachstum |
| Limbusdermoid | angeborene, gelblich-weiße Erhebung am Hornhautrand, meist schon bei Kindern sichtbar |
| Episkleritis | umschriebene Rötung unter der Bindehaut, gutartig, verschwindet von selbst, kehrt oft wieder |
| Bindehautzyste | dünnwandiges Bläschen mit klarer Flüssigkeit |
| Phlyktäne | entzündliches Knötchen am Hornhautrand, oft bei Kindern, im Zusammenhang mit einer Lidrandentzündung |
Seltener kommen Papillome, Lymphome, ein Kaposi-Sarkom oder Randerkrankungen der Hornhaut wie die Terrien-Degeneration infrage. Die Unterscheidung gehört in augenärztliche Hände.
5 Behandlung
In diesem Kapitel (13)
- Muss jedes Flügelfell behandelt werden?
- Welche Tropfen helfen?
- Wann wird operiert?
- Warum nicht einfach früh operieren?
- Wie läuft die Operation ab?
- Warum ist das Bindehauttransplantat der Standard?
- Kleber oder Naht?
- Was ist Mitomycin C und wann wird es eingesetzt?
- Welche anderen Verfahren gibt es?
- Welche Risiken hat die Operation?
- Wie verändert sich das Sehen durch die Operation?
- Wie geht es nach der Operation weiter?
- Zahlt die Krankenkasse die Operation?
Muss jedes Flügelfell behandelt werden?
Nein, ein kleines Flügelfell ohne Beschwerden und ohne Sehstörung muss nicht behandelt, sondern nur beobachtet werden. Sinnvoll sind Kontrollen etwa einmal jährlich, nach EyeWiki alle ein bis zwei Jahre, bei Wachstum häufiger. Dazu kommt konsequenter UV-Schutz. Wichtig zu wissen: Eine spätere Operation hat nach Angaben des Moorfields Eye Hospital in London keine schlechteren Erfolgsaussichten als eine frühe.
Welche Tropfen helfen?
Befeuchtende Tropfen lindern die meisten Beschwerden, entfernen das Flügelfell aber nicht. Die Möglichkeiten im Überblick:
- Tränenersatzmittel (künstliche Tränen) als Tropfen oder Gel, tagsüber; abends ggf. eine Salbe. Mehr dazu unter Tränenersatzmittel.
- Kortisonhaltige Tropfen oder Salben kurzzeitig bei einem Entzündungsschub. Nicht dauerhaft, weil Kortison den Augeninnendruck steigern und einen Grünen Star oder Grauen Star fördern kann.
- Gefäßverengende Tropfen nehmen die Rötung kurzfristig weg. Sie eignen sich nur für wenige Tage.
- Ciclosporin-Tropfen werden in französischen und spanischen Quellen bei begleitendem trockenem Auge genannt.
Gegen die Hornhautverkrümmung hilft eine Brille, solange die Verkrümmung regelmäßig genug ist. In manchen Fällen werden Kontaktlinsen zum Schutz eingesetzt. Ein Medikament, das ein Flügelfell zurückbildet, gibt es nicht.
Wann wird operiert?
Operiert wird, wenn das Flügelfell das Sehen bedroht oder bereits verschlechtert, nachweislich wächst oder trotz Tropfen dauerhaft Beschwerden macht. Fachautoren unterscheiden dringende von wählbaren Gründen:
| Klare Gründe für eine Operation | Gründe, die gemeinsam abgewogen werden |
|---|---|
| Gewebe nähert sich der Hornhautmitte oder bedeckt die Sehachse | kosmetische Störung |
| unscharfes oder verzerrtes Sehen durch Hornhautverkrümmung | wiederkehrende, stark störende Entzündungen |
| dokumentiertes Wachstum, besonders bei großem, aktivem Flügelfell | Probleme mit Kontaktlinsen |
| eingeschränkte Augenbeweglichkeit oder Doppelbilder | chronische Schmerzen am Auge |
| Verdacht auf eine andere, möglicherweise bösartige Veränderung | dauerhaft rotes Auge trotz Tropfen |
Feste Grenzwerte, etwa ab welcher Dioptrienzahl oder Millimeterzahl operiert werden muss, nennen weder deutsche noch internationale Quellen. Eine eigene Leitlinie der AWMF oder der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft zum Flügelfell ist uns nicht bekannt. Die französische Fachliteratur formuliert es deutlich: Eine Operation muss immer gut begründet sein. Der Grund ist die Rückfallgefahr.
Warum nicht einfach früh operieren?
Weil jede Operation ein Rückfallrisiko trägt und ein zurückkehrendes Flügelfell oft kräftiger wächst als das ursprüngliche. Eine zweite Operation ist schwieriger und hat geringere Erfolgsaussichten. Deshalb wird ein kleines, ruhiges Flügelfell nicht vorsorglich entfernt. Steht die Operation dagegen an, wählt man ein Verfahren mit möglichst geringem Rückfallrisiko.
Wie läuft die Operation ab?
Die Operation erfolgt meist ambulant in örtlicher Betäubung und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Das Auge wird mit Tropfen oder einer Spritze betäubt. Auf Wunsch gibt es ein Beruhigungsmittel über die Vene. Eine Vollnarkose ist nur bei komplizierten Fällen oder Rückfällen üblich.
- Das Flügelfell wird von Hornhaut und Lederhaut abgelöst und entfernt. Reste auf der Hornhaut werden glatt geschliffen.
- Unter dem Oberlid desselben Auges wird ein dünnes Stück gesunder Bindehaut entnommen, oft mit Zellen vom Hornhautrand (Limbus).
- Dieses Transplantat wird auf die freie Stelle gelegt und mit Gewebekleber (Fibrinkleber), feinen selbstauflösenden Fäden oder beidem befestigt.
- Das Auge erhält einen Verband, manchmal zusätzlich eine weiche Verbandskontaktlinse.
- Das entfernte Gewebe geht zur feingeweblichen Untersuchung ins Labor.
Blutverdünnende Medikamente sollten Sie nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt pausieren.
Warum ist das Bindehauttransplantat der Standard?
Das Transplantat aus eigener Bindehaut (konjunktivales Autotransplantat) senkt das Rückfallrisiko am stärksten und gilt international als Goldstandard. Früher ließ man die Stelle nach der Entfernung einfach offen („bare sclera“, nackte Lederhaut). Dabei kam das Flügelfell je nach Studie in 30 bis 50 Prozent, in manchen Serien bis zu 80 Prozent der Fälle zurück. Eine Auswertung randomisierter Studien im British Journal of Ophthalmology fand ohne Transplantat ein etwa sechsfach höheres Rückfallrisiko. Diese Technik gilt heute als nicht mehr akzeptabel.
Mit Transplantat liegen die Rückfallraten meist bei 5 bis 10 Prozent. In einer österreichischen Studie mit Bindehaut-Limbus-Transplantat kam das Flügelfell bei 2 von 64 Augen zurück (3,1 Prozent), bei Erstoperationen in 2 Prozent.
Kleber oder Naht?
Mit Fibrinkleber kommt das Flügelfell wahrscheinlich seltener zurück als mit Nähten, dafür löst sich das Transplantat etwas häufiger. Das zeigt ein Cochrane-Review mit 14 randomisierten Studien aus zehn Ländern. Das Rückfallrisiko war mit Kleber etwa halbiert (Risikoverhältnis 0,47): Von 100 Operierten mit Naht bekamen etwa 10 einen Rückfall, mit Kleber etwa 5 weniger. Komplikationen wie Ablösen oder Schrumpfen des Transplantats und Granulome traten mit Kleber dagegen etwa doppelt so oft auf.
Die Operation war mit Kleber im Mittel rund 17 Minuten kürzer, und Kleber verursacht weniger Fadenreiz. Die Sicherheit dieser Ergebnisse ist allerdings gering. Eine spanische Studie fand, dass sich das Transplantat vor allem bei Rückfall-Flügelfellen, breiten Flügelfellen und schwierigen Operationen ablöste. Welche Methode Ihre Klinik nutzt, hängt von Erfahrung und Befund ab.
Was ist Mitomycin C und wann wird es eingesetzt?
Mitomycin C ist ein Wirkstoff, der die Zellteilung hemmt und so das Wiederwachsen von Narbengewebe bremst. Er wird während der Operation kurz auf die freie Lederhaut aufgetragen, Konzentration und Einwirkzeit legt die Operateurin oder der Operateur fest. Eine spanische Übersicht nennt eine 0,04-prozentige Lösung für etwa eine Minute, andere Quellen geben abweichende Werte an. Danach wird gründlich gespült. Die Wirkung hält mehrere Wochen an.
Mitomycin C und das ähnliche 5-Fluorouracil senken die Rückfallrate deutlich. Sie können aber schwere Nebenwirkungen haben: verzögerte Wundheilung, Verdünnung oder „Einschmelzen“ von Lederhaut und Hornhaut, im Extremfall ein Loch im Augapfel, außerdem Sekundärglaukom, Hornhautödem und Grauer Star. Deshalb setzen britische Kliniken Mitomycin C nur gezielt ein: bei sehr großen, schnell wachsenden oder wiedergekehrten Flügelfellen. Für Erstoperationen genügt meist das Bindehauttransplantat allein.
Welche anderen Verfahren gibt es?
Für besondere Situationen gibt es Alternativen zum Bindehauttransplantat. Die wichtigsten:
- Amnionmembran: eine aufbereitete Eihaut aus der Plazenta, die als biologischer Verband dient. Sie wird gewählt, wenn die eigene Bindehaut geschont werden soll, etwa für eine mögliche spätere Glaukomoperation. Rückfälle sind damit häufiger als mit eigener Bindehaut.
- Anti-VEGF-Spritzen: Medikamente wie Bevacizumab hemmen das Gefäßwachstum. Unter die Bindehaut gespritzt, können sie ein Fortschreiten bremsen oder einen beginnenden Rückfall behandeln. Für diese Anwendung sind sie nicht zugelassen (Off-Label-Einsatz).
- Betabestrahlung: wird in der deutschen Fachliteratur als weitere Möglichkeit gegen Rückfälle genannt, spielt heute aber eine untergeordnete Rolle.
- Erweiterte Techniken: Spezialisierte Zentren entfernen zusätzlich mehr Bindegewebe unter der Bindehaut (Tenon-Gewebe) und erreichen damit in Einzelserien sehr niedrige Rückfallraten.
Welche Risiken hat die Operation?
Das wichtigste Risiko ist der Rückfall; schwere Komplikationen sind selten. Mögliche Probleme:
- Rückfall, meist innerhalb des ersten Jahres
- Nachblutung, Bluterguss unter der Bindehaut
- Infektion; mit Antibiotikatropfen selten, nach Angaben eines britischen Klinikums unter 1 von 1000
- Lösen, Verrutschen oder Schwellen des Transplantats, Granulom (gutartiges Knötchen aus Wundgewebe)
- Narbe in der Hornhaut, meist ohne Folgen für das Sehen; in der österreichischen Studie bei gut einem Viertel der Augen sichtbar
- bleibende leichte Hornhautverkrümmung
- Augendruckanstieg durch Kortisontropfen; deshalb wird der Druck kontrolliert
- sehr selten: Hornhautgeschwür, Hornhaut- oder Lederhautschmelze (vor allem mit Mitomycin C), Verletzung eines Augenmuskels mit Doppelbildern, Sehverlust (unter 1 von 1000)
Wie verändert sich das Sehen durch die Operation?
Meist verringert die Operation die Hornhautverkrümmung, die das Flügelfell verursacht hat. In der österreichischen Studie sank sie im Mittel von 1,6 auf 1,0 Dioptrien. Besonders bei großen Flügelfellen bessert sich das Sehen oft spürbar. Ein kleiner Rest kann bleiben, und die Brillenwerte ändern sich häufig, sodass nach einigen Wochen bis Monaten eine neue Brille nötig sein kann. War die Sehachse schon bedeckt, kann eine Narbe das Sehen dauerhaft begrenzen.
Wie geht es nach der Operation weiter?
Nach der Operation bleibt das Auge meist über Nacht verbunden, danach folgen einige Wochen Tropfen. Üblich sind Antibiotikatropfen für etwa ein bis zwei Wochen und Kortisontropfen über mehrere Wochen, je nach Klinik bis zu drei Monate. Den ersten Kontrolltermin legt die Klinik fest. In britischen Merkblättern liegt er nach etwa einer Woche oder nach drei bis vier Wochen. Weitere Kontrollen folgen nach einigen Monaten.
- Schmerzen in den ersten Tagen sind normal; kühle Kompressen und übliche Schmerzmittel helfen.
- Nicht reiben, vor allem in den ersten Wochen, damit das Transplantat nicht verrutscht.
- Kein Wasser, Staub oder Schmutz ins Auge; Schwimmen nach französischen Angaben erst nach etwa drei Wochen, Sport und Kontaktsport mindestens eine bis mehrere Wochen meiden.
- Arbeit: leichte Tätigkeiten oft nach wenigen Tagen; Arbeitsunfähigkeit meist ein bis zwei Wochen, bei staubiger Arbeit länger.
- Autofahren erst, wenn Sie wieder sicher sehen und die Ärztin oder der Arzt zustimmt; britische Kliniken raten in der ersten Woche davon ab.
- Verbandslinse herausgefallen: nicht selbst wieder einsetzen, sondern in der Klinik anrufen.
- UV-Schutz ab sofort konsequent, weil Sonnenlicht Rückfälle begünstigt.
Zahlt die Krankenkasse die Operation?
Ob die Krankenkasse zahlt, hängt vor allem davon ab, ob die Operation medizinisch begründet ist, etwa durch Sehstörung, Wachstum oder dauerhafte Beschwerden. Eine eigene, öffentlich zugängliche Regel speziell zum Flügelfell gibt es für Deutschland und Österreich nicht. Bei einem rein kosmetisch gewünschten Eingriff kann die Kostenfrage anders ausfallen. Klären Sie vor der Operation mit der Praxis und Ihrer Krankenkasse, wer die Kosten trägt, auch für Zusatzleistungen wie Gewebekleber. In Großbritannien ist die Operation eine Leistung des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS.
6 Verlauf und Prognose
In diesem Kapitel (6)
Wird ein Flügelfell immer größer?
Nicht unbedingt: Viele Flügelfelle bleiben über Jahre stabil, andere wachsen langsam zur Hornhautmitte. Vorhersagen lässt sich das im Einzelfall kaum. Dünne, blasse Flügelfelle wachsen meist langsamer als dicke, fleischige mit kräftigen Gefäßen. Anhaltende Entzündung und weitere Sonnenbelastung fördern das Wachstum.
Geht ein Flügelfell von allein weg?
Nein, ein Flügelfell bildet sich von selbst nicht zurück. Tropfen können Rötung und Schwellung lindern, sodass es kleiner wirkt. Das Gewebe auf der Hornhaut bleibt aber bestehen. Die einzige Behandlung, die es entfernt, ist die Operation.
Wie oft kommt ein Flügelfell nach der Operation zurück?
Wie oft ein Flügelfell zurückkommt, hängt vor allem vom Operationsverfahren ab. Die Zahlen aus den Quellen schwanken stark:
| Verfahren | Rückfallrate laut Quellen |
|---|---|
| Entfernung ohne Deckung („bare sclera“) | etwa 30–50 %, in Einzelserien bis 80 % |
| Bindehauttransplantat | meist 5–10 %; britische Merkblätter etwa 1 von 10; einzelne Studien 2–3 %, andere bis 30 % |
| Bindehauttransplantat mit Fibrinkleber | im Cochrane-Review etwa halb so oft wie mit Naht |
| Mitomycin C oder 5-Fluorouracil | senken das Risiko deutlich, bei höherem Nebenwirkungsrisiko |
Rund 97 Prozent der Rückfälle treten im ersten Jahr nach der Operation auf. Das Risiko ist höher bei jüngeren Menschen, großen und entzündeten Flügelfellen, bereits wiedergekehrten Flügelfellen, trockenen Augen und anhaltender Sonnen- und Staubbelastung. Einige Studien deuten darauf hin, dass Operationen im Sommer häufiger Rückfälle haben; gesichert ist das nicht.
Wie sind die Aussichten insgesamt?
Die Aussichten sind gut: Die meisten Flügelfelle machen keine ernsten Probleme, und nach einer Operation ist das Sehergebnis im Allgemeinen sehr gut. Begrenzt ist es vor allem dann, wenn das Gewebe die Sehachse schon bedeckt hatte und eine Narbe zurückbleibt. Ein Flügelfell ist gutartig und streut nicht. Es kann aber zurückkehren, deshalb bleiben Kontrollen und Sonnenschutz lebenslang wichtig.
Welche Folgen hat ein unbehandeltes großes Flügelfell?
Ein unbehandeltes großes Flügelfell kann zu einer starken, unregelmäßigen Hornhautverkrümmung und zu Sehverlust führen. Bedeckt es die Sehachse, sieht das Auge nur noch verschwommen. Bei Verwachsungen sind Doppelbilder und eine eingeschränkte Augenbewegung möglich. Bei Kindern droht zusätzlich eine Schwachsichtigkeit. Diese Folgen lassen sich durch Kontrollen und eine rechtzeitige Operation meist vermeiden.
Was ist bei einer späteren Grauer-Star-Operation zu beachten?
Ein größeres Flügelfell wird oft vor der Grauer-Star-Operation entfernt, weil es die Messung der Hornhaut verfälscht. Nach dieser Messung wird die Stärke der Kunstlinse berechnet. Nach einigen Monaten hat sich die Hornhaut stabilisiert und kann neu vermessen werden. Eine Studie aus dem Jahr 2025 empfiehlt, mindestens sechs Monate zu warten. Erst dann folgt die Operation des Grauen Stars. Das gilt ebenso vor einer Laserbehandlung zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit.
7 Vorbeugung
In diesem Kapitel (6)
Kann man einem Flügelfell vorbeugen?
Ja, der wirksamste Schutz ist, die Augen ein Leben lang vor UV-Licht zu schützen. Das senkt das Risiko, ein Flügelfell zu bekommen, und kann das Wachstum eines bestehenden bremsen. Nach einer Operation ist es der wichtigste Beitrag, den Sie selbst gegen einen Rückfall leisten können.
Welche Sonnenbrille schützt richtig?
Am besten schützt eine Sonnenbrille mit vollem UV-Filter, die seitlich eng anliegt oder um das Gesicht herumgreift. Achten Sie auf die Kennzeichnung „UV 400“ oder „100 % UV-Schutz“ und in der EU auf das CE-Zeichen. Die Tönung allein sagt nichts über den UV-Schutz. Wichtig ist der Seitenschutz, weil das gefährliche Licht oft schräg von der Seite einfällt und im Auge gebündelt wird. Ein Fachmann brachte es in der Pharmazeutischen Zeitung so auf den Punkt: Wenn man das Auge unter der Sonnenbrille von der Seite sehen kann, ist sie nutzlos.
Brillenträgerinnen und Brillenträger können Gläser mit UV-Filter oder selbsttönende (photochrome) Gläser wählen. Viele moderne Kunststoffgläser filtern UV-Licht bereits, fragen Sie im Fachgeschäft für Augenoptik nach.
Was hilft außer der Sonnenbrille?
Ein Hut oder eine Kappe mit breiter Krempe hält zusätzlich einen großen Teil der Strahlung von oben ab. Sinnvoll sind außerdem:
- Schutzbrille bei Wind, Staub, Sand und Arbeiten mit Schleifstaub oder Spänen
- befeuchtende Tropfen in trockener Luft, im Flugzeug, in klimatisierten Räumen und bei Bildschirmarbeit
- ein trockenes Auge behandeln lassen, weil es Reizung und Wachstum begünstigt
- die Mittagssonne meiden, wo es möglich ist
Wann ist der Schutz besonders wichtig?
Besonders wichtig ist der Schutz überall dort, wo viel UV-Licht auf die Augen trifft oder reflektiert wird. Dazu gehören:
- am und auf dem Wasser, beim Segeln, Surfen, Angeln und am Strand
- im Schnee und im Hochgebirge, beim Skifahren und Bergwandern
- bei Arbeit im Freien, in der Landwirtschaft und auf dem Bau
- auf Reisen und bei längeren Aufenthalten in Sonnenländern, in Wüstenregionen und in Äquatornähe
Für Menschen aus Deutschland und Österreich ist das ein häufiger Weg zum Flügelfell: lange Urlaube, Auslandsjahre oder ein Zweitwohnsitz im Süden, Segeln oder Wintersport ohne konsequenten Augenschutz.
Sollten auch Kinder eine Sonnenbrille tragen?
Ja, auch Kinderaugen sollten vor starker Sonne geschützt werden, besonders am Wasser, im Schnee und in südlichen Ländern. Die UV-Belastung summiert sich über das ganze Leben, und Kinder sind viel im Freien. Kinder-Sonnenbrillen sollten denselben UV-Schutz bieten wie die von Erwachsenen und gut sitzen. Ein Sonnenhut oder eine Kappe mit Schirm ergänzt den Schutz.
Wie oft sollte ein Flügelfell kontrolliert werden?
Ein bekanntes Flügelfell sollte etwa einmal im Jahr augenärztlich kontrolliert werden, bei Wachstum oder Beschwerden früher. Nach einer Operation folgen die vereinbarten Kontrollen, vor allem im ersten Jahr, in dem fast alle Rückfälle auftreten. Ein Foto mit dem Handy in regelmäßigen Abständen kann Ihnen selbst helfen, Veränderungen zu bemerken. Auch eine Pinguecula profitiert von denselben Schutzmaßnahmen.
8 Wann sofort zum Arzt?
In diesem Kapitel (3)
Ein Flügelfell ist kein Notfall. Französische Fachautoren sprechen von einer Überweisung zur Augenärztin oder zum Augenarzt „ohne Dringlichkeit“. Bestimmte Beschwerden deuten aber auf etwas anderes hin oder auf eine Komplikation nach der Operation. Allgemeine Warnzeichen am Auge finden Sie unter Notfall am Auge.
Sofort zur Augenärztin, zum Augenarzt oder in die Augenklinik
Sofort, auch nachts oder am Wochenende, sollten Sie bei folgenden Zeichen handeln:
- plötzlicher Sehverlust oder plötzlich deutlich schlechteres Sehen
- starke Augenschmerzen, besonders mit Lichtscheu, Übelkeit oder Kopfschmerzen
- nach einer Flügelfell-Operation: zunehmende statt abnehmende Schmerzen, wachsende Rötung und Schwellung, Eiter, schlechter werdendes Sehen; das kann eine Infektion oder ein Problem mit dem Transplantat sein
- Kontaktlinsenträger mit rotem, schmerzendem Auge und Lichtscheu (Verdacht auf Hornhautentzündung)
- Verletzung, Verätzung oder Fremdkörper im Auge
Innerhalb weniger Tage
Innerhalb weniger Tage sollten Sie einen Termin bekommen, wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- ein Fleck am Auge, der innerhalb von Wochen sichtbar wächst
- neue Pigmentierung, weiße verhornte Stellen, Knoten, Blutungen oder eine raue Oberfläche
- Rötung oder Reizung, die trotz Tropfen nicht abklingt
- nach der Operation: Transplantat sieht verrutscht aus oder die Verbandslinse ist herausgefallen
- eine dreieckige Wucherung am Auge eines Kindes
Routinemäßig, mit Termin
Ein regulärer Termin genügt in diesen Fällen:
- ein neu entdecktes, beschwerdefreies Dreieck am inneren Augenwinkel
- langsam veränderte Brillenwerte, Kontaktlinsen sitzen schlechter
- Wunsch nach Entfernung aus kosmetischen Gründen
- jährliche Kontrolle eines bekannten Flügelfells
9 Häufige Fragen
Ist ein Flügelfell gefährlich?
Nein, ein Flügelfell ist gutartig und meist harmlos. Gefährlich für das Sehen wird es nur, wenn es weit auf die Hornhaut wächst und sie verkrümmt oder die Pupille bedeckt. Mit regelmäßigen Kontrollen lässt sich das rechtzeitig erkennen.
Ist ein Flügelfell Krebs?
Nein, ein Flügelfell ist kein Krebs und streut nicht. Selten sieht eine bösartige Veränderung der Augenoberfläche ähnlich aus oder liegt zusätzlich vor. Deshalb sollte jede neue Wucherung am Auge einmal augenärztlich angesehen werden, und entferntes Gewebe wird im Labor untersucht.
Geht ein Flügelfell mit Augentropfen weg?
Nein, Tropfen lindern nur Trockenheit, Rötung und Reizung. Das Gewebe selbst verschwindet dadurch nicht. Entfernen lässt es sich nur durch eine Operation.
Wann muss ein Flügelfell operiert werden?
Operiert wird, wenn das Flügelfell auf die Sehachse zuwächst, das Sehen durch eine Hornhautverkrümmung verschlechtert, nachweislich wächst oder trotz Tropfen dauerhaft Beschwerden macht. Auch ein starker kosmetischer Leidensdruck kann ein Grund sein. Ein kleines, ruhiges Flügelfell wird nur beobachtet.
Kommt ein Flügelfell nach der Operation wieder?
Das ist möglich, mit modernem Bindehauttransplantat aber selten: meist in etwa 5 bis 10 von 100 Fällen. Ohne Transplantat sind es 30 Prozent und mehr. Fast alle Rückfälle zeigen sich im ersten Jahr. Konsequenter UV-Schutz senkt das Risiko.
Tut die Flügelfell-Operation weh?
Während der Operation spüren Sie dank örtlicher Betäubung keine Schmerzen, nur Berührung und Druck. In den ersten Tagen danach sind Schmerzen und Fremdkörpergefühl normal. Kühle Kompressen und übliche Schmerzmittel helfen meist gut.
Wie lange ist das Auge nach der Operation rot?
Meist zwei bis vier Wochen, manchmal bis zu drei Monate. Anfangs ist das Auge oft röter als vor der Operation. Nimmt die Rötung zu statt ab oder kommen Schmerzen und schlechteres Sehen dazu, melden Sie sich umgehend.
Wie lange bin ich nach einer Flügelfell-OP arbeitsunfähig?
Meist ein bis zwei Wochen, bei staubiger Arbeit oder Arbeit im Freien länger. Leichte Tätigkeiten sind oft schon nach wenigen Tagen möglich. Schwimmen und Kontaktsport sollten Sie mehrere Wochen meiden.
Was ist der Unterschied zwischen Flügelfell und Pinguecula?
Eine Pinguecula ist ein gelbliches Knötchen auf dem Augenweiß, das nicht auf die Hornhaut wächst und das Sehen nicht stört. Ein Flügelfell wächst als Dreieck über den Hornhautrand auf die Hornhaut. Beide entstehen durch Sonne und Wind und kommen oft gemeinsam vor.
Warum habe ich ein Flügelfell bekommen, obwohl ich in Deutschland lebe?
Auch in Mitteleuropa summiert sich UV-Licht über die Jahre, besonders bei Arbeit im Freien, am Wasser, im Schnee oder bei langen Aufenthalten in Sonnenländern. Trockene Augen, Wind und Staub kommen hinzu. In Deutschland haben etwa 2 von 100 Menschen ein Flügelfell.
Kann ein Flügelfell blind machen?
Erblinden ist sehr selten. Ein sehr großes Flügelfell kann das Sehen eines Auges aber stark mindern, wenn es die Pupille bedeckt oder eine Narbe hinterlässt. Eine rechtzeitige Operation verhindert das in aller Regel.
Wie schütze ich mich vor einem Flügelfell?
Mit einer Sonnenbrille mit vollem UV-Filter und gutem Seitenschutz, einem Hut mit Krempe und Schutz vor Wind und Staub. Befeuchtende Tropfen helfen bei trockenen Augen. Das gilt besonders nach einer Operation, um einem Rückfall vorzubeugen.
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Quellen
Dieser Artikel wurde aus Fachquellen in 4 Sprachen recherchiert (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) und auf Deutsch zusammengefasst.
Alle 33 Quellen anzeigen
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- Pinguecula und Pterygium (Profi-Ausgabe) – MSD Manual (DE)
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- Pterygium (Auge) – DocCheck Flexikon (DE)
- Pterygium: Augenschaden durch zu viel Sonne – Pharmazeutische Zeitung 41/2016 (DE)
- Das chirurgische Verfahren zur Behandlung des Pterygiums mit einem autologen Konjunktiva-Limbus-Transplantat (Emesz et al.) – Spektrum der Augenheilkunde 3/2013 (DE)
- Ergebnisse der Pterygiumchirurgie nach verschiedenen Operationstechniken – Ist die Exzision mit einfachem Bindehautverschluss noch lege artis? (Eisenmann et al.) – Der Ophthalmologe 117 (2020), online 2019 (DE)
- Pterygium: Pathogenese, Diagnose und Therapie (Rokohl, Heindl, Cursiefen) – Der Ophthalmologe 118 (2021) (DE)
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- Pterigión: clínica, diagnóstico y tratamiento (Sánchez Jiménez) – Revista Electrónica de PortalesMedicos.com (ES)
- Resultados en el tratamiento quirúrgico del pterigion primario y recidivante (Sanz Pérez et al., Camagüey) – Revista Archivo Médico de Camagüey (ES)
- Childhood pterygium: a descriptive study of 19 cases presented to a tertiary eye care center (Monga et al.) – American Journal of Ophthalmology 2012 (EN)
- Intraocular Lens Power and Corneal Topographic Change After Pterygium Surgery (Anutarapongpan et al.) – American Journal of Ophthalmology 2025 (EN)
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden haben, lassen Sie sich von einer Augenärztin oder einem Augenarzt untersuchen. Mehr zum Haftungsausschluss