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Glaskörper

Glaskörperblutung (Hämophthalmus)

Bei einer Glaskörperblutung gelangt Blut aus Gefäßen der Netzhaut in den klaren Glaskörper des Auges, meist durch diabetische Gefäßneubildungen, einen Netzhautriss oder eine Verletzung. Typisch sind ein plötzlicher, schmerzloser „Rußregen“ oder ein roter Schleier an einem Auge; das muss noch am selben Tag augenärztlich abgeklärt werden, weil sich dahinter eine Netzhautablösung verbergen kann.

Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 40 Minuten · 27 Quellen in 4 Sprachen

Notfall: Bei plötzlichem Rußregen, rotem Schleier oder Sehverlust noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt bzw. in die Augenambulanz – nicht selbst Auto fahren. Wann sofort zum Arzt?

1 Kurzübersicht

Eine Glaskörperblutung (Fachbegriff: Hämophthalmus, englisch vitreous hemorrhage) ist Blut im Glaskörper. Der Glaskörper ist das klare, gelartige Gewebe, das den hinteren Teil des Auges zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt. Er besteht zu etwa 98 bis 99 Prozent aus Wasser und macht rund zwei Drittel des Augenvolumens aus. Normalerweise lässt er das Licht ungehindert zur Netzhaut durch.

Der Glaskörper hat keine eigenen Blutgefäße. Das Blut stammt deshalb fast immer aus der Netzhaut, seltener aus der Aderhaut oder aus einer Verletzung der Augenwand. Eine Glaskörperblutung ist also keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen: Irgendwo im Auge hat ein Gefäß geblutet. Die wichtigste Frage ist deshalb immer, warum es geblutet hat.

Die drei häufigsten Ursachen sind krankhaft neu gebildete Gefäße bei fortgeschrittener diabetischer Retinopathie, ein Netzhautriss bei einer Glaskörperabhebung und Verletzungen des Auges. Zusammen erklären sie je nach Studie etwa 60 bis 90 Prozent aller Fälle. Seltener stecken ein Venenverschluss, eine Makuladegeneration, eine Gefäßaussackung oder eine Hirnblutung (Terson-Syndrom) dahinter.

Typisch ist eine plötzliche, schmerzlose Sehstörung an einem Auge: Viele Betroffene sehen einen „Rußregen“, schwarze Punkte, Fäden oder Spinnweben, einen rötlichen Schleier oder bei starker Blutung fast nichts mehr. Weil hinter dem Blut eine Netzhautablösung liegen kann, gehört jede solche Sehstörung noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt.

Wenn die Netzhaut anliegt, darf man oft abwarten: Das Blut wird langsam abgebaut, bei leichten Blutungen meist innerhalb von Wochen bis etwa drei Monaten. Daneben wird die Ursache behandelt, zum Beispiel mit Laser oder Spritzen ins Auge. Löst sich die Netzhaut ab, klärt sich das Blut nicht oder blutet es immer wieder, wird der Glaskörper operativ entfernt (Vitrektomie). Die Aussichten hängen weniger von der Blutmenge als von der Ursache und vom Zustand der Netzhaut ab.

2 Symptome

In diesem Kapitel (19)

Wie macht sich eine Glaskörperblutung bemerkbar?

Eine Glaskörperblutung zeigt sich meist durch plötzlich auftretende dunkle Punkte, Schlieren oder einen Schleier vor einem Auge, oft zusammen mit einer Sehverschlechterung, und sie tut in der Regel nicht weh. Die Beschwerden beginnen innerhalb von Sekunden bis Minuten oder nehmen über einige Stunden zu. Viele Menschen bemerken die Blutung beim Aufwachen oder wenn sie das gesunde Auge zuhalten. Wie stark die Sicht leidet, hängt von der Menge, der Lage und der Dichte des Blutes ab.

Das Spektrum ist breit: Manche sehen nur ein paar neue bewegliche Flecken bei sonst normaler Sehschärfe. Andere erkennen von einem Moment auf den anderen nur noch Hell und Dunkel. Zwischen diesen Extremen gibt es alle Übergänge.

Der typische „Rußregen“

Das bekannteste Zeichen ist der sogenannte Rußregen: viele kleine, dunkle Punkte, die wie Rußflocken oder ein Mückenschwarm vor dem Auge herabrieseln. Das Bild wird in deutschen, österreichischen und französischen Quellen gleich beschrieben (französisch „pluie de suie“). Die Punkte sind einzelne Blutkörperchen oder kleine Blutklümpchen im Glaskörper, die bei jeder Augenbewegung mitschwingen. Oft wird das Sehen danach innerhalb kurzer Zeit schlechter, weil sich das Blut im Glaskörper verteilt.

Betroffene beschreiben die Erscheinungen sehr unterschiedlich, zum Beispiel als:

  • schwarze oder dunkelrote Punkte, Flecken oder Flocken
  • Fäden, Schlieren, „Spinnweben“ oder Kringel
  • einen Schwarm, der wie Mücken oder Schneegestöber wirkt
  • dunkle Streifen oder Striche, die sich beim Blick zur Seite bewegen
  • bewegliche Schatten, die über das Bild ziehen

Sieht man bei einer Glaskörperblutung rot?

Ja, viele Betroffene sehen alles leicht rötlich oder bräunlich verfärbt, als läge ein roter Schleier oder eine getönte Folie vor dem Auge. Diese Rotfärbung ist ein recht typischer Hinweis darauf, dass tatsächlich Blut im Glaskörper ist und nicht nur harmlose Glaskörpertrübungen. Bei einer dichten Blutung kann die Sicht ganz rot oder ganz schwarz erscheinen. Der rote Farbton fehlt allerdings oft, deshalb schließt sein Fehlen eine Blutung nicht aus.

Wie stark ist die Sehverschlechterung?

Die Sehverschlechterung reicht von kaum spürbar bis zum fast vollständigen Sehverlust auf dem betroffenen Auge. Fachleute und Patientenportale unterscheiden grob drei Stufen. Diese Einteilung ist keine offizielle Klassifikation, hilft aber beim Einordnen.

AusmaßWas Betroffene bemerkenSehschärfe
Leichte Blutungneue Punkte, Fäden, Spinnweben, leichter Dunst, manchmal rötlicher Farbstichoft kaum oder gar nicht vermindert
Mittlere BlutungNebel oder Schleier, verschwommenes Bild, dunkle Streifen, blinde Flecken (Skotome)deutlich vermindert, Lesen schwierig
Starke (dichte) BlutungBild rot, braun oder schwarz, nur noch Umrisse, Handbewegungen oder Hell und Dunkelstark herabgesetzt bis nahezu blind auf diesem Auge

Schon relativ wenig Blut kann ausreichen, dass nur noch grobe Handbewegungen erkannt werden, wenn es direkt in der Sehachse liegt. Umgekehrt kann eine größere Blutung, die seitlich liegt, die Sehschärfe kaum beeinträchtigen und nur einen Teil des Gesichtsfelds verschatten. Die gemessene Sehschärfe sagt also wenig darüber aus, wie viel Blut im Auge ist.

Gesichtsfeldausfälle und blinde Flecken

Eine Glaskörperblutung kann Teile des Gesichtsfelds verdunkeln, ohne dass die zentrale Sehschärfe sinkt. Betroffene bemerken dann zum Beispiel, dass die untere oder obere Hälfte des Bildes trüb ist, oder dass an einer Stelle ein dunkler Fleck steht. Solche Ausfälle können wandern, weil sich das Blut im flüssigen Anteil des Glaskörpers bewegt. Ein Schatten, der wie ein Vorhang vom Rand her langsam größer wird, ist dagegen ein Warnzeichen für eine Netzhautablösung und muss sofort abgeklärt werden.

Warum ist das Sehen morgens oft schlechter?

Das Sehen ist morgens häufig am schlechtesten, weil sich das Blut über Nacht im Liegen hinten im Auge vor der Netzhautmitte (Makula) absetzt. Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens. Nach dem Aufstehen sinkt das Blut durch die Schwerkraft langsam nach unten in den Glaskörper ab. Deshalb wird die Sicht im Laufe des Vormittags oft etwas klarer.

Dieses Muster kennen viele Betroffene: Morgens ist alles grau oder rot, nachmittags lässt sich wieder ein wenig lesen. Es ist kein Zeichen für eine neue Blutung, sondern typisch für die Lageabhängigkeit. Aus demselben Grund raten Augenärzte oft, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen.

Tut eine Glaskörperblutung weh?

Nein, eine Glaskörperblutung ist in aller Regel schmerzlos. Das Auge ist meist auch nicht gerötet und sieht von außen völlig normal aus. Gerade deshalb unterschätzen manche Betroffene die Lage und warten zu lange. Eine französische Patienteninformation betont ausdrücklich: Das Fehlen von Schmerzen schließt eine ernste Schädigung der Netzhaut nicht aus.

Schmerzen, ein rotes Auge, Lichtscheu oder Kopfschmerzen passen nicht zur einfachen Glaskörperblutung. Sie sprechen für eine Verletzung, einen stark erhöhten Augeninnendruck, eine Entzündung im Auge oder eine andere Ursache. Auch das gehört sofort zur Augenärztin oder zum Augenarzt.

Sind beide Augen betroffen?

Meist ist nur ein Auge betroffen. Beidseitige Glaskörperblutungen kommen vor allem bei fortgeschrittener diabetischer Retinopathie an beiden Augen, beim Terson-Syndrom nach einer Hirnblutung und bei Säuglingen nach einem Schütteltrauma vor. Eine plötzliche Sehverschlechterung an beiden Augen hat allerdings häufiger andere Ursachen, etwa im Gehirn oder Kreislauf. Auch sie ist ein Notfall.

Lichtblitze als Begleitzeichen

Lichtblitze (Photopsien) treten nicht durch das Blut selbst auf, sondern durch Zug des Glaskörpers an der Netzhaut. Sie sind deshalb ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Blutung durch eine Glaskörperabhebung mit möglichem Netzhautriss entstanden ist. Typisch sind kurze, helle Blitze oder Bögen am Rand des Gesichtsfelds, vor allem im Dunkeln und bei schnellen Augenbewegungen.

Häufig verläuft die Reihenfolge so: Zuerst kommen über Stunden oder Tage Lichtblitze oder einzelne neue Flusen, dann plötzlich ein Schauer aus vielen dunklen Punkten, wenn beim Einreißen der Netzhaut ein kleines Gefäß mitreißt. Wer Blitze und Rußregen zusammen bemerkt, sollte besonders rasch handeln.

Wie unterscheiden sich Blutung und harmlose Mouches volantes?

Harmlose Mouches volantes sind meist seit Langem vorhanden, wenige, blass, gleichbleibend, und das Sehen ist ansonsten normal. Eine Glaskörperblutung kommt dagegen plötzlich, mit vielen neuen, eher dunklen Punkten, oft mit Schleier, Rotstich oder Sehverschlechterung. Die Grenze ist für Laien nicht sicher zu ziehen. Selbst Fachleute erkennen den Unterschied erst bei der Untersuchung mit erweiterter Pupille.

MerkmalHarmlose GlaskörpertrübungenGlaskörperblutung
Beginnschleichend, seit Monaten oder Jahren bekanntplötzlich, innerhalb von Minuten bis Stunden
Anzahleinzelne Fäden oder Punkteviele Punkte, Schwarm, Rußregen
Farbegrau, durchsichtigdunkel, schwarz, rötlich
Sehschärfenormaloft vermindert, Schleier
Verlaufstabilwechselnd, morgens schlechter

Die deutsche Leitlinie zu Glaskörpertrübungen (DOG/BVA, 2017) nennt eine wichtige Zahl: Bei neu aufgetretenen Mouches volantes findet sich in etwa 14 Prozent ein Netzhautriss. Plötzlich neue Trübungen sind deshalb immer ein Grund für eine zeitnahe Untersuchung, auch wenn sie sich am Ende als harmlos erweisen.

Wie fühlt sich eine Glaskörperblutung im Alltag an?

Im Alltag fällt eine Glaskörperblutung oft beim Lesen, Autofahren oder Fernsehen auf, weil das betroffene Auge plötzlich nicht mehr mithält. Viele bemerken sie erst, wenn sie zufällig das gesunde Auge zuhalten. Solange das andere Auge gut sieht, gleicht das Gehirn vieles aus. Schwieriger wird es beim Abschätzen von Entfernungen, etwa beim Einschenken, Treppensteigen oder Einparken.

Bei dichter Blutung ist das Erkennen von Gesichtern und das Lesen mit dem betroffenen Auge kaum möglich. Die schwebenden Schatten können sehr irritieren, weil sie bei jeder Blickbewegung nachschwingen. Manche empfinden das Sehen so, als würden sie durch trübes Wasser oder rote Tinte schauen.

Was bemerken Angehörige?

Von außen sieht man eine Glaskörperblutung nicht, das Auge wirkt normal. Angehörige bemerken eher indirekte Zeichen: Die betroffene Person kneift ein Auge zu, stößt an Gegenstände auf einer Seite, greift daneben oder ist beim Lesen und Fernsehen plötzlich unsicher. Wichtig ist, dass Angehörige eine solche plötzliche Sehstörung ernst nehmen und die Person zur Augenärztin oder zum Augenarzt fahren, statt sie selbst fahren zu lassen.

Nicht verwechseln: Ein knallroter Fleck auf dem Weiß des Auges ist eine Blutung unter der Bindehaut. Sie sieht dramatisch aus, beeinträchtigt das Sehen aber nicht und hat mit einer Glaskörperblutung nichts zu tun.

Besonderheiten bei Menschen mit Diabetes

Bei Menschen mit Diabetes ist eine Glaskörperblutung oft das erste deutliche Zeichen einer fortgeschrittenen proliferativen diabetischen Retinopathie, die vorher unbemerkt geblieben ist. Die Blutungen können wiederholt auftreten, mal klein mit ein paar Fäden, mal massiv mit fast vollständigem Sehverlust. Manchmal treten sie nach körperlicher Anstrengung, starkem Husten oder Pressen auf, häufig aber ohne erkennbaren Anlass, auch im Schlaf. Vor einer Blutung können verschwommenes Sehen, neue Mouches volantes oder Lichtblitze auftreten.

Besonderheiten bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen ohne Diabetes steckt meist eine akute hintere Glaskörperabhebung dahinter, die typischerweise zwischen 50 und 80 Jahren auftritt. Die Beschwerden beginnen dann oft mit Lichtblitzen und einem neuen Ring oder Fleck im Blickfeld, gefolgt vom Rußregen. Seltener ist eine Blutung aus einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration oder aus einer Gefäßaussackung (Makroaneurysma). Bei diesen Ursachen kann der Sehverlust in der Bildmitte im Vordergrund stehen.

Besonderheiten bei Kindern und Säuglingen

Bei Kindern ist eine Glaskörperblutung selten. Häufigste Ursache sind Verletzungen. Kleine Kinder können ihre Beschwerden nicht beschreiben, deshalb fällt die Blutung oft nur durch indirekte Zeichen auf, etwa Schielen, Greifen am Ziel vorbei oder einen veränderten Pupillenreflex auf Fotos. Bei Säuglingen ist eine Netzhaut- oder Glaskörperblutung ohne erklärenden Unfall ein wichtiger Hinweis auf ein Schütteltrauma und muss interdisziplinär abgeklärt werden.

Bei Kindern hat eine länger anhaltende Blutung eine zusätzliche Gefahr: Das Gehirn lernt in den ersten Lebensjahren das Sehen. Bleibt ein Auge über Wochen getrübt, kann eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) entstehen, die später nicht mehr vollständig aufzuholen ist. Deshalb wird bei Kindern oft früher eingegriffen als bei Erwachsenen.

Symptome nach einer Augenverletzung

Nach einem Schlag, Ballwurf oder Sturz auf das Auge kann eine Glaskörperblutung gleichzeitig mit anderen Verletzungszeichen auftreten. Dazu gehören Schmerzen, Schwellung und Bluterguss am Lid, ein Blutspiegel in der vorderen Augenkammer, Doppelbilder oder eine verformte Pupille. Bei einer Prellung des Auges zerreißen Gefäße durch die plötzliche Verformung des Augapfels. Bei einer durchbohrenden Verletzung oder einem Fremdkörper im Auge ist die Glaskörperblutung oft nur ein Teil eines schweren Schadens.

Symptome beim Terson-Syndrom

Beim Terson-Syndrom tritt die Glaskörperblutung im Zusammenhang mit einer Hirnblutung auf, meist einer Subarachnoidalblutung. Im Vordergrund stehen dann die Zeichen der Hirnblutung: schlagartige, stärkste Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstseinsstörung. Die Sehstörung an einem oder beiden Augen fällt oft erst Tage später auf, wenn sich die Betroffenen auf der Intensivstation erholt haben. Weil Augenuntersuchungen dort nicht zur Routine gehören, bleiben leichte Fälle häufig unerkannt.

Welche Symptome sprechen für eine Komplikation?

Bestimmte Beschwerden zeigen, dass mehr als nur Blut im Auge ist. Sie gehören sofort zur Augenärztin oder zum Augenarzt:

  • ein dunkler Schatten oder Vorhang, der vom Rand her wächst (Hinweis auf Netzhautablösung)
  • gerade Linien erscheinen wellig oder verzerrt (Hinweis auf Beteiligung der Makula)
  • Schmerzen, Rötung, Kopfschmerzen und Übelkeit mit Regenbogenringen um Lichter (Hinweis auf erhöhten Augeninnendruck)
  • eine deutliche erneute Verschlechterung, nachdem die Sicht schon besser war (Hinweis auf Nachblutung)
  • Schmerzen, zunehmende Rötung und Sehverlust nach einer Spritze ins Auge oder Operation (Hinweis auf Infektion)

Wie verändern sich die Beschwerden im Verlauf?

Bei einer unkomplizierten Blutung werden die Beschwerden über Wochen langsam weniger. Zuerst klärt sich oft der rote oder graue Schleier, dann werden die schwebenden Schatten kleiner und seltener. Altes Blut verliert seinen roten Farbstoff und erscheint dann eher gelblich, grau oder weißlich. Einzelne Fäden können als dauerhafte Glaskörpertrübungen zurückbleiben.

Wird die Sicht nach einer Besserung plötzlich wieder schlechter, ist das meist eine neue Blutung. Das kommt vor allem bei Diabetes und Gefäßneubildungen vor. Auch dann ist eine erneute Untersuchung nötig.

3 Ursachen und Risikofaktoren

In diesem Kapitel (11)

Woher kommt das Blut im Glaskörper?

Das Blut stammt fast immer aus Gefäßen der Netzhaut, die entweder krankhaft neu gebildet und brüchig sind oder als gesunde Gefäße durch Zug oder Gewalt zerreißen. Seltener sickert Blut aus der Aderhaut oder aus einem Tumor durch die Netzhaut in den Glaskörper. Fachleute unterscheiden drei Mechanismen:

  1. Krankhafte Gefäße bluten: Bei Durchblutungsmangel der Netzhaut bilden sich neue, zerbrechliche Gefäße (Neovaskularisationen). Sie wachsen an der Grenze zum Glaskörper und reißen schon bei normalen Augenbewegungen ein.
  2. Gesunde Gefäße reißen: Zug des Glaskörpers bei einer Glaskörperabhebung, ein Netzhautriss oder eine Verletzung zerreißt ein normales Gefäß.
  3. Blut aus der Nachbarschaft: Blut aus der Aderhaut, einer Gefäßaussackung oder einem Tumor bricht durch die Netzhaut in den Glaskörper durch.

Welche Ursachen sind am häufigsten?

Am häufigsten sind die proliferative diabetische Retinopathie, Netzhautrisse bei Glaskörperabhebung und Verletzungen. Die folgenden Spannen stammen aus einer Übersicht der Amerikanischen Akademie für Augenheilkunde (AAO, 2007), die mehrere Studien zusammenfasst. Sie schwanken stark, weil sich die untersuchten Gruppen unterscheiden, etwa im Anteil der Menschen mit Diabetes.

UrsacheAnteil an allen Glaskörperblutungen
Proliferative diabetische Retinopathie31–54 %
Netzhautriss (meist bei Glaskörperabhebung)11–44 %
Verletzung (Trauma)12–19 %
Venenverschluss der Netzhaut4–16 %
Glaskörperabhebung mit Gefäßriss ohne Netzhautriss4–12 %
Netzhautablösung7–10 %
Gefäßaussackung (arterielles Makroaneurysma)0,6–7 %
Sichelzellretinopathie0,2–6 %
Altersabhängige Makuladegeneration0,6–4 %
Terson-Syndrom0,5–1 %

Das Alter verschiebt die Gewichte: Unter 40 Jahren ist eine Verletzung die häufigste Ursache. Bei älteren Menschen ohne Diabetes steht die akute Glaskörperabhebung mit oder ohne Netzhautriss an erster Stelle.

Diabetische Retinopathie

Die proliferative diabetische Retinopathie ist in den meisten Statistiken die häufigste Einzelursache. Jahrelang erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Netzhautgefäße, Teile der Netzhaut werden schlecht durchblutet. Das unterversorgte Gewebe schüttet Wachstumsfaktoren aus, vor allem VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor). Daraufhin sprießen neue Gefäße, die nicht stabil gebaut sind und leicht bluten.

Diese Gefäße wachsen zusammen mit Bindegewebe in den Glaskörper hinein. Zieht der Glaskörper bei Augenbewegungen oder beim Schrumpfen an ihnen, reißen sie ein. Schlecht eingestellter Blutzucker und Bluthochdruck erhöhen das Risiko. Laut einer Information der Universitätsaugenklinik Gießen entwickelt fast jeder zehnte Mensch mit Typ-1-Diabetes und jeder vierte mit Typ-2-Diabetes eine diabetische Retinopathie; das ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Blutung.

Glaskörperabhebung und Netzhautriss

Mit zunehmendem Alter verflüssigt sich der Glaskörper und löst sich von der Netzhaut ab, meist zwischen 50 und 80 Jahren. Diese hintere Glaskörperabhebung ist ein normaler Alterungsvorgang. Haftet der Glaskörper an einer Stelle besonders fest, kann er beim Ablösen ein kleines Gefäß oder die Netzhaut selbst einreißen. Bei einer akuten Glaskörperabhebung mit Glaskörperblutung findet sich nach Angaben der AAO in 70 bis 95 Prozent ein Netzhautriss.

Das ist der Grund, warum eine Glaskörperblutung ohne Diabetes so ernst genommen wird: Ein Netzhautriss kann sich zur Netzhautablösung ausweiten. Starke Kurzsichtigkeit erhöht das Risiko für Netzhautrisse.

Venenverschluss und andere Gefäßerkrankungen

Nach einem Venenverschluss der Netzhaut können Monate später neue Gefäße wachsen, ähnlich wie bei Diabetes. Besonders gefährdet sind Augen nach einem ausgedehnten, schlecht durchbluteten (ischämischen) Zentralvenenverschluss. Weitere Gefäßerkrankungen mit Blutungsneigung sind:

  • Arterielles Makroaneurysma: eine Aussackung einer Netzhautarterie, vor allem bei älteren Menschen mit Bluthochdruck und Arteriosklerose; sie kann platzen.
  • Feuchte Makuladegeneration: Gefäße aus der Aderhaut bluten unter die Netzhaut; selten bricht das Blut in den Glaskörper durch.
  • Sichelzellkrankheit: eine erbliche Bluterkrankung, die vor allem Menschen mit afrikanischer, mediterraner oder nahöstlicher Herkunft betrifft.
  • Gefäßentzündungen der Netzhaut: etwa bei Uveitis oder beim seltenen Eales-Syndrom, einer Entzündung der Netzhautvenen unklarer Ursache bei jüngeren Menschen.
  • Okuläres Ischämiesyndrom: Durchblutungsmangel des ganzen Auges bei verengter Halsschlagader.

Verletzungen des Auges

Bei jüngeren Menschen ist eine Verletzung die häufigste Ursache. Ein stumpfer Schlag, etwa durch einen Ball, eine Faust oder einen Sektkorken, verformt den Augapfel kurz. Dabei zerren Glaskörper und Netzhaut an ihren Ansatzstellen, Gefäße reißen. Bei einer durchbohrenden Verletzung oder einem eingedrungenen Fremdkörper gelangt Blut direkt in den Glaskörper.

Besonders gefährdet sind Menschen bei schnellen Ballsportarten wie Squash, bei Kontaktsportarten, beim Hämmern, Schleifen, Bohren und im Umgang mit Schusswaffen oder Feuerwerk. Auch frühere Augenoperationen können eine Blutungsquelle sein.

Was ist das Terson-Syndrom?

Das Terson-Syndrom ist eine Blutung im Auge als Folge einer Hirnblutung, vor allem einer Subarachnoidalblutung (Blutung zwischen den Hirnhäuten). Benannt ist es nach dem französischen Augenarzt Albert Terson; erstmals beschrieben hat es 1881 der Berliner Arzt Moritz Litten. Der plötzliche Anstieg des Hirndrucks staut das Blut in den Netzhautvenen, die dann platzen. Das Blut sammelt sich oft unter der inneren Grenzschicht der Netzhaut und bricht von dort in den Glaskörper durch.

Wie häufig das Syndrom nach einer Subarachnoidalblutung auftritt, ist unklar: Die Angaben reichen je nach Studie von unter einem Prozent bis zu einem Drittel und mehr. Fachquellen werten eine Augenbeteiligung als Hinweis auf eine besonders schwere Hirnblutung.

Seltene Ursachen

Eine Reihe weiterer Erkrankungen kann zu einer Glaskörperblutung führen:

  • Valsalva-Retinopathie: Bei starkem Pressen, Husten, Erbrechen oder schwerem Heben steigt der Druck in den Venen plötzlich an, ein kleines Gefäß vor der Makula platzt.
  • Bluterkrankungen und Gerinnungsstörungen: Leukämie, starke Blutarmut, Mangel an Blutplättchen, Hämophilie.
  • Tumoren: am häufigsten das Aderhautmelanom, das in den Glaskörper einbluten kann.
  • Erkrankungen bei Kindern: Frühgeborenen-Retinopathie, familiäre exsudative Vitreoretinopathie, X-chromosomale Retinoschisis, Schütteltrauma.
  • Bluthochdruck als Mitursache, vor allem bei bereits geschädigten Gefäßen.

Erhöhen Blutverdünner das Risiko?

Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel oder Gerinnungshemmer lösen nach heutigem Wissen keine Glaskörperblutung aus, können eine Blutung aus einer bereits bestehenden Quelle aber verstärken. In der großen ETDRS-Studie bei Diabetes erhöhte ASS das Risiko für Glaskörperblutungen nicht. Eine Studie fand nach akuter Glaskörperabhebung unter Blutverdünnern etwas mehr Blutungen. Notwendige Blutverdünner werden deshalb in der Regel weiter eingenommen.

Wichtig: Setzen Sie Blutverdünner nie selbst ab. Sie schützen vor Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombosen. Ob vor einer Operation eine Pause sinnvoll ist, entscheiden Operateur und behandelnde Ärzte gemeinsam.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • schlecht eingestellter Diabetes, vor allem mit langer Krankheitsdauer und Organschäden
  • Bluthochdruck, Arteriosklerose und Rauchen
  • frühere Venenverschlüsse der Netzhaut
  • hohe Kurzsichtigkeit (Risiko für Netzhautrisse)
  • Alter über 50 bis 60 Jahre (Glaskörperabhebung)
  • Augenverletzungen, Risikosportarten und gefährliche Berufe ohne Schutzbrille
  • Bluterkrankungen wie Sichelzellkrankheit oder Leukämie, verengte Halsschlagader

Warum ist Blut im Glaskörper problematisch?

Blut im Glaskörper blockiert das Licht und wird nur langsam abgebaut, weil der Glaskörper selbst keine Gefäße hat, die es abtransportieren. Fresszellen und Enzyme müssen das Blut nach und nach zerlegen. Bleibt es lange liegen, können Abbauprodukte und Blutzellen die Bildung von Narbenmembranen auf der Netzhaut fördern. Diese Membranen können sich zusammenziehen und die Netzhaut abheben (Zug-Netzhautablösung).

4 Diagnose

In diesem Kapitel (8)

Wie stellt die Augenärztin oder der Augenarzt eine Glaskörperblutung fest?

Die Diagnose wird durch die Untersuchung des Auges mit erweiterter Pupille gestellt: Blut im Glaskörper ist an der Spaltlampe und mit dem Augenspiegel meist direkt zu sehen. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: Die Ärztin oder der Arzt sucht die Blutungsquelle und prüft, ob die Netzhaut anliegt. Ist der Blick auf die Netzhaut durch das Blut versperrt, folgt ein Ultraschall. Die Untersuchung dauert wegen der Pupillenerweiterung meist ein bis zwei Stunden.

Welche Fragen stellt die Ärztin oder der Arzt?

Im Gespräch geht es vor allem um Hinweise auf die Ursache. Typische Fragen sind:

  • Wann und wie haben die Beschwerden begonnen? Gab es vorher Lichtblitze oder neue Mouches volantes?
  • Gab es einen Schlag, Sturz oder eine Augenoperation?
  • Haben Sie Diabetes, Bluthochdruck, eine Bluterkrankung, eine Sichelzellkrankheit oder eine verengte Halsschlagader?
  • Sind Sie stark kurzsichtig?
  • Hatten Sie früher Netzhauterkrankungen, eine Laserbehandlung oder Spritzen ins Auge?
  • Nehmen Sie Blutverdünner ein?
  • Gab es starke Anstrengung, Husten, Erbrechen oder schwere Kopfschmerzen?

Bringen Sie, wenn möglich, Ihren Medikamentenplan und bei Diabetes Ihren Diabetespass oder aktuelle Blutzuckerwerte mit.

Welche Untersuchungen gehören dazu?

Zur Grunduntersuchung gehören Sehtest, Augendruckmessung, Spaltlampe und die Betrachtung der Netzhaut bei weitgetropfter Pupille. Im Einzelnen:

  • Sehschärfe: zeigt, wie stark das Sehen beeinträchtigt ist.
  • Augeninnendruck: ein erhöhter Druck kann auf Gefäßneubildungen im Kammerwinkel oder auf verstopfte Abflusswege durch Blutzellen hinweisen.
  • Spaltlampe: zeigt rote Blutkörperchen im vorderen Glaskörper und neue Gefäße auf der Regenbogenhaut (Rubeosis iridis).
  • Gonioskopie: Mit einem Kontaktglas wird der Kammerwinkel, der Abflussweg des Kammerwassers, auf neue Gefäße untersucht.
  • Augenspiegelung (Ophthalmoskopie): nach Pupillenerweiterung, oft mit Kontaktglas oder einem Stirnlampen-Ophthalmoskop; dabei wird der Netzhautrand gezielt nach Rissen abgesucht, teilweise unter sanftem Eindrücken der Lederhaut von außen.
  • Untersuchung des anderen Auges: Findet sich dort zum Beispiel eine diabetische Retinopathie, ist das ein starker Hinweis auf die Ursache.

Wozu dient der Ultraschall?

Der Ultraschall (B-Bild-Echografie) zeigt das Innere des Auges, wenn das Blut den Blick auf die Netzhaut versperrt. Der Schallkopf wird mit Gel auf das geschlossene Lid gesetzt, die Untersuchung ist schmerzlos und dauert wenige Minuten. Das Wichtigste ist der Ausschluss einer Netzhautablösung. Daneben zeigt der Ultraschall eine Glaskörperabhebung, Zugmembranen, größere Netzhautrisse, Tumoren und Fremdkörper.

Der Ultraschall hat Grenzen: Er hängt von der Erfahrung des Untersuchers ab und erkennt kleine Netzhautrisse nicht sicher. Deshalb wird er bei fehlendem Einblick regelmäßig wiederholt, nach Angaben der AAO etwa alle zwei bis drei Wochen, bis sich das Blut gelichtet hat. Französische Fachliteratur nennt diese begrenzte Zuverlässigkeit als einen Grund, warum heute eher früher operiert wird.

Welche weiteren Untersuchungen können nötig sein?

Je nach Ursache und Blutmenge kommen weitere Verfahren hinzu:

  • OCT (optische Kohärenztomografie): ein schmerzloser Lichtscan, der die Schichten der Netzhaut zeigt; nützlich bei leichter Blutung, um eine Schwellung der Makula oder Blut vor der Makula zu erkennen.
  • Fluoreszenzangiografie: Ein Farbstoff wird in eine Armvene gespritzt, dann werden die Netzhautgefäße fotografiert; so lassen sich undichte und neu gebildete Gefäße sowie schlecht durchblutete Bereiche finden. Die OCT-Angiografie zeigt Gefäße ohne Farbstoff.
  • Computertomografie (CT) der Augenhöhle: bei Verdacht auf eine offene Verletzung oder einen Fremdkörper.
  • Allgemeine Untersuchungen: Blutdruckmessung, bei Bedarf Bluttests auf Diabetes, Bluterkrankungen und Gerinnung, bei Verdacht Ultraschall der Halsschlagadern.

Warum soll man nach der Untersuchung aufrecht bleiben?

Aufrechte Haltung lässt das Blut nach unten absinken, sodass der obere Teil der Netzhaut sichtbar wird, in dem die meisten Netzhautrisse sitzen. Deshalb raten Augenärzte oft, in den ersten Tagen mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen und starke Anstrengung zu meiden. Bei einer Kontrolle nach einigen Tagen lässt sich dann häufig mehr erkennen. Findet sich eine Quelle, kann sie gezielt behandelt werden.

Welche Erkrankungen müssen abgegrenzt werden?

Die wichtigste Abgrenzung ist die Netzhautablösung, die hinter einer Blutung verborgen sein kann und rasch operiert werden muss. Weitere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden sind:

  • harmlose Glaskörpertrübungen und eine Glaskörperabhebung ohne Blutung
  • eine Entzündung im Augeninneren, etwa bei Uveitis oder Endophthalmitis; sie macht oft Schmerzen und Rötung
  • die asteroide Hyalose, harmlose Kalkpartikel im Glaskörper, die im Ultraschall ähnlich aussehen können
  • eine Augenmigräne mit Zickzacklinien, die beide Augen betrifft und nach 10 bis 20 Minuten verschwindet
  • ein Arterienverschluss der Netzhaut, der ebenfalls schmerzlos, aber ohne Rußregen zu plötzlicher Erblindung führt
  • selten ein Lymphom im Auge oder ein Tumor

Was gilt bei Diabetes für die Kontrolle?

Bei Diabetes wird nach einer Glaskörperblutung immer die diabetische Retinopathie an beiden Augen beurteilt und eingestuft. Dazu gehören die Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille und je nach Befund OCT und Fluoreszenzangiografie. Die Hausärztin oder Diabetologin wird informiert, weil Blutzucker und Blutdruck den Verlauf entscheidend beeinflussen.

5 Behandlung

In diesem Kapitel (18)

Wie wird eine Glaskörperblutung behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und danach, ob die Netzhaut anliegt: Bei anliegender Netzhaut wird oft abgewartet, bis sich das Blut abbaut, und gleichzeitig die Ursache mit Laser oder Spritzen behandelt; bei Netzhautablösung oder anhaltender Blutung wird operiert. Das Blut allein zu entfernen reicht nicht, wenn die Ursache aktiv bleibt. Alter, Dichte der Blutung, Zustand des anderen Auges und Ihre Möglichkeit, regelmäßig zu Kontrollen zu kommen, fließen in die Entscheidung ein. Eine einheitliche deutsche oder französische Leitlinie mit festen Fristen gibt es nicht; die Ärztin oder der Arzt wägt im Einzelfall ab.

Wann darf man abwarten?

Abwarten ist sinnvoll, wenn die Netzhaut im Ultraschall anliegt, kein Netzhautriss gefunden wurde und keine dringende Komplikation besteht. Die Behandlung erfolgt dann ambulant, ein normales Alltagsleben ist meist möglich. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen, weil sich hinter dem Blut eine Netzhautablösung entwickeln kann, die man selbst nicht bemerkt. Abwarten heißt also beobachten, nicht nichts tun.

Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen dabei die Warnzeichen, bei denen Sie sofort wiederkommen sollen, und vereinbart einen festen Kontrolltermin. Wiederholt sich die Blutung, ist meist eine Überweisung an ein Netzhautzentrum sinnvoll.

Wie lange dauert es, bis sich das Blut abbaut?

Leichte Blutungen bauen sich meist innerhalb von Wochen bis etwa zwei bis drei Monaten ab; dichte Blutungen können viele Monate brauchen. Als grobe Faustregel wird ein Abbau von etwa einem Prozent pro Tag genannt. In einem verflüssigten Glaskörper, wie er bei älteren Menschen oder nach einer früheren Glaskörperoperation besteht, klärt sich das Blut schneller. In jungen Augen mit festem Glaskörper dauert es länger.

Bei diabetischen Blutungen ist der Abbau weniger sicher, weil die brüchigen Gefäße erneut bluten können. Beim Terson-Syndrom kann sich das Blut sehr langsam auflösen; Fallserien berichten von Verläufen über viele Monate.

Was können Sie selbst in der ersten Zeit tun?

In den ersten Tagen hilft es, den Oberkörper aufrecht zu halten und nachts mit erhöhtem Kopfteil zu schlafen. Dann sinkt das Blut nach unten und die Netzhaut ist besser zu beurteilen. Meiden Sie für einige Tage schwere körperliche Anstrengung, schweres Heben und Pressen, bis die Ärztin oder der Arzt die Lage beurteilt hat. Ist keine Netzhautablösung zu sehen, ist normale Aktivität in der Regel wieder erlaubt.

Das früher übliche Abdecken beider Augen wird heute nur noch selten angewendet. Ob anfangs weitgehende Ruhe oder normale Bewegung besser ist, sehen Fachleute unterschiedlich; halten Sie sich an die Empfehlung Ihrer Augenärztin oder Ihres Augenarztes. Für Hausmittel, Lochbrillen oder homöopathische Mittel gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis; die Blutung bildet sich auch ohne sie zurück.

Wann wird gelasert?

Ein Laser wird eingesetzt, um Netzhautrisse abzuriegeln und um krankhafte Gefäßneubildungen zum Rückgang zu bringen. Er funktioniert nur, wenn das Licht durch das Blut hindurch die Netzhaut erreicht. Bei einem Netzhautriss setzt die Ärztin oder der Arzt kleine Laserherde rund um das Loch, die eine feste Narbe bilden. Ist der Blick zu trüb, kann alternativ von außen mit Kälte behandelt werden (Kryotherapie).

Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie und nach Venenverschlüssen wird die äußere Netzhaut mit vielen Laserherden behandelt (panretinale Laserkoagulation). Das verringert den Sauerstoffbedarf der Netzhaut, die Gefäßneubildungen bilden sich zurück, und neue Blutungen werden seltener. Nach der Stellungnahme der deutschen Fachgesellschaften DOG, Retinologische Gesellschaft und BVA (2019) ist der Laser bei proliferativer diabetischer Retinopathie die Standardbehandlung. Auch in Frankreich gilt er nach Jahrzehnten weiter als Referenz: In großen US-Studien halbierte er das Risiko einer schweren Sehminderung.

Wann helfen Spritzen ins Auge?

Spritzen mit VEGF-Hemmern (Anti-VEGF) bremsen den Wachstumsfaktor, der die krankhaften Gefäße sprießen lässt; die Gefäße bilden sich dann zurück und bluten seltener. In Deutschland und Österreich heißt diese Behandlung IVOM (intravitreale operative Medikamenteneingabe). Das Medikament wird unter sterilen Bedingungen mit einer feinen Nadel in den Glaskörper gespritzt, nach örtlicher Betäubung mit Tropfen. Eingesetzt werden Wirkstoffe wie Ranibizumab, Aflibercept oder Bevacizumab.

Bei Glaskörperblutungen durch Diabetes oder Venenverschluss können die Spritzen Zeit gewinnen, bis sich das Blut gelichtet hat und gelasert werden kann. Bei einer Blutung aus einer feuchten Makuladegeneration sind sie die übliche Behandlung. Laut DOG, Retinologischer Gesellschaft und BVA kann IVOM bei proliferativer diabetischer Retinopathie bei ausgewählten Patientinnen und Patienten eine Alternative zum Laser sein.

Vor- und Nachteile der Spritzen

Die Fachgesellschaften nennen als Vorteile gegenüber dem Laser weniger Narben in der Netzhaut, in den ersten zwei Jahren weniger Einschränkungen des Gesichtsfelds und seltener eine neue Schwellung der Makula. Die Nachteile:

  • meist viele Spritzen über Jahre und deutlich häufigere Kontrollen
  • nach dem Absetzen häufig erneute Verschlechterung
  • ein kleines Risiko einer Infektion im Auge (Endophthalmitis)
  • bei ausgeprägten Narbenmembranen kann sich der Zug auf die Netzhaut verstärken

Deshalb wird IVOM nicht empfohlen, wenn regelmäßige Kontrollen voraussichtlich nicht möglich sind, oder bei ausgeprägten Zugmembranen, sofern nicht zeitnah operiert wird. Das übliche Schema beginnt mit drei Spritzen im Abstand von einem Monat; danach richtet sich die Behandlung nach der Aktivität der Gefäße.

Spritze oder Operation bei diabetischer Glaskörperblutung?

Bei einer Glaskörperblutung durch Diabetes führen Spritzen und eine frühe Operation nach einer großen Studie langfristig zu ähnlichen Sehergebnissen; die Operation verbessert das Sehen aber schneller. In der US-amerikanischen Studie DRCR Protocol AB wurden 205 Augen entweder mit Aflibercept-Spritzen oder mit Vitrektomie und Laser behandelt. Über 24 Wochen unterschied sich die mittlere Sehschärfe nicht bedeutsam. Nach vier Wochen sahen die operierten Augen deutlich besser, ab etwa Woche 12 war der Unterschied verschwunden, und auch nach zwei Jahren waren die Ergebnisse ähnlich.

Etwa ein Drittel der Augen in der Spritzengruppe brauchte später doch eine Operation. Umgekehrt benötigte etwa ein Drittel der operierten Augen später Spritzen wegen einer Makulaschwellung. Fachleute neigen deshalb eher zu einer frühen Operation bei Menschen, die nur noch ein gut sehendes Auge haben, deren Netzhaut noch nie gelasert wurde oder die Kontrolltermine schwer einhalten können. Bei bereits gelaserten Augen ist Abwarten mit Spritzen eher vertretbar.

Die Wahl ist eine gemeinsame Entscheidung von Ihnen und Ihrer Netzhautspezialistin oder Ihrem Netzhautspezialisten. Fragen Sie nach, welche Vor- und Nachteile in Ihrer Lage überwiegen.

Wann ist eine Operation (Vitrektomie) nötig?

Eine Vitrektomie, also die operative Entfernung des Glaskörpers samt Blut, ist nötig, wenn die Netzhaut abgelöst ist, sich das Blut nicht klärt oder Komplikationen drohen. Typische Gründe sind:

  • Netzhautablösung oder Netzhautriss hinter der Blutung (dringend)
  • neue Gefäße auf der Regenbogenhaut oder im Kammerwinkel (Gefahr eines schweren Grünen Stars)
  • Zug-Netzhautablösung durch Narbenmembranen bei Diabetes
  • Blutung, die sich über Wochen bis Monate nicht lichtet oder immer wiederkommt
  • ein Augendruckanstieg durch zerfallene Blutzellen (Geisterzell- oder hämolytisches Glaukom)
  • dichte Blutung unklarer Ursache, bei der die Operation zugleich Diagnose und Behandlung ist
  • bestimmte Fremdkörper nach Verletzungen
  • bei Kindern drohende Schwachsichtigkeit

Wie lange wartet man bis zur Operation?

Der richtige Zeitpunkt hängt von der Ursache ab; feste, verbindliche Fristen gibt es nicht. Eine ältere Übersicht der AAO von 2007 nennt als Anhaltspunkte:

SituationZeitpunkt der Vitrektomie
Netzhautablösung hinter der Blutungdringend
neue Gefäße an Regenbogenhaut oder Kammerwinkeldringend
Typ-1-Diabetesnach etwa 1 Monat ohne Besserung
Blutung vor der Makula (subhyaloidal)nach etwa 1 Monat
Typ-2-Diabetesnach etwa 2 bis 3 Monaten
andere Ursachennach 3 Monaten oder später

Diese Angaben sind älter als die neueren Studien zu Spritzen. Heute wird tendenziell früher operiert, weil die Operationstechnik schonender geworden ist und der Ultraschall kleine Risse übersehen kann. Deutschsprachige Patientenportale nennen als Faustregel, dass nach zwei bis drei Monaten ohne Besserung häufig operiert wird. Bei Diabetes kann eine frühere Operation die Prognose verbessern, weil sie verhindert, dass sich Narbenmembranen bilden.

Wie läuft eine Vitrektomie ab?

Die Vitrektomie ist eine mikrochirurgische Operation, bei der über drei winzige Zugänge in der Augenwand der Glaskörper mit dem Blut abgesaugt wird. Moderne Instrumente sind dünner als 1 Millimeter, die Zugänge verschließen sich oft von selbst oder mit einem auflösbaren Faden. Durch einen Zugang kommt eine Lichtquelle, durch einen zweiten ein feines Schneide- und Saugwerkzeug, über den dritten fließt Spülflüssigkeit nach. Die Operateurin oder der Operateur arbeitet unter dem Mikroskop.

Im selben Eingriff werden, wenn nötig, Narbenmembranen entfernt, Netzhautrisse mit Laser oder Kälte verschlossen und die Netzhaut mit Laser behandelt. Am Ende wird der Augenraum mit einer Flüssigkeit, Luft, Gas oder Silikonöl gefüllt. Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung (Spritze neben das Auge oder unter die Bindehaut) oder in Vollnarkose. In Deutschland und Österreich wird je nach Klinik und Befund ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt operiert.

Was bedeuten Gas und Silikonöl im Auge?

Gas oder Silikonöl werden eingefüllt, wenn die Netzhaut von innen angedrückt werden muss, etwa nach einer Netzhautablösung. Gas wird je nach Mischung innerhalb von Tagen bis mehreren Wochen vom Körper aufgenommen und durch eigene Flüssigkeit ersetzt; eine zweite Operation ist nicht nötig. Während dieser Zeit sieht man eine dunkle, wackelnde Blase, die mit der Zeit kleiner wird. Silikonöl bleibt meist mehrere Monate im Auge und wird in einem zweiten Eingriff entfernt.

Mit Gas im Auge gelten wichtige Regeln:

  • Nicht fliegen und nicht in große Höhen fahren, etwa über Pässe oder ins Hochgebirge: Die Gasblase dehnt sich bei niedrigem Luftdruck aus, der Augendruck kann gefährlich steigen.
  • Nicht tauchen.
  • Keine Lachgas-Narkose: Informieren Sie bei jeder anderen Operation die Narkoseärztin oder den Narkosearzt. Manche Kliniken geben dafür ein Armband mit.
  • Je nach Füllung eine bestimmte Kopf- oder Körperhaltung für einige Tage einhalten.

Mit Silikonöl ist Fliegen nach Auskunft von Kliniken erlaubt, das Sehen ist aber vorübergehend schlechter, weil das Öl das Licht anders bricht.

Welche Risiken hat die Operation?

Die Vitrektomie ist ein Routineeingriff in Netzhautzentren, birgt aber Risiken, über die vorher aufgeklärt wird. Deutsche Aufklärungsbögen nennen unter anderem:

  • erneute Blutungen ins Auge während oder nach der Operation (gelegentlich)
  • Linsentrübung (Grauer Star) in den Monaten bis Jahren danach, besonders bei älteren Menschen und nach Silikonöl; oft wird später eine Kataraktoperation nötig
  • Netzhautrisse während der Operation, die meist sofort verschlossen werden
  • Netzhautablösung oder erneute Ablösung (selten), die eine weitere Operation erfordert
  • Augendruckanstieg (Grüner Star), vor allem mit Gas oder Silikonöl
  • Infektion im Auge (Endophthalmitis, selten)
  • Risiken der Betäubung, sehr selten Verletzung des Augapfels oder des Sehnervs
  • in seltenen Fällen bleibender Verlust des Sehvermögens

Durch kleinere Instrumente sind Komplikationen in den letzten Jahren seltener geworden. Eine Garantie für ein gutes Ergebnis gibt es nicht. Ohne Operation ist in den Situationen, in denen sie empfohlen wird, allerdings meist keine Besserung zu erwarten.

Spritzen vor oder während der Operation?

Bei diabetischer Glaskörperblutung wird vor der Vitrektomie häufig eine Anti-VEGF-Spritze gegeben, meist einige Tage vorher. Ein Cochrane-Review von 2023 mit 28 Studien und 1.914 Augen zeigt, dass Anti-VEGF rund um die Vitrektomie bei proliferativer diabetischer Retinopathie Komplikationen verringert:

Ereignismit Anti-VEGFohne Anti-VEGFSicherheit der Aussage
frühe Nachblutung (bis 4 Wochen)12 %31 %mäßig
späte Nachblutung (nach 4 Wochen)10 %23 %hoch
Netzhautrisse während der Operation12 %31 %hoch
erneute Operation wegen Blutung4 %13 %mäßig

Auch das Sehen nach sechs Monaten war mit Anti-VEGF eher besser, hier ist die Aussage aber unsicher. Welcher Wirkstoff und welcher Zeitpunkt am besten sind, ist noch nicht geklärt. Einzelberichte warnen, dass die Spritze bei starken Narbenmembranen den Zug auf die Netzhaut verstärken kann; deshalb wird der Abstand zur Operation meist kurz gehalten.

Wie werden Verletzungen behandelt?

Bei einer offenen Augenverletzung wird zuerst der Augapfel verschlossen, die Glaskörperblutung wird meist in einem zweiten Eingriff behandelt. Bei stumpfen Verletzungen wird wie bei anderen Blutungen zunächst geprüft, ob die Netzhaut anliegt. Weil Verletzungen oft auch Risse am Netzhautrand verursachen, sind engmaschige Kontrollen nötig. Fremdkörper im Auge werden operativ entfernt.

Wie wird das Terson-Syndrom behandelt?

Beim Terson-Syndrom wird meist zunächst abgewartet, weil sich die Blutung häufig von selbst zurückbildet. Bessert sich das Sehen über einige Monate nicht, lässt sich das Blut mit einer Vitrektomie meist gut entfernen. Bei Kindern wird früher operiert, um eine Schwachsichtigkeit zu vermeiden. Regelmäßige Kontrollen sind nötig, weil sich auch Komplikationen wie ein Druckanstieg oder ein Loch in der Makula entwickeln können.

Was passiert nach der Operation?

Nach der Operation tropfen Sie für einige Wochen antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen und kommen zu Kontrollen, meist am nächsten Tag, nach etwa einer Woche und nach einigen Wochen. In den ersten Tagen sind unscharfes Sehen, Kratzen, Brennen, Tränen und eine Rötung normal. Reiben und Drücken am Auge, Staub, Schwimmen und anstrengender Sport sind für einige Zeit tabu. Lesen, Fernsehen, Spaziergänge und leichte Hausarbeit sind in der Regel erlaubt.

Auto fahren dürfen Sie erst, wenn die Augenärztin oder der Augenarzt es erlaubt. Solange das Auge verbunden ist, Gas im Auge ist oder das Sehen beeinträchtigt ist, gilt: kein Auto, kein Zweirad, keine gefährlichen Maschinen. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt von Beruf, Füllung und Befund ab und wird individuell festgelegt.

Wer trägt die Kosten?

Medizinisch notwendige Untersuchungen und Behandlungen einer Glaskörperblutung, also Ultraschall, Laser, Spritzen bei zugelassener Anwendung und Vitrektomie, sind in Deutschland und Österreich Kassenleistungen. In Österreich übernehmen die Sozialversicherungsträger die augenärztliche Untersuchung, bei stationärem Aufenthalt sind die Kosten meist über Sozialversicherung und Krankenhausfinanzierung gedeckt. Bei einzelnen Medikamenten außerhalb ihrer Zulassung kann eine vorherige Kostenzusage nötig sein. Fragen Sie im Zweifel vorher bei Ihrer Krankenkasse nach.

Wie wird die Ursache langfristig behandelt?

Damit sich eine Blutung nicht wiederholt, muss die Grunderkrankung behandelt werden. Bei Diabetes heißt das: Blutzucker, Blutdruck und Blutfette gut einstellen, gemeinsam mit Hausärztin, Diabetologe und Augenärztin. Bei Venenverschlüssen werden Gefäßrisikofaktoren behandelt. Bei Bluterkrankungen ist die Hämatologie gefragt.

6 Verlauf und Prognose

In diesem Kapitel (7)

Heilt eine Glaskörperblutung von selbst?

Viele Glaskörperblutungen bilden sich von selbst zurück, vor allem leichte Blutungen bei sonst gesunder Netzhaut, etwa nach einer Glaskörperabhebung ohne Netzhautriss. Das Blut wird über Wochen bis Monate abgebaut, und das Sehen erholt sich dann meist gut. Größere Reste von Blutfarbstoff können als dauerhafte Trübungen zurückbleiben. Ob sich eine Blutung von selbst klärt, lässt sich am Anfang aber nicht sicher sagen.

Wovon hängt die Prognose ab?

Die Prognose hängt vor allem von der Ursache und vom Zustand der Netzhaut ab, weniger von der anfänglichen Blutmenge. Solange das Blut den Blick versperrt, kann auch die Ärztin oder der Arzt die Aussichten nicht vollständig beurteilen.

Eher gute AussichtenEher ungünstige Aussichten
Blutung durch Glaskörperabhebung bei gesunder Netzhautschwere proliferative diabetische Retinopathie mit Narbenmembranen
einmalige Blutung ohne Wiederkehrwiederholte Blutungen, aktive Gefäßneubildungen
Netzhautriss, der rechtzeitig gelasert wurdeNetzhautablösung, besonders mit Beteiligung der Makula
Terson-Syndrom ohne Netzhautschadenfeuchte Makuladegeneration mit Narbe in der Makula
Valsalva-Blutung bei jüngeren Menschenschwere durchbohrende Verletzung

Wie gut wird das Sehen nach einer Vitrektomie?

Bei einer einfachen Einblutung ohne Netzhautschaden lässt sich mit einer Vitrektomie bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten eine deutliche Sehverbesserung erreichen. Ist die Netzhaut bereits geschädigt oder abgelöst, sind die Aussichten deutlich ungünstiger. Die Operation wird dann trotzdem empfohlen, weil ohne sie keine Besserung zu erwarten ist. Wie viel Sehen zurückkommt, bestimmt am Ende die Netzhaut, vor allem die Makula.

Eine ältere große Studie zur diabetischen Glaskörperblutung (DRVS) zeigte, dass eine frühe Operation vor allem bei Typ-1-Diabetes zu besserem Sehen führte. Damals erreichten nach zwei Jahren 36 Prozent der früh operierten Augen mit Typ-1-Diabetes eine gute Sehschärfe, gegenüber 12 Prozent bei abwartendem Vorgehen. Bei Typ-2-Diabetes fand sich dieser Vorteil nicht. Die Operationstechnik hat sich seitdem stark verbessert, die Zahlen sind deshalb nur ein grober Anhaltspunkt.

Kann die Blutung wiederkommen?

Ja, besonders bei Diabetes und anderen Erkrankungen mit Gefäßneubildungen. In der Protocol-S-Studie traten über fünf Jahre bei etwa der Hälfte der Augen mit proliferativer diabetischer Retinopathie Glaskörperblutungen auf, unabhängig davon, ob mit Laser oder Spritzen behandelt wurde. Auch nach einer erfolgreichen Vitrektomie kann es erneut bluten. Eine Blutung nach Vitrektomie klärt sich meist schneller, weil kein Glaskörpergel mehr da ist, das das Blut festhält.

Welche Komplikationen können entstehen?

Die meisten Komplikationen entstehen nicht durch das Blut selbst, sondern durch die Ursache oder durch zu langes Liegenbleiben des Blutes. Mögliche Folgen sind:

  • Netzhautablösung: durch einen übersehenen Riss oder durch Zug von Narbenmembranen; unbehandelt droht ein schwerer, bleibender Sehverlust.
  • Narbenmembranen auf der Netzhaut: Blutbestandteile können eine epiretinale Gliose und eine proliferative Vitreoretinopathie fördern.
  • Neovaskularisationsglaukom: Neue Gefäße wachsen in den Kammerwinkel und blockieren den Abfluss, der Augendruck steigt stark an.
  • Geisterzell-Glaukom und hämolytisches Glaukom: Zerfallene, starre rote Blutkörperchen verstopfen das Abflusssystem des Kammerwassers.
  • Eisenablagerungen (Hämosiderosis): selten bei sehr lange oder wiederholt liegendem Blut.
  • Loch in der Makula: vor allem nach Verletzungen oder beim Terson-Syndrom (Makulaforamen).
  • Schwachsichtigkeit bei Kindern: wenn ein Auge in den ersten Lebensjahren lange getrübt ist.

Wie verläuft das Terson-Syndrom?

Beim Terson-Syndrom bessert sich das Sehen bei vielen Betroffenen ohne Operation, oft über einige Monate. Einer Übersicht zufolge erholen sich die meisten Augen ohne Eingriff; andere Serien berichten, dass etwa die Hälfte operiert wurde. Die Datenlage stammt aus kleinen Studien und ist uneinheitlich. Wird operiert, ist das Ergebnis meist gut.

Muss man nach der Heilung weiter zur Kontrolle?

Ja. Das Verschwinden des Schleiers bedeutet nicht, dass die Ursache unter Kontrolle ist. Bei Diabetes und nach Venenverschlüssen sind lebenslang regelmäßige Netzhautkontrollen nötig, in der aktiven Phase oft monatlich. Nach einem Netzhautriss wird die Narbe in den folgenden Wochen kontrolliert. Werden Kontrollen versäumt, steigt das Risiko für schwere Komplikationen wie Zug-Netzhautablösung und Neovaskularisationsglaukom deutlich.

7 Vorbeugung

In diesem Kapitel (6)

Kann man einer Glaskörperblutung vorbeugen?

Nicht jede Glaskörperblutung ist vermeidbar, aber das Risiko lässt sich deutlich senken, vor allem durch gute Einstellung von Diabetes und Blutdruck und durch regelmäßige Netzhautkontrollen. Eine altersbedingte Glaskörperabhebung lässt sich nicht verhindern. Ein Netzhautriss, der früh erkannt und gelasert wird, führt aber seltener zu Blutung und Ablösung. Deshalb ist die rasche Untersuchung bei neuen Mouches volantes und Lichtblitzen selbst eine Form der Vorbeugung.

Was können Menschen mit Diabetes tun?

Menschen mit Diabetes können ihr Risiko senken, indem sie Blutzucker und Blutdruck gut einstellen und regelmäßig zur Netzhautuntersuchung bei erweiterter Pupille gehen. Eine gute Blutzuckereinstellung verzögert den Beginn und das Fortschreiten der Retinopathie. Wie oft kontrolliert wird, legt die Augenärztin oder der Augenarzt nach Befund fest; ohne Retinopathie und bei geringem Risiko reichen größere Abstände, bei fortgeschrittener Retinopathie sind engmaschige Kontrollen nötig. Schwangere mit Diabetes werden häufiger untersucht.

Wird eine proliferative Retinopathie früh erkannt, kann sie mit Laser oder Spritzen behandelt werden, bevor es blutet. Nicht zur Kontrolle zu gehen, ist einer der wichtigsten Gründe für schwere Verläufe.

Welche allgemeinen Maßnahmen helfen?

Was den Gefäßen allgemein hilft, schützt auch die Netzhaut:

  • Blutdruck regelmäßig messen und behandeln lassen (siehe auch Netzhautschaden durch Bluthochdruck)
  • nicht rauchen
  • Blutfette und Körpergewicht im Blick behalten, regelmäßig bewegen
  • Blutverdünner nur nach ärztlicher Anweisung einnehmen und nicht eigenmächtig absetzen

Wie schützt man die Augen vor Verletzungen?

Eine passende Schutzbrille verhindert die meisten Augenverletzungen. Sie ist sinnvoll beim Hämmern, Schleifen, Bohren und Mähen, bei schnellen Ballsportarten wie Squash, beim Schießen und beim Umgang mit Feuerwerk. Bei Sektflaschen den Korken mit einem Tuch festhalten und nie auf Menschen richten. Für Kinder gilt das besonders bei Ballspielen und Feuerwerk.

Was hilft im Alltag nach einer Blutung?

Nach einer Blutung helfen einige einfache Regeln, bis die Ärztin oder der Arzt Entwarnung gibt:

  • nachts mit erhöhtem Kopfteil oder zusätzlichem Kissen schlafen
  • für einige Tage schweres Heben, Pressen und anstrengenden Sport meiden
  • nicht selbst Auto fahren, solange das Sehen beeinträchtigt ist
  • auf Warnzeichen achten: wachsender Schatten, neue Lichtblitze, plötzlich mehr Rußregen
  • Kontrolltermine unbedingt einhalten, auch wenn es schon besser ist

Bei aktiven Gefäßneubildungen kann die Ärztin oder der Arzt raten, starke Anstrengung länger zu meiden. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Glaskörperblutungen gut auf die Behandlung ansprechen. Ruhe zu bewahren und die Kontrollen wahrzunehmen, ist der wichtigste Beitrag.

Darf man mit Glaskörperblutung Auto fahren?

Ob Sie fahren dürfen, hängt von der aktuellen Sehleistung beider Augen ab. Feste Grenzwerte speziell für Glaskörperblutungen nennen die Quellen nicht; es gelten die allgemeinen Anforderungen an das Sehvermögen. Bei einer frischen Blutung sollten Sie sich zur Untersuchung fahren lassen, auch weil die Pupillen danach erweitert sind. Nach einer Operation entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt, ab wann Fahren wieder möglich ist.

8 Wann sofort zum Arzt?

Eine plötzliche Sehstörung mit Rußregen, rotem Schleier oder Sehverlust ist ein augenärztlicher Notfall. Sie muss noch am selben Tag untersucht werden, weil sich eine Netzhautablösung oder ein Netzhautriss dahinter verbergen kann. Ob es nur eine Blutung ist oder ob die Netzhaut geschädigt ist, können Sie selbst nicht unterscheiden. Mehr zu Warnzeichen am Auge finden Sie auf der Seite Notfall am Auge.

Sofort, am selben Tag zur Augenärztin, zum Augenarzt oder in die Augenambulanz einer Klinik:

  • plötzlich viele schwarze Punkte, Fäden oder Rußregen vor einem Auge
  • rötlicher oder dunkler Schleier, rasche Sehverschlechterung
  • Lichtblitze zusammen mit neuen dunklen Punkten
  • ein Schatten oder Vorhang, der vom Rand her wächst
  • Sehstörung nach einem Schlag, Sturz oder einer Verletzung am Auge
  • Sehstörung mit Schmerzen, Rötung oder Übelkeit
  • bei Diabetes jede plötzliche Sehverschlechterung
  • nach einer Operation oder Spritze ins Auge: Schmerzen, zunehmende Rötung, Sehverschlechterung oder neuer Schatten

Rettungsdienst (112, in Österreich 144) bei Sehstörung zusammen mit schlagartigen, stärksten Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörung, Lähmungen oder Sprachstörungen. Dann kann eine Hirnblutung oder ein Schlaganfall dahinterstecken. Fahren Sie bei Verdacht auf Glaskörperblutung nicht selbst, sondern lassen Sie sich bringen.

In den nächsten Tagen zur Kontrolle, wenn Sie nach einer bekannten, bereits untersuchten Blutung wieder etwas mehr Punkte sehen, das Sehen aber stabil ist, oder wenn immer wieder einzelne Punkte auftauchen und verschwinden. Bei jeder deutlichen Verschlechterung gilt wieder: am selben Tag.

Routinemäßig zu den vereinbarten Kontrollterminen, wenn sich das Sehen langsam bessert. Kontrollen nicht ausfallen lassen, auch wenn der Schleier verschwunden ist, denn die Ursache kann weiter aktiv sein.

9 Häufige Fragen

Ist eine Glaskörperblutung gefährlich?

Das Blut selbst schadet dem Auge meist nicht dauerhaft, gefährlich kann aber die Ursache sein, etwa ein Netzhautriss, eine Netzhautablösung oder eine fortgeschrittene diabetische Retinopathie. Deshalb muss jede plötzliche Glaskörperblutung noch am selben Tag augenärztlich untersucht werden. Wird eine Ablösung übersehen, kann ein bleibender Sehverlust die Folge sein.

Wie lange dauert es, bis eine Glaskörperblutung weg ist?

Leichte Blutungen klären sich meist innerhalb von Wochen bis etwa zwei bis drei Monaten, dichte Blutungen können viele Monate brauchen. Als grobe Faustregel gilt ein Abbau von etwa einem Prozent pro Tag. Bei älteren Menschen mit verflüssigtem Glaskörper geht es schneller, bei jungen Augen langsamer. Klärt sich das Blut nicht, wird oft nach einigen Wochen bis Monaten operiert.

Warum sehe ich mit einer Glaskörperblutung morgens schlechter?

Über Nacht setzt sich das Blut im Liegen hinten im Auge vor der Netzhautmitte ab. Nach dem Aufstehen sinkt es langsam nach unten, deshalb wird die Sicht im Lauf des Tages oft klarer. Das ist typisch und kein Zeichen für eine neue Blutung. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper kann helfen.

Tut eine Glaskörperblutung weh?

Nein, eine Glaskörperblutung ist in aller Regel schmerzlos, und das Auge sieht von außen normal aus. Schmerzen, Rötung oder Übelkeit sprechen für eine andere Ursache, etwa eine Verletzung, eine Entzündung oder einen hohen Augendruck. Auch dann sofort zur Augenärztin oder zum Augenarzt.

Kann man bei Glaskörperblutung blind werden?

Die Blutung allein führt selten zu dauerhafter Erblindung, weil das Blut abgebaut oder operativ entfernt werden kann. Gefährlich sind unbehandelte Ursachen wie eine Netzhautablösung, Narbenmembranen bei Diabetes oder ein Neovaskularisationsglaukom. Mit rechtzeitiger Behandlung und regelmäßigen Kontrollen lässt sich ein bleibender Sehverlust in vielen Fällen verhindern.

Muss eine Glaskörperblutung operiert werden?

Nicht immer. Liegt die Netzhaut an, wird oft abgewartet und die Ursache mit Laser oder Spritzen behandelt. Eine Operation (Vitrektomie) ist nötig bei Netzhautablösung, Zugmembranen, neuen Gefäßen an der Regenbogenhaut, Druckanstieg oder wenn sich das Blut über Wochen bis Monate nicht klärt. Bei Diabetes und bei Kindern wird oft früher operiert.

Was hilft gegen eine Glaskörperblutung?

Gegen das Blut selbst gibt es keine Tabletten oder Tropfen; es wird vom Körper langsam abgebaut oder bei Bedarf operativ entfernt. In den ersten Tagen hilft es, aufrecht zu bleiben, mit erhöhtem Kopf zu schlafen und schwere Anstrengung zu meiden. Entscheidend ist die Behandlung der Ursache, etwa Laser, Spritzen ins Auge oder eine gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck.

Muss ich meine Blutverdünner wegen einer Glaskörperblutung absetzen?

Nein, nicht selbst absetzen. Blutverdünner wie ASS lösen nach heutigem Wissen keine Glaskörperblutung aus und werden in der Regel weiter eingenommen, weil sie vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Ob vor einer Operation eine Pause nötig ist, entscheiden Operateur und behandelnde Ärzte gemeinsam.

Kann eine Glaskörperblutung wiederkommen?

Ja, vor allem bei Diabetes, nach Venenverschlüssen und anderen Erkrankungen mit neu gebildeten Gefäßen. Auch nach einer Operation kann es erneut bluten. Deshalb sind die Behandlung der Ursache und regelmäßige Netzhautkontrollen so wichtig, auch wenn das Sehen wieder gut ist.

Spritze oder Operation bei Glaskörperblutung durch Diabetes?

Beides ist möglich. In einer großen Studie führten Spritzen und frühe Vitrektomie nach einem halben Jahr und nach zwei Jahren zu ähnlichem Sehen; mit Operation wurde das Sehen aber schneller besser, und etwa ein Drittel der Spritzen-Augen musste später doch operiert werden. Eine frühe Operation spricht eher für Menschen mit nur einem gut sehenden Auge oder ohne frühere Laserbehandlung.

Darf ich nach einer Glaskörperoperation fliegen?

Mit einer Gasblase im Auge nicht, weil sich das Gas bei niedrigem Luftdruck ausdehnt und der Augendruck gefährlich steigen kann. Das gilt auch für Fahrten ins Hochgebirge und für Lachgas-Narkosen. Je nach Gasart dauert das Tage bis mehrere Wochen. Mit Silikonöl im Auge ist Fliegen nach Auskunft von Kliniken erlaubt.

Was ist der Unterschied zwischen Glaskörperblutung und Mouches volantes?

Mouches volantes sind meist seit Langem bekannte, wenige, blasse Fäden bei sonst normalem Sehen. Eine Glaskörperblutung kommt plötzlich mit vielen dunklen Punkten, oft mit Rotstich, Schleier oder Sehverschlechterung. Weil die Unterscheidung ohne Untersuchung nicht sicher möglich ist, sollten plötzlich neue Trübungen immer zeitnah abgeklärt werden.

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Quellen

Dieser Artikel wurde aus Fachquellen in 4 Sprachen recherchiert (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) und auf Deutsch zusammengefasst.

Alle 27 Quellen anzeigen
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  2. Leitlinie Nr. 23: Glaskörpertrübungen, Mouches volantes – BVA / DOG (DE)
  3. Ergänzende Stellungnahme zur Therapie der proliferativen diabetischen Retinopathie – DOG, Retinologische Gesellschaft, BVA (DE)
  4. ICD-Code H43.1: Glaskörperblutung – gesund.bund.de – Bundesministerium für Gesundheit (DE)
  5. Augenveränderungen bei Diabetes mellitus: Aktuelle Therapien – Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Augenklinik (DE)
  6. Patientenaufklärung: Operationen bei Glaskörperveränderungen (Vitrektomie) – Universitätsklinikum Dresden, Klinik für Augenheilkunde (DE)
  7. Netzhaut-Chirurgie: Informationsbroschüre – Inselspital Bern, Universitätsklinik für Augenheilkunde (DE)
  8. Erkrankungen des Glaskörpers – AMBOSS (DE)
  9. Terson-Syndrom – DocCheck Flexikon (DE)
  10. Vitreous Hemorrhage – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  11. Pearls: Vitreous Hemorrhage (Berdahl, Mruthyunjaya), EyeNet 2007 – American Academy of Ophthalmology (EN)
  12. Clinical Trials in Surgical Retina (DRCR Protocol AB, DRVS) – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
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  14. Vitreous haemorrhage – Patient.info (EN)
  15. Diabetic Vitreous Hemorrhage: Inject or Operate? – Retina Today, 2024 (EN)
  16. Posterior vitreous detachment – patient information – Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (EN)
  17. Hémorragie du vitré – EMC / EM-consulte, 2024 (FR)
  18. Hémorragie intraoculaire – Larousse Médical (FR)
  19. Anti-VEGF pour la prévention de l'hémorragie postopératoire après vitrectomie dans la rétinopathie diabétique proliférante (CD008214) – Cochrane (FR)
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  21. La photocoagulation garde toute sa place dans la rétinopathie diabétique – Le Quotidien du Médecin (FR)
  22. Hemovítreo – Clínica Universidad de Navarra (ES)
  23. Vitreorragia – Clínica Universidad de Navarra (ES)
  24. Retinopatía diabética – Manual MSD, versión para profesionales (ES)
  25. Desprendimiento vítreo – National Eye Institute (NEI), en español (ES)
  26. Anti-VEGF para la prevención de complicaciones después de la vitrectomía por retinopatía diabética – Cochrane, 2023 (ES)
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Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden haben, lassen Sie sich von einer Augenärztin oder einem Augenarzt untersuchen. Mehr zum Haftungsausschluss