Verletzungen und Notfälle
Verätzungen, Prellungen, Fremdkörper und andere Notfälle am Auge.
- Fremdkörper im AugeEin Fremdkörper im Auge ist ein Staubkorn, Insekt, Holz- oder Metallsplitter, der auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder unter dem Lid haftet. Meist ist er harmlos und schnell entfernt; Metallsplitter vom Schleifen und Hämmern gehören aber noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt, ein eingedrungener Fremdkörper ist ein Notfall.
- Prellung des AugesEine Prellung des Auges (Contusio bulbi) entsteht durch stumpfe Gewalt, etwa durch einen Ball, eine Faust oder einen Sektkorken, meist ohne dass der Augapfel aufreißt. Hinter einem harmlos wirkenden blauen Auge können Blut im Auge, Netzhautschäden oder ein Bruch der Augenhöhle stecken; deshalb gehört jede Prellung mit Sehstörung, Doppelbildern oder starken Schmerzen sofort in augenärztliche Hände.
- Verätzung des AugesEine Verätzung des Auges entsteht, wenn eine Lauge oder Säure ins Auge gelangt, etwa Reiniger, Kalk, Zement oder Batteriesäure. Sie ist immer ein Notfall: Sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen, die Lider dabei weit aufhalten, den Notruf wählen und in die Augenklinik.
- VerblitzungEine Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Schneeblindheit) ist ein Sonnenbrand der Hornhaut durch ungeschützte UV-Strahlung, etwa beim Schweißen, auf Schnee und Gletscher oder im Solarium. Typisch sind starke Schmerzen, Sandgefühl und Lichtscheu, die erst 6 bis 12 Stunden später einsetzen und meist nach 1 bis 2 Tagen folgenlos abheilen.
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- Akuter Glaukomanfall Beim akuten Glaukomanfall verschließt sich plötzlich der Abflussweg des Kammerwassers, und der Augeninnendruck steigt binnen Stunden stark an. Das führt zu heftigen Augen- und Kopfschmerzen, einem roten Auge, Sehverschlechterung und oft Übelkeit – ein Notfall, der sofort augenärztlich behandelt werden muss, weil sonst bleibender Sehverlust droht.
- Arterienverschluss der Netzhaut Beim Arterienverschluss der Netzhaut, auch Augeninfarkt genannt, verstopft eine Schlagader im Auge, meist durch ein verschlepptes Gerinnsel; das Sehen auf einem Auge fällt innerhalb von Sekunden und ohne Schmerzen ganz oder teilweise aus. Er ist ein Notfall wie ein Schlaganfall: Rufen Sie sofort den Notruf (112, in Österreich 144), denn danach ist auch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt stark erhöht.
- Blutung unter der Bindehaut Eine Blutung unter der Bindehaut (Hyposphagma) ist ein scharf begrenzter, leuchtend roter Fleck auf dem Weißen des Auges, der entsteht, wenn ein feines Äderchen unter der Bindehaut reißt. Sie sieht erschreckend aus, ist aber fast immer harmlos, schmerzt nicht, stört das Sehen nicht und verschwindet meist innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst.
- Durchblutungsstörung des Sehnervs Bei einer Durchblutungsstörung des Sehnervs (anteriore ischämische Optikusneuropathie, AION) bekommt der Sehnervenkopf zu wenig Blut; das Sehen auf einem Auge verschlechtert sich plötzlich und meist schmerzlos, oft bemerkt beim Aufwachen. Sie betrifft vor allem Menschen ab 50 und muss sofort augenärztlich abgeklärt werden, weil hinter ihr eine Riesenzellarteriitis stecken kann, die ohne Kortison innerhalb von Tagen auch das zweite Auge bedroht.
- Endophthalmitis Die Endophthalmitis ist eine seltene, aber sehr ernste Infektion im Inneren des Auges, meist wenige Tage nach einer Augenoperation, einer Spritze ins Auge oder einer Verletzung. Zunehmende Schmerzen, ein rotes Auge und schlechteres Sehen sind ein Notfall: Je schneller Antibiotika ins Auge gelangen, desto besser sind die Chancen für das Sehvermögen.
- Entzündung der Augenhöhle Die Orbitaphlegmone ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes hinter dem Auge, die meist von einer Nasennebenhöhlenentzündung ausgeht und vor allem Kinder trifft. Ein geschwollenes Lid zusammen mit Fieber, Schmerzen bei Augenbewegungen, Doppelbildern oder einem hervortretenden Auge ist ein Notfall, der sofort ins Krankenhaus gehört.
- Glaskörperblutung Bei einer Glaskörperblutung gelangt Blut aus Gefäßen der Netzhaut in den klaren Glaskörper des Auges, meist durch diabetische Gefäßneubildungen, einen Netzhautriss oder eine Verletzung. Typisch sind ein plötzlicher, schmerzloser „Rußregen“ oder ein roter Schleier an einem Auge; das muss noch am selben Tag augenärztlich abgeklärt werden, weil sich dahinter eine Netzhautablösung verbergen kann.
- Hornhautentzündung Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine meist durch Bakterien, Viren, Pilze oder Akanthamöben verursachte Entzündung der Hornhaut, die Schmerzen, Lichtscheu und verschwommenes Sehen auslöst. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger; sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil sonst Narben und bleibender Sehverlust drohen.
- Hornhautverletzung Eine Hornhautverletzung (Erosio corneae) ist ein Kratzer oder eine Schürfung der obersten Zellschicht der Hornhaut, etwa durch einen Fingernagel, einen Ast oder eine Kontaktlinse. Sie tut sehr weh, heilt mit richtiger Behandlung aber meist innerhalb weniger Tage folgenlos ab.
- Netzhautablösung Bei einer Netzhautablösung löst sich die lichtempfindliche Netzhaut von der Augenwand; das ist ein augenärztlicher Notfall, der unbehandelt zur Erblindung des Auges führt. Lichtblitze, plötzlich viele neue schwarze Punkte (Rußregen) oder ein Schatten im Gesichtsfeld sind die Warnzeichen, bei denen Sie noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt sollten.