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augenarzt.vipAugenkrankheiten verständlich erklärt

Verletzungen und Notfälle

Prellung des Auges (Contusio bulbi)

Eine Prellung des Auges (Contusio bulbi) entsteht durch stumpfe Gewalt, etwa durch einen Ball, eine Faust oder einen Sektkorken, meist ohne dass der Augapfel aufreißt. Hinter einem harmlos wirkenden blauen Auge können Blut im Auge, Netzhautschäden oder ein Bruch der Augenhöhle stecken; deshalb gehört jede Prellung mit Sehstörung, Doppelbildern oder starken Schmerzen sofort in augenärztliche Hände.

Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 37 Minuten · 19 Quellen in 4 Sprachen

Notfall: Bei Sehverschlechterung, Doppelbildern, Blut im Auge, unrunder Pupille, starken Schmerzen oder tauber Wange sofort in die Augenambulanz; auch ein scheinbar leichtes blaues Auge sollte zeitnah augenärztlich angesehen werden. Wann sofort zum Arzt?

1 Kurzübersicht

Eine Prellung des Auges, in der Fachsprache Contusio bulbi oder stumpfes Augentrauma, ist eine Verletzung durch stumpfe Gewalt von außen. Der Augapfel (Bulbus) wird dabei gequetscht, aber nicht durchbohrt oder aufgeschnitten. Typische Auslöser sind ein Ball, eine Faust, ein Ellenbogen, ein Sektkorken oder ein Sturz aufs Gesicht.

Von außen sieht man oft nur ein „blaues Auge“: geschwollene, verfärbte Lider. Entscheidend ist aber, was im Auge passiert ist.

Der Schlag drückt den Augapfel für einen Sekundenbruchteil zusammen und dehnt ihn zur Seite. Dabei können Gefäße, Regenbogenhaut, Linsenaufhängung, Netzhaut, Aderhaut und Sehnerv Schaden nehmen. Auch die dünnen Knochen der Augenhöhle können brechen.

Die Folgen reichen von einer harmlosen Schwellung, die nach zwei bis drei Wochen verschwunden ist, bis zu bleibendem Sehverlust. Häufige Begleitverletzungen sind:

  • Blut in der vorderen Augenkammer (Hyphäma) mit Gefahr eines Druckanstiegs,
  • Schwellung der Netzhaut (Berlin-Ödem, Commotio retinae),
  • Einrisse an Regenbogenhaut, Kammerwinkel, Aderhaut oder Netzhaut,
  • Verlagerung oder Trübung der Linse,
  • Bruch des Augenhöhlenbodens mit Doppelbildern und tauber Wange,
  • selten ein Platzen des Augapfels (Bulbusruptur).

Eine deutschsprachige Fachquelle beziffert den Anteil der Prellung auf etwa 5 Prozent aller Augenverletzungen; in der Notfallambulanz ist sie trotzdem ein häufiger Grund für eine Vorstellung. Internationale Übersichten zählen sie dagegen zu den häufigsten Formen der Augenverletzung überhaupt, mit 21 bis 61 Prozent aller Fälle. Der Unterschied liegt vor allem daran, was jeweils mitgezählt wird, etwa Lidprellungen oder Brüche der Augenhöhle.

Wichtig für Sie: Nicht jedes blaue Auge ist gefährlich. Aber man sieht einem Auge von außen nicht an, ob innen etwas verletzt ist. Manche Schäden machen anfangs gar keine Beschwerden, andere zeigen sich erst nach Tagen oder sogar nach Jahren, etwa ein Grüner Star oder eine Netzhautablösung. Deshalb gehören die augenärztliche Untersuchung nach dem Unfall und die Kontrollen danach zur Behandlung dazu.

2 Symptome

In diesem Kapitel (19)

Welche Beschwerden sind nach einer Prellung des Auges typisch?

Typisch sind Schmerzen, Schwellung und Bluterguss der Lider sowie oft verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit. Welche Beschwerden dazukommen, hängt davon ab, welcher Teil des Auges verletzt wurde. Die folgenden Abschnitte gehen das Auge deshalb von außen nach innen durch.

Häufige Beschwerden direkt nach dem Unfall sind:

  • Schmerzen am und im Auge, unterschiedlich stark,
  • Lichtempfindlichkeit (Blendung, Lichtscheu),
  • verschwommenes oder verschleiertes Sehen, sofort oder zunehmend,
  • Doppelbilder,
  • Lichthöfe (Halos) um Lampen,
  • Lichtblitze oder schwarze Punkte und Flocken im Blickfeld,
  • Rötung des Auges,
  • Schwellung und Verfärbung der Lider.

Schmerz, Lichtscheu, Lichtblitze und Flocken gelten in der augenärztlichen Befragung als Hinweise auf eine ernstere Verletzung im Augeninneren. Sie sind also kein Grund zur Panik, aber ein Grund, nicht abzuwarten.

Wie unterscheiden sich leichte und schwere Prellungen?

Eine leichte Prellung macht Schmerz und Schwellung, aber das Sehen bleibt gut; eine schwere Prellung verschlechtert das Sehen deutlich. Augenärztliche Ratgeber unterscheiden grob vier Stufen.

SchweregradTypische ZeichenAussicht
Leichte PrellungSchmerz, Schwellung, Bluterguss am Lid, Sehen kaum verändertheilt meist ohne bleibende Schäden
Kräftigere Prellungdeutlichere Sehstörung, Blendung, oft Blut oder Entzündung im Augemeist gute Erholung, Kontrollen nötig
Schwere PrellungSchäden an Netzhaut, Linse, Regenbogenhaut oder Knochenbleibende Sehminderung möglich
Augapfelriss (Ruptur)starker Sehverlust, verformtes Auge, Wunde, sehr weiches Augesofortige Operation, Prognose ernst

Der Augapfelriss ist bei stumpfer Gewalt selten. Er ist aber die gefährlichste Form und wird unten eigens beschrieben.

Wie sieht ein „blaues Auge“ aus und wann ist es harmlos?

Ein blaues Auge (Veilchen) ist ein Bluterguss mit Schwellung der Lider und der Haut um das Auge; es ist harmlos, wenn das Auge selbst unverletzt ist. Die Schwellung kann so stark sein, dass Sie das Auge kaum öffnen können. Die Farbe wechselt in den folgenden Tagen von dunkelrot und blau über grün nach gelb.

Ohne weitere Verletzung bessert sich ein blaues Auge in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Ob das Auge darunter wirklich unverletzt ist, lässt sich aber erst sagen, wenn das Sehen und das Augeninnere geprüft wurden. Ist das Lid so dick geschwollen, dass Sie selbst nicht prüfen können, ob Sie normal sehen, gehört das Auge rasch zur Augenärztin oder zum Augenarzt.

Blutergüsse um beide Augen nach einem Schlag auf den Kopf („Brillenhämatom“) können ein Zeichen für einen Bruch an der Schädelbasis sein. Das ist ein Fall für die Notaufnahme, ebenso wie Bewusstlosigkeit oder Erbrechen nach dem Unfall.

Was bedeutet ein roter Fleck auf dem Weißen des Auges?

Ein flächiger, hellroter Fleck auf dem Weißen des Auges ist meist eine Blutung unter der Bindehaut (Hyposphagma) und für sich allein harmlos. Sie entsteht, wenn bei dem Schlag kleine Äderchen in der Bindehaut platzen. Sie tut meist nicht weh und beeinträchtigt das Sehen nicht. Mehr dazu lesen Sie unter Blutung unter der Bindehaut.

Nach einer Prellung ist so ein Fleck trotzdem kein Grund zur Entwarnung. Die Bindehaut kann zusätzlich geschwollen, gerötet und juckend sein. Eine sehr ausgedehnte, prall gewölbte Blutung kann außerdem einen Riss der Lederhaut darunter verdecken. Deshalb sollte das Auge nach einem Schlag auch dann untersucht werden, wenn „nur“ das Weiße rot ist.

Woran erkennt man Blut in der vorderen Augenkammer (Hyphäma)?

Bei einem Hyphäma sammelt sich Blut im Raum zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut; bei einer größeren Blutung sieht man unten im Auge einen roten Blutspiegel hinter der Hornhaut. Das Blut sinkt nach unten, deshalb bildet es im Sitzen oder Stehen eine waagerechte Linie. Es kann einen Teil der Regenbogenhaut und der Pupille oder beide ganz bedecken. Manchmal ist nur eine rötliche Tönung des Kammerwassers zu sehen, und sehr kleine Blutungen erkennt nur die Ärztin oder der Arzt an der Spaltlampe.

Typische Beschwerden sind:

  • verschwommenes, getrübtes oder teilweise blockiertes Sehen,
  • Lichtempfindlichkeit und Schmerz bei hellem Licht,
  • meist deutliche Schmerzen im Auge.

Der Unterschied zur Bindehautblutung ist wichtig: Die Blutung auf dem Weißen ist meist schmerzlos und harmlos. Das Hyphäma liegt im Auge, schmerzt typischerweise und muss behandelt werden, weil der Augeninnendruck steigen kann.

Wenn der Druck steigt

Steigt der Augeninnendruck durch das Blut, kommen oft starke, dumpfe Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und eine weitere Sehverschlechterung hinzu. Das Bild ähnelt dann einem akuten Glaukomanfall. Diese Zeichen sind ein Notfall, auch wenn sie erst Tage nach dem Unfall auftreten.

Nachblutung in den ersten Tagen

Ein Hyphäma kann in den ersten Tagen erneut bluten, meist innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Unfall. Eine Nachblutung ist oft stärker als die erste Blutung und lässt den Druck eher ansteigen. Merken Sie in dieser Zeit, dass Sie schlechter sehen oder dass die Schmerzen zunehmen, melden Sie sich sofort.

Was passiert an der Hornhaut?

Die Hornhaut kann bei einer Prellung oberflächlich abgeschürft werden oder aufquellen (Hornhautödem); beides macht Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Tränen und verschwommenes Sehen. Eine Abschürfung fühlt sich an, als ob Sand im Auge wäre, und schmerzt beim Blinzeln. Ein Hornhautödem macht das Sehen milchig und trüb, als ob man durch eine beschlagene Scheibe schaut. Ein Ödem kann auch mit erhöhtem Augeninnendruck zusammenhängen.

Mehr über Verletzungen der vordersten Augenschicht finden Sie im Artikel Hornhautverletzung.

Was bedeutet eine unrunde oder weite Pupille nach dem Schlag?

Eine unrunde, verzogene oder dauerhaft weite Pupille zeigt, dass die Regenbogenhaut (Iris) oder ihr Schließmuskel verletzt wurde. Kleine Einrisse am Pupillenrand führen dazu, dass sich die Pupille nicht mehr richtig eng stellt. Das Auge passt sich dann schlechter an Helligkeit an: Sie fühlen sich geblendet, vor allem draußen in der Sonne oder beim Autofahren nachts.

Eine weite Pupille, die kaum auf Licht reagiert, kann außerdem auf eine Schädigung des Ziliarkörpers hinweisen. Das ist der Muskel, der die Linse scharf stellt. Dann fällt das Lesen in der Nähe schwer, manchmal mit Kopfschmerzen. Kommt ein hängendes Oberlid oder eine eingeschränkte Augenbewegung dazu, kann auch ein Hirnnerv betroffen sein, der Auge und Lid bewegt. Das muss dringend abgeklärt werden.

Irisabriss (Iridodialyse)

Reißt die Regenbogenhaut an ihrer Wurzel ab, entsteht neben der Pupille eine zweite, sichelförmige Öffnung. Die Pupille wird D-förmig verzogen. Durch das „zweite Loch“ fällt zusätzliches Licht ins Auge, was Blendung und auf dem verletzten Auge Doppelbilder verursachen kann.

Welche Zeichen weisen auf eine verletzte oder verschobene Linse hin?

Eine verletzte Linse macht sich durch zunehmend trübes, verschleiertes Sehen bemerkbar; eine verschobene Linse durch stark schwankende Schärfe, Doppelbilder auf einem Auge und manchmal ein Zittern der Regenbogenhaut. Die Linse hängt an feinen Fasern (Zonulafasern). Diese können bei der Dehnung des Augapfels reißen.

  • Teilweise Verschiebung (Subluxation): Die Linse kippt oder rutscht zur Seite. Das Sehen ist verzerrt oder doppelt. Bei Augenbewegungen schlottert die Regenbogenhaut sichtbar (Iridodonesis), weil sie die Stütze durch die Linse verliert.
  • Vollständige Verlagerung (Luxation): Die Linse fällt nach hinten in den Glaskörper oder nach vorn in die Vorderkammer. Fällt sie nach vorn, kann sie den Abfluss des Kammerwassers blockieren. Dann steigt der Druck plötzlich an, mit heftigen Schmerzen, rotem Auge und Übelkeit.
  • Trübung (traumatischer Grauer Star): Direkt nach dem Unfall oder Wochen bis Jahre später trübt sich die Linse. Das Sehen wird milchig und blendempfindlich wie bei einem Grauen Star. An der Spaltlampe zeigt sich manchmal eine sternförmige Trübung (Kontusionsrosette) oder ein Ring aus Pigment auf der Linse (Vossius-Ring), ein Abdruck des Pupillenrands.

Mehr zu diesem Krankheitsbild lesen Sie unter Verschobene Augenlinse.

Warum macht eine Verletzung des Kammerwinkels zunächst keine Beschwerden?

Der Kammerwinkel, über den das Kammerwasser abfließt, kann bei der Prellung einreißen, ohne dass Sie davon etwas merken. Fachleute nennen das Winkelrückzug (Angle recession). Er findet sich in bis zu 60 Prozent der Augen nach einer stumpfen Verletzung.

Gefährlich ist er, weil das Abflusssystem dadurch dauerhaft geschwächt sein kann. Daraus kann sich Monate, Jahre oder Jahrzehnte später ein Grüner Star entwickeln. Dieser verläuft wie andere Offenwinkel-Glaukome schleichend und schmerzlos: Das Gesichtsfeld schrumpft unbemerkt vom Rand her. Deshalb sind nach einer deutlichen Prellung regelmäßige Druckmessungen wichtig, auch wenn das Auge sich gut anfühlt.

Welche Beschwerden macht eine Schwellung der Netzhaut (Berlin-Ödem)?

Eine Netzhautschwellung nach Prellung (Berlin-Ödem, Commotio retinae) verursacht oft gar keine Beschwerden; ist die Makula betroffen, sehen Sie verschwommen, verzerrt oder haben einen grauen Fleck in der Mitte. Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens. Bei der Augenspiegelung erscheint die betroffene Netzhaut grau-weißlich und milchig.

Häufig liegt die Schwellung nicht dort, wo der Schlag auftraf, sondern auf der gegenüberliegenden Seite des Auges. Fachleute sprechen vom Contrecoup, dem Gegenstoß. Weil die Schwellung am Rand der Netzhaut nichts am zentralen Sehen ändert, wird sie leicht übersehen. Mögliche Beschwerden sind:

  • verschwommenes Sehen direkt nach dem Unfall,
  • blinde oder graue Flecken im Gesichtsfeld (Skotome),
  • verzerrtes Sehen, gerade Linien wirken wellig (Metamorphopsie),
  • Ausfall eines Teils des Gesichtsfelds.

Die meisten Schwellungen bilden sich von selbst zurück. Entsteht daraus aber ein Loch in der Makula, ein Makulaforamen, bleibt eine Sehminderung.

Was bedeuten Lichtblitze, Rußregen oder ein Schatten nach dem Unfall?

Lichtblitze, plötzlich viele schwarze Punkte („Rußregen“) oder ein Schatten, der sich von der Seite ins Bild schiebt, sind Warnzeichen für eine Blutung in den Glaskörper, einen Netzhautriss oder eine Netzhautablösung. Sie müssen noch am selben Tag untersucht werden.

  • Glaskörperblutung: Blut im gelartigen Inneren des Auges. Sie sehen rote Schlieren, Spinnweben oder einen dunklen Vorhang, je nach Menge. Mehr dazu unter Glaskörperblutung.
  • Netzhautriss: Lichtblitze, besonders im Dunkeln und bei Augenbewegungen, dazu neue Flocken oder Punkte.
  • Netzhautablösung: ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld, der größer wird. Kleine Netzhautverletzungen machen sich manchmal erst Tage oder Wochen nach dem Unfall bemerkbar.

Was passiert bei einem Riss der Aderhaut?

Ein Riss der Aderhaut, der gefäßreichen Schicht unter der Netzhaut, führt zu einer Blutung unter der Netzhaut; liegt er nahe der Makula, sinkt die Sehschärfe deutlich. Die Risse verlaufen oft bogenförmig um den Sehnerv. Anfangs verdeckt das Blut den Riss. Erst wenn es sich auflöst, sieht man ihn als gelblich-weiße Linie. Ein solcher Riss kann noch Monate später neue, krankhafte Gefäße bilden, die erneut bluten.

Woran erkennt man eine Schädigung des Sehnervs?

Eine Schädigung des Sehnervs zeigt sich durch deutlich schlechteres Sehen, blassere Farben und manchmal Ausfälle im Gesichtsfeld, oft ohne dass das Auge selbst besonders verletzt aussieht. Bei der Untersuchung reagiert die Pupille des verletzten Auges auf Licht schwächer als die des gesunden. Das ist ein ungünstiges Zeichen, denn es spricht für eine Schädigung des Sehnervs oder für starken Druck in der Augenhöhle.

Welche Beschwerden macht ein Bruch des Augenhöhlenbodens?

Ein Bruch des Augenhöhlenbodens (Orbitabodenfraktur) zeigt sich typischerweise durch Doppelbilder beim Blick nach oben oder unten, eine taube Wange und ein eingesunkenes Auge. Der Boden der Augenhöhle ist ihre dünnste Wand. Trifft ein Ball oder eine Faust auf das Auge, wird der Druck auf diese Wand übertragen, und sie bricht nach unten in die Kieferhöhle. Am häufigsten betroffen sind junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren.

Mögliche Zeichen:

  • Doppelbilder, vor allem beim Blick nach oben oder unten. Ursache ist entweder die Schwellung oder ein Augenmuskel, der sich im Bruchspalt eingeklemmt hat, meist der untere gerade Augenmuskel.
  • Schmerzen beim Bewegen des Auges oder ein Auge, das beim Blick nach oben nicht mitgeht.
  • Taubheit oder Kribbeln an Wange, Nasenflügel, Oberlippe und oberen Zähnen. Der Nerv, der diese Gegend versorgt (Nervus infraorbitalis), verläuft im Augenhöhlenboden und wird bei dem Bruch gequetscht.
  • Eingesunkenes Auge (Enophthalmus) oder ein Auge, das tiefer steht als das andere. Das wird oft erst nach Tagen bis Wochen sichtbar, wenn die Schwellung zurückgeht.
  • Nasenbluten auf der verletzten Seite.
  • Knistern unter der Haut und plötzliche Schwellung des Lids, oft nach dem Naseputzen. Dabei wird Luft aus der Kieferhöhle ins Gewebe gedrückt (Hautemphysem).

Manche Betroffene haben trotz Bruch kaum Beschwerden. Umgekehrt beweist eine starke Schwellung noch keinen Bruch.

Übelkeit und langsamer Puls bei Augenbewegungen

Ist ein Augenmuskel eingeklemmt, kann jede Blickbewegung nach oben oder unten Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und einen auffallend langsamen Puls auslösen. Dahinter steckt ein Reflex zwischen Augenmuskeln und Herz (okulokardialer Reflex). Dieser Befund ist dringlich, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Was ist, wenn das Auge plötzlich hervortritt und hart wird?

Tritt das Auge nach der Prellung hervor, wird es hart, schmerzt zunehmend und lässt das Sehen nach, kann eine Blutung hinter dem Auge vorliegen; das ist ein absoluter Notfall. Die Augenhöhle ist ein knöcherner Raum mit wenig Platz. Sammelt sich dort Blut oder Luft, steigt der Druck schnell (orbitales Kompartmentsyndrom). Er drückt auf Sehnerv und Blutgefäße. Ohne Entlastung innerhalb kurzer Zeit kann das Auge erblinden.

Weitere Zeichen sind ein prall gespanntes Lid, das sich kaum anheben lässt, eine stark eingeschränkte Augenbeweglichkeit und eine Pupille, die schlecht auf Licht reagiert.

Woran erkennt man, dass der Augapfel geplatzt sein könnte?

Hinweise auf einen geplatzten Augapfel (Bulbusruptur) sind ein starker Sehverlust, eine verzogene oder tropfenförmige Pupille, eine sichtbare Wunde, ausfließende Flüssigkeit und ein Auge, das weicher oder anders geformt wirkt als das andere. Die Wand des Augapfels reißt bei sehr großer Gewalt meist dort, wo sie am dünnsten ist, etwa am Hornhautrand oder hinter dem Ansatz der Augenmuskeln. Der Riss ist dann von außen manchmal nicht zu sehen.

Die Ärztin oder der Arzt achtet auf eine ungewöhnlich flache oder tiefe Vorderkammer, einen sehr niedrigen Augeninnendruck und einen fehlenden roten Reflex aus dem Auge. Bei Verdacht gilt: nicht drücken, nicht reiben, keine Tropfen oder Salben, das Auge nur locker mit einer festen Schutzschale oder einem Becher abdecken und sofort in die Augenklinik.

Welche Zeichen bemerken Angehörige?

Angehörige sehen oft Zeichen, die die verletzte Person selbst nicht wahrnimmt: eine unrunde oder im Vergleich zur anderen Seite größere Pupille, rotes Blut hinter der Hornhaut, ein Auge, das tiefer steht, hervortritt oder beim Blick nach oben nicht mitgeht. Achten Sie auch auf Erbrechen, Benommenheit, ungewöhnliche Schläfrigkeit und Klagen über Doppelbilder.

Bei älteren Menschen nach einem Sturz ist zusätzlich an eine Kopfverletzung zu denken. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, blutet leichter nach, auch im Auge.

Woran erkennt man eine ernste Prellung bei Kindern?

Bei Kindern ist eine ernste Prellung schwerer zu erkennen, weil sie Sehstörungen oft nicht beschreiben können; Warnzeichen sind Lichtscheu, ständiges Reiben, Weinen beim Blick nach oben, Erbrechen und ein Auge, das nicht mitbewegt wird. Häufige Auslöser sind Unfälle beim Spielen und beim Sport, vor allem Bälle und Stöcke.

Der „unauffällige“ Augenhöhlenbruch bei Kindern

Bei Kindern gibt es eine besondere Bruchform, die Trapdoor-Fraktur. Der elastische Knochen bricht ein und federt sofort wie eine Falltür zurück. Dabei klemmt er einen Augenmuskel ein. Von außen sieht das Auge oft fast unverletzt aus, mit wenig Bluterguss und Rötung. Hinweise sind Schmerzen und Doppelbilder beim Blick nach oben, Übelkeit, Erbrechen und ein langsamer Puls. Weil der eingeklemmte Muskel ohne Blutversorgung Schaden nimmt, muss rasch operiert werden.

Gefahr der Schwachsichtigkeit

Bei kleinen Kindern entwickelt sich das Sehen noch. Sieht ein Auge nach der Verletzung längere Zeit schlecht, etwa wegen einer Blutung oder einer Linsentrübung, kann es dauerhaft schwachsichtig bleiben (Schwachsichtigkeit). Kinder unter fünf Jahren sollten deshalb nach jeder Augenverletzung ärztlich angesehen werden.

Überblick: Welche Zeichen deuten auf welche Verletzung?

Die Tabelle fasst zusammen, welche Beschwerde auf welche Verletzung hindeuten kann und wie dringend sie ist.

Beschwerde oder ZeichenMögliche UrsacheDringlichkeit
Lidschwellung, Bluterguss, gutes SehenLidprellung (blaues Auge)zeitnah untersuchen lassen
Roter Fleck auf dem Weißen, kein SchmerzBlutung unter der Bindehautzeitnah untersuchen lassen
Blutspiegel hinter der HornhautHyphämasofort
Unrunde, weite oder starre PupilleIrisverletzung, Hirnnerv, Ruptursofort
Doppelbilder, taube WangeAugenhöhlenbodenbruchsofort
Lichtblitze, Rußregen, SchattenGlaskörperblutung, Netzhautriss oder -ablösungam selben Tag
Grauer Fleck oder verzerrtes Bild in der MitteBerlin-Ödem, Makulaschadenam selben Tag
Hervortretendes, hartes Auge mit SehverlustBlutung hinter dem AugeNotruf 112
Starke Schmerzen, Übelkeit, SehverlustDruckanstieg, Ruptursofort
Schleichender Gesichtsfeldverlust nach JahrenGlaukom nach Winkelrückzugregelmäßige Kontrollen

3 Ursachen und Risikofaktoren

In diesem Kapitel (6)

Wodurch entsteht eine Prellung des Auges?

Eine Prellung entsteht durch einen Schlag oder Stoß mit einem stumpfen Gegenstand auf das Auge oder die Augenhöhle. Häufige Auslöser sind:

  • Faustschlag, Ellenbogen oder Tritt, etwa bei Schlägereien oder Kampfsport,
  • Bälle, besonders kleine, schnelle Bälle wie beim Squash, Tennis, Racquetball oder Golf,
  • Sektkorken, die unkontrolliert aus der Flasche schießen,
  • Schneebälle und geworfene Steine,
  • Holzscheite beim Holzhacken und Steine, die der Rasenmäher hochschleudert,
  • Stöcke, Spielzeugpfeile mit Schaumstoffspitze, Gummizüge und Fitnessbänder,
  • Feuerwerkskörper,
  • Hörner von Kühen in der Landwirtschaft,
  • Stürze aufs Gesicht, bei älteren Menschen die häufigste Ursache.

Warum sind Ball, Faust und Korken so gefährlich?

Gefährlich sind Gegenstände, die kleiner sind als die knöcherne Öffnung der Augenhöhle, weil sie den Augapfel direkt treffen. Bei großflächiger Gewalt, etwa beim Aufprall auf eine Wand, fangen Stirn, Wangenknochen und Nase einen Großteil der Energie ab. Ein Tennisball, eine Faust oder ein Sektkorken passt dagegen genau in die Augenhöhle.

Beim Aufprall wird der Augapfel von vorn nach hinten zusammengedrückt und gleichzeitig am Äquator, also in der Mitte, gedehnt. Danach schnellt er zurück. Diese kurze Verformung reißt an allen Strukturen, die am Rand befestigt sind: an den Fasern der Linsenaufhängung, an der Iriswurzel, am Kammerwinkel, an der Aderhaut und an der Netzhaut. Gefäße platzen und bluten.

Wie entsteht ein Bruch der Augenhöhle?

Der Augenhöhlenboden bricht, weil er die dünnste Wand der Augenhöhle ist, besonders dort, wo der Nerv für die Wange in ihm verläuft. Dafür gibt es zwei Erklärungen. Nach der einen erhöht der Schlag schlagartig den Druck in der Augenhöhle, und der Boden gibt an der schwächsten Stelle nach. Nach der anderen staucht die Kraft auf den Knochenrand die Augenhöhle, und der Boden knickt ein.

Fachleute unterscheiden verschiedene Formen:

  • Blow-out-Fraktur: Boden oder Innenwand brechen nach außen, der Rand der Augenhöhle bleibt heil. Die Augenhöhle wird größer, das Auge kann einsinken.
  • Trapdoor-Fraktur: fast nur bei Kindern. Der Knochen federt zurück und klemmt Gewebe ein.
  • Blow-in-Fraktur: selten. Die Wand bricht nach innen, die Augenhöhle wird enger, der Sehnerv kann gequetscht werden.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Am häufigsten betroffen sind Jugendliche und junge Männer sowie Menschen über 70 Jahre. Bei Kindern sind etwa sechs von zehn Verletzten Jungen, bei Erwachsenen mehr als acht von zehn Männer. Im höheren Alter gleicht sich der Unterschied an, weil dann Stürze die Hauptursache sind. Prellungen treten in den Sommermonaten häufiger auf, wenn mehr draußen gespielt und Sport getrieben wird.

Welche Umstände erhöhen das Risiko?

Das Risiko steigt vor allem durch fehlenden Augenschutz bei Sport und Arbeit sowie durch Alkohol. Weitere Risikofaktoren sind:

  • Ballsportarten und Sportarten mit Schläger oder Körperkontakt,
  • Berufe in Handwerk, Industrie und Landwirtschaft,
  • Alkohol, weil Schutzreflexe fehlen und Stürze häufiger werden,
  • Motorradfahren,
  • Gangunsicherheit im Alter, etwa nach einem Schlaganfall oder bei Parkinson,
  • Gewalt, auch Misshandlung von Kindern oder Partnern.

Gibt es Augen, die empfindlicher reagieren?

Ja, manche Augen werden schon durch geringere Gewalt stärker verletzt. Bei angeborenen Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom oder der Homocystinurie sind die Linsenfasern schwächer, die Linse verrutscht leichter. Ähnliches gilt für eine ungewöhnlich runde, kleine Linse (Sphärophakie). Wer früher schon am Auge operiert wurde, etwa am Grauen Star oder an der Hornhaut, hat Narben, die bei einem Schlag wieder aufreißen können.

Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder eine Blutungsneigung hat, blutet stärker und häufiger nach. Bei Menschen mit Sichelzellanlage oder Sichelzellkrankheit verklumpen rote Blutkörperchen in der Vorderkammer leichter. Das Kammerwasser fließt dann schlechter ab, und der Druck steigt schon bei kleinen Blutungen. Teilen Sie der Ärztin oder dem Arzt solche Umstände deshalb immer mit.

4 Diagnose

In diesem Kapitel (10)

Wie läuft die Untersuchung nach einer Prellung ab?

Die Augenärztin oder der Augenarzt fragt zuerst nach dem Unfallhergang und prüft dann Sehschärfe, Pupillen, Augenbeweglichkeit, Augeninnendruck und das Augeninnere, ohne auf den Augapfel zu drücken. Liegt der Verdacht auf einen geplatzten Augapfel nahe, wird besonders vorsichtig untersucht und manches erst im Operationssaal geklärt.

Welche Fragen werden gestellt?

Gefragt wird, womit, wie stark und wann das Auge getroffen wurde. Wichtig sind außerdem:

  • Beschwerden wie Schmerz, Lichtscheu, Lichtblitze, Flocken oder Doppelbilder,
  • frühere Verletzungen oder Operationen am Auge,
  • wie gut das Auge vorher gesehen hat und ob Sie eine Brille tragen,
  • gerinnungshemmende Medikamente und eine bekannte Blutungsneigung,
  • Erkrankungen wie Marfan-Syndrom oder eine Sichelzellanlage,
  • Bewusstlosigkeit, Erbrechen oder Kopfschmerz nach dem Unfall,
  • der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf, falls eine Wunde vorliegt.

Die Sehschärfe beim ersten Termin ist der wichtigste einzelne Hinweis darauf, wie das Auge später sehen wird. Deshalb wird sie sorgfältig gemessen, notfalls als Fingerzählen, Handbewegung oder Lichtwahrnehmung.

Was wird an Pupillen und Augenbewegung geprüft?

Die Pupillen werden auf Form, Größe und Lichtreaktion geprüft, die Augenbewegungen in alle Richtungen. Eine Pupille, die im Wechsel mit der gesunden Seite schwächer reagiert, weist auf eine Schädigung des Sehnervs hin. Bei den Augenbewegungen achtet die Ärztin oder der Arzt darauf, ob ein Muskel eingeklemmt ist. Eine Einklemmung wird an der Untersuchung erkannt, nicht allein am Röntgen- oder CT-Bild. Bei Kindern wird dabei auch der Puls überwacht, weil ein eingeklemmter Muskel ihn gefährlich verlangsamen kann.

Das Gesichtsfeld wird grob geprüft, etwa indem Sie Finger zählen, die am Rand Ihres Blickfelds gezeigt werden. Mit einem Gitter aus Linien (Amsler-Gitter) lassen sich Verzerrungen in der Mitte erkennen. Auch das Gefühl an Wange und Oberlippe wird getestet.

Was sieht man an der Spaltlampe?

An der Spaltlampe, einem Mikroskop mit Lichtspalt, sieht die Ärztin oder der Arzt Hornhaut, Vorderkammer, Regenbogenhaut und Linse stark vergrößert. So lassen sich auch winzige Mengen Blut oder Entzündungszellen im Kammerwasser erkennen. Ein Hyphäma wird nach seiner Höhe beschrieben, also danach, welcher Anteil der Vorderkammer mit Blut gefüllt ist.

Ein gelber Farbstoff (Fluorescein) macht Abschürfungen der Hornhaut sichtbar. Mit demselben Farbstoff wird geprüft, ob Kammerwasser aus einer Wunde sickert (Seidel-Test). Zittert die Linse oder die Regenbogenhaut bei Augenbewegungen, spricht das für gerissene Linsenfasern.

Wie wird der Augeninnendruck gemessen und was bedeutet er?

Der Augeninnendruck wird mit einem Messgerät schmerzfrei bestimmt, nach Betäubungstropfen oder mit einem kurzen Luftstoß. Nach einer Prellung kann er erhöht, normal oder erniedrigt sein. Ein erhöhter Druck spricht für Blut, Entzündung oder einen verlegten Abfluss. Ein sehr niedriger Druck kann auf einen Riss der Augapfelwand hinweisen. Ist der Druck hoch und tritt das Auge mit gespannten Lidern hervor, liegt der Verdacht auf eine Blutung hinter dem Auge nahe.

Warum wird die Pupille weitgetropft?

Die Pupille wird weitgetropft, damit die gesamte Netzhaut bis zum Rand untersucht werden kann; diese Untersuchung ist nach einer Prellung zentral. Nur so lassen sich Netzhautschwellung, Risse, Blutungen, Aderhautrisse und Schäden am Sehnerv erkennen. Danach sehen Sie einige Stunden unscharf und sind geblendet. Fahren Sie in dieser Zeit nicht selbst Auto.

In manchen Fällen wird nicht oder erst später weitgetropft, etwa wenn die Pupillenreaktion für die Beurteilung des Sehnervs noch gebraucht wird oder wenn eine verschobene Linse den Abfluss blockieren könnte. Bei einer bereits verletzten Pupille kann die Weitstellung außerdem länger anhalten.

Wozu dient die Untersuchung des Kammerwinkels?

Mit einem Kontaktglas auf dem betäubten Auge (Gonioskopie) erkennt die Ärztin oder der Arzt einen eingerissenen Kammerwinkel. Weil das Glas leicht auf das Auge drückt, wird es nach einem Hyphäma meist erst nach einigen Tagen eingesetzt, und bei Verdacht auf einen Riss der Augapfelwand gar nicht. Ein nachgewiesener Winkelrückzug ist der Grund, warum später regelmäßig der Augendruck kontrolliert wird.

Wann sind Ultraschall, OCT oder CT nötig?

Bildgebung kommt dazu, wenn das Augeninnere nicht einsehbar ist oder ein Bruch der Augenhöhle vermutet wird.

VerfahrenWofür
Ultraschall (B-Bild)Netzhaut und Glaskörper beurteilen, wenn Blut die Sicht verdeckt; nicht bei Verdacht auf geplatzten Augapfel
Optische Kohärenztomografie (OCT)Schichtaufnahmen von Makula und Netzhaut, Nachweis eines Ödems oder Makulalochs, Darstellung des Kammerwinkels
Computertomografie (CT) der Augenhöhledünne Schichten bei Verdacht auf Knochenbruch, eingeklemmtes Gewebe, Fremdkörper oder Ruptur
Farbstoffdarstellung der Gefäße (Angiografie)bei Aderhautrissen und neuen Gefäßen

Ein einfaches Röntgenbild reicht bei Verdacht auf einen Bruch der Augenhöhle nicht aus; einzelne ältere Ratgeber nennen es noch, aktuelle Fachquellen empfehlen die Computertomografie. Eine Kernspintomografie (MRT) wird nicht gemacht, solange ein Metallsplitter im Auge möglich ist, weil der Magnet ihn bewegen könnte.

Welche Blutuntersuchungen können sinnvoll sein?

Bei einem Hyphäma ohne erkennbaren Grund für eine starke Blutung können Blutbild und Gerinnungswerte bestimmt werden. Wenn eine Sichelzellanlage möglich ist, wird darauf getestet, weil sie die Wahl der Augentropfen beeinflusst.

Was muss abgegrenzt werden?

Wichtig ist vor allem die Abgrenzung zu einer offenen Verletzung, etwa durch einen spitzen Gegenstand oder einen eingedrungenen Splitter; Hinweise dazu finden Sie unter Fremdkörper im Auge. Weitere Abgrenzungen:

  • eine Verätzung, wenn Flüssigkeit im Spiel war (Verätzung des Auges),
  • eine Blutung in der Vorderkammer ohne Unfall, etwa bei Entzündungen der Regenbogenhaut, Gerinnungsstörungen oder krankhaften Gefäßen,
  • eine Glaskörperblutung durch Diabetes oder Makuladegeneration, die zufällig nach einem Unfall entdeckt wird,
  • eine verschobene Linse ohne nennenswerten Unfall bei Bindegewebserkrankungen.

5 Behandlung

In diesem Kapitel (11)

Was kann ich direkt nach dem Schlag selbst tun?

Schützen Sie das Auge, kühlen Sie die Umgebung vorsichtig und lassen Sie das Auge untersuchen; drücken oder reiben Sie nicht am Auge. Diese Schritte helfen:

  1. Hinsetzen, Kopf und Oberkörper erhöht halten.
  2. Prüfen, ob Sie mit dem verletzten Auge normal sehen; dazu das andere Auge zuhalten.
  3. Ein Kühlpack oder Eis in ein Tuch wickeln und 10 bis 20 Minuten auf Stirn und Wange um das Auge legen, ohne Druck auf den Augapfel. In den ersten ein bis zwei Tagen mehrmals wiederholen.
  4. Keine Kontaktlinsen einsetzen, kein Make-up.
  5. Gegen Schmerzen eignet sich Paracetamol. Acetylsalicylsäure (ASS) meiden, weil sie Blutungen fördert. Ibuprofen und ähnliche Mittel nur, wenn eine Blutung im Auge ausgeschlossen ist.
  6. Nicht selbst Auto fahren. Ihre Medikamentenliste mitnehmen.

Bei Verdacht auf einen geplatzten Augapfel gilt anderes: nichts aufs Auge legen, das drückt, keine Kühlung direkt auf dem Auge, keine Tropfen oder Salben. Nur eine feste Schutzschale oder einen Pappbecher locker über das Auge setzen und sofort in die Klinik fahren lassen oder den Notruf 112 wählen.

Wie wird ein blaues Auge ohne innere Verletzung behandelt?

Ein blaues Auge ohne Verletzung des Augapfels heilt von selbst; Kühlen in den ersten 24 bis 48 Stunden und danach warme, nicht heiße Kompressen lindern Schwellung und Schmerz. Halten Sie den Kopf beim Schlafen etwas höher. Arnika, Beinwell oder Hamamelis werden in Ratgebern genannt. Bei einer starken Prellung sollten Sie sich aber nicht auf solche Mittel verlassen, sondern das Auge untersuchen lassen. Bessert sich ein blaues Auge nach drei Wochen nicht, gehört es erneut ärztlich angesehen.

Wie wird Blut in der vorderen Augenkammer behandelt?

Ein Hyphäma wird meist ohne Operation behandelt: mit Schonung, erhöhtem Oberkörper, Augenschutz, Augentropfen und engmaschigen Druckkontrollen. Ziel ist, dass sich das Blut auflöst, keine Nachblutung auftritt und der Druck nicht steigt. Die meisten Hyphämata heilen auf diese Weise ohne Folgen.

  • Ruhe: körperliche Schonung oder Bettruhe für einige Tage. Lesen und Bildschirmarbeit können eingeschränkt werden, weil schnelle Augenbewegungen das Blut aufwirbeln.
  • Kopf hoch: Oberkörper beim Liegen und Schlafen etwa 30 bis 45 Grad anheben. So sinkt das Blut nach unten, und die Pupille wird frei.
  • Schutzschale: vor allem nachts, damit Sie das Auge im Schlaf nicht reiben.
  • Keine blutungsfördernden Mittel: mehrere Wochen keine ASS und keine entzündungshemmenden Schmerzmittel wie Ibuprofen, außer die Ärztin oder der Arzt rät ausdrücklich anders. Gerinnungshemmer werden nur nach Rücksprache pausiert, wenn das Risiko für Schlaganfall oder Embolie es zulässt.
  • Druckkontrollen: in den ersten Tagen täglich oder sehr häufig.

Ob die Behandlung ambulant oder stationär erfolgt, hängt von der Größe der Blutung und vom Risiko ab. Eine Aufnahme in die Klinik ist üblich bei großer Blutung, bei Gerinnungsstörungen oder Gerinnungshemmern, bei Sichelzellanlage, bei hohem Druck und oft bei kleinen Kindern.

Welche Augentropfen kommen infrage?

Je nach Befund werden drucksenkende Tropfen, pupillenerweiternde Tropfen und kortisonhaltige Tropfen verordnet. Drucksenkende Tropfen, etwa mit Timolol oder Brimonidin, kommen bei erhöhtem Druck zum Einsatz, notfalls ergänzt durch Tabletten oder Infusionen. Pupillenerweiternde Tropfen wie Atropin stellen den inneren Augenmuskel ruhig und lindern Schmerz und Lichtscheu. Kortison-Tropfen dämpfen die Entzündung. Ob diese Tropfen eine Nachblutung verhindern, ist nicht eindeutig belegt; sie werden deshalb nach Befund und nicht routinemäßig eingesetzt.

Bei Sichelzellanlage werden bestimmte drucksenkende Mittel gemieden, weil sie die Verklumpung der Blutzellen fördern können. Auch deshalb ist die Angabe dieser Anlage wichtig.

Und Tranexamsäure?

Mittel, die die Auflösung von Blutgerinnseln bremsen (Tranexamsäure, Aminocapronsäure), können Nachblutungen etwas seltener machen, haben aber Nebenwirkungen. Sie werden nicht routinemäßig gegeben, sondern höchstens bei hohem Nachblutungsrisiko erwogen.

Wann wird operiert?

Etwa jedes zwanzigste Hyphäma muss operiert werden, meist nachdem die Behandlung mit Medikamenten einige Tage nicht ausgereicht hat. Gründe sind ein Druck, der sich nicht senken lässt, eine beginnende Blutfärbung der Hornhaut, eine große Blutung, die sich nicht auflöst, oder wiederholte Blutungen. Dabei wird die Vorderkammer gespült und das Blut ausgewaschen. Bei Sichelzellanlage liegt die Schwelle für eine Operation niedriger.

Wie wird eine Netzhautschwellung behandelt?

Für das Berlin-Ödem gibt es keine gesicherte Behandlung; meist bildet es sich innerhalb von Tagen bis Wochen von selbst zurück. Hochdosiertes Kortison wird in Einzelfällen versucht, ein Nutzen ist aber nicht belegt. Wichtig sind Kontrollen, um ein Makulaloch oder Risse rechtzeitig zu erkennen.

Was geschieht bei Netzhautrissen und Netzhautablösung?

Ein Netzhautriss ohne Ablösung wird meist mit einem Laser umstellt, damit er fest vernarbt; eine Netzhautablösung muss dringend operiert werden. Bleibt eine Glaskörperblutung über längere Zeit bestehen oder verdeckt sie eine Ablösung, wird der Glaskörper operativ entfernt (Vitrektomie). Bei kleinen Kindern geschieht das wegen der Gefahr der Schwachsichtigkeit früher.

Wie werden Linsenschäden behandelt?

Eine getrübte Linse wird operiert, wenn sie das Sehen deutlich stört; dringend ist der Eingriff, wenn Linsenmaterial in der Vorderkammer liegt, den Druck erhöht oder den Blick auf die Netzhaut versperrt. Sonst wartet man oft, bis Entzündung und Druck abgeklungen sind. Die getrübte Linse wird entfernt und meist durch eine Kunstlinse ersetzt. Eine verschobene Linse wird je nach Ausmaß beobachtet oder operativ entfernt, teils zusammen mit dem Glaskörper und mit Hilfsmitteln, die die Kunstlinse stabilisieren.

Bei Kindern wird eine verletzungsbedingte Linsentrübung zügig operiert, damit das Auge nicht schwachsichtig wird. Bei Kindern unter zwei Jahren wird oft zunächst keine Kunstlinse eingesetzt; das Sehen wird dann mit Kontaktlinse oder Brille korrigiert.

Was hilft bei verletzter Regenbogenhaut und Reizung?

Eine Entzündung der Regenbogenhaut nach der Prellung wird mit pupillenerweiternden und kortisonhaltigen Tropfen behandelt. Ein großer Irisabriss, der Blendung oder Doppelbilder macht, kann mit einer Naht wieder befestigt werden (Iridopexie). Eine dauerhaft weite Pupille lässt sich oft nur begrenzt bessern. Getönte Brillengläser oder spezielle Kontaktlinsen mit aufgedruckter Iris können die Blendung mindern.

Wie wird ein Bruch des Augenhöhlenbodens behandelt?

Viele Brüche des Augenhöhlenbodens heilen ohne Operation; operiert wird bei eingeklemmtem Muskel, bei anhaltenden störenden Doppelbildern oder bei einem großen Bruch mit deutlich eingesunkenem Auge. In den ersten Tagen helfen Kühlen, ein erhöhter Kopf, Schmerzmittel und für zwei bis drei Tage abschwellende Nasentropfen. Bei Zeichen einer Infektion wird ein Antibiotikum gegeben.

Doppelbilder durch die Schwellung bessern sich oft von selbst. Deshalb wird häufig zunächst beobachtet, mit einer Kontrolle innerhalb einer Woche und danach regelmäßig. Bleiben die Doppelbilder zwei bis drei Wochen unverändert störend, wird meist operiert. Die Entscheidung fällt oft nach drei bis vier Wochen. Allein wegen eines leicht eingesunkenen Auges wird in der Regel nicht operiert.

Anders bei einem eingeklemmten Muskel, besonders bei Kindern mit Trapdoor-Fraktur: Hier wird zügig operiert, damit der Muskel nicht dauerhaft geschädigt wird. Bei der Operation wird der Boden wiederhergestellt, meist mit einer dünnen Platte aus Kunststoff oder Metall oder mit körpereigenem Knochen. Mögliche Risiken sind Fehlstellungen des Unterlids, Infektion oder Verrutschen des Implantats und sehr selten ein Sehverlust durch eine Blutung hinter dem Auge.

Verhalten nach einem Augenhöhlenbruch

Für vier bis sechs Wochen gelten Einschränkungen, damit keine Luft aus der Kieferhöhle ins Gewebe gedrückt wird:

  • nicht die Nase schnäuzen,
  • beim Niesen den Mund öffnen,
  • nicht pressen, nicht schwer heben, nicht tief bücken,
  • nicht rauchen,
  • nicht schwimmen und nicht tauchen.

Was geschieht bei einer Blutung hinter dem Auge?

Eine Blutung hinter dem Auge mit Druck auf den Sehnerv wird sofort entlastet, meist durch einen kleinen Schnitt im äußeren Lidwinkel (laterale Kanthotomie). Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung in der Notaufnahme gemacht und verschafft dem Gewebe Platz. Dazu kommen drucksenkende Medikamente und ein erhöhter Oberkörper. Jede Minute zählt, weil der Sehnerv bei anhaltendem Druck schnell abstirbt.

Wie wird ein geplatzter Augapfel versorgt?

Ein geplatzter Augapfel wird so schnell wie möglich in Vollnarkose operiert und verschlossen. Bis dahin bekommt das Auge eine Schutzschale ohne Druck. Antibiotika werden über die Vene gegeben, um einer Infektion im Auge (Endophthalmitis) vorzubeugen. Der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf wird geprüft. Mittel gegen Übelkeit und Schmerzen verhindern, dass Pressen oder Erbrechen den Augeninhalt herausdrückt. Kortison wird erst nach dem Verschluss der Wunde gegeben. Oft sind später weitere Operationen nötig.

Was gilt in Deutschland und Österreich?

In Deutschland und Österreich sind Augenkliniken mit Notaufnahme rund um die Uhr für Prellungen des Auges erreichbar; bei schweren Verletzungen erreichen Sie über den Notruf 112 Hilfe. Ob Kontrollen und Hilfsmittel wie Schutzbrillen bezahlt werden, klären Sie am besten mit Ihrer Krankenkasse; nach Arbeits- oder Schulunfällen ist meist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig.

6 Verlauf und Prognose

In diesem Kapitel (8)

Wie lange dauert die Heilung?

Ein blaues Auge ohne innere Verletzung ist meist nach zwei bis drei Wochen abgeheilt; Verletzungen im Augeninneren brauchen Wochen bis Monate und müssen über Jahre kontrolliert werden. Ein Hyphäma löst sich meist innerhalb von etwa einer Woche auf. Ein Berlin-Ödem sieht oft schon nach einer Woche wieder normal aus. Die meisten Berlin-Ödeme sind nach vier Wochen abgeheilt; das Sehen kann sich bis zu sechs Monate lang weiter bessern.

Wovon hängt die Prognose ab?

Die beste Vorhersage erlaubt die Sehschärfe beim ersten Arztbesuch: Wer zu Beginn noch gut sieht, behält meist ein gutes Sehen. Günstig sind außerdem eine frühe Behandlung, ein junges Alter und Verletzungen, die nur den vorderen Teil des Auges betreffen.

Ungünstige Zeichen sind:

  • fehlende Lichtwahrnehmung beim ersten Termin,
  • ein geplatzter Augapfel,
  • ein Hyphäma, das in Studien das Risiko für ein schlechtes Ergebnis deutlich erhöht,
  • Verletzungen von Netzhaut, Aderhaut oder Sehnerv,
  • eine Glaskörperblutung,
  • eine verzögerte Behandlung.

Trotzdem lohnt sich auch bei sehr schlechtem Anfangssehen eine vollständige Behandlung, weil sich manche Augen unerwartet gut erholen.

Welche Verletzungen heilen meist von selbst?

Meist ohne Eingriff heilen ein blaues Auge, eine Bindehautblutung, ein unkompliziertes Hyphäma, eine Glaskörperblutung ohne Netzhautablösung und ein Berlin-Ödem außerhalb der Makula. Einen Eingriff brauchen dagegen häufig eine Linsentrübung, ein dauerhaft erhöhter Druck, eine Netzhautablösung und ein geplatzter Augapfel.

Wie gut erholt sich das Sehen nach einem Berlin-Ödem?

Die meisten Menschen sehen nach einem Berlin-Ödem nach etwa einem Monat wieder normal. War die Makula betroffen, behielt in einer Untersuchung etwa jede oder jeder Vierte eine dauerhaft verminderte Sehschärfe; lag die Schwellung außerhalb der Makula, waren es etwa 3 von 100. Mögliche Folgen sind ein Makulaloch, Pigmentnarben und ein Schwund der Netzhaut.

Welche Komplikationen drohen nach einem Hyphäma?

Die wichtigsten Komplikationen nach einem Hyphäma sind die Nachblutung und der Druckanstieg. Berichtete Nachblutungsraten schwanken stark zwischen etwa 3 und 38 Prozent; eine aktuelle Fachübersicht schätzt sie auf etwa 5 bis 10 Prozent. Je größer die Blutung, desto häufiger steigt der Druck: in einer älteren Auswertung bei etwa jeder siebten kleinen, aber bei jeder zweiten Blutung, die die Vorderkammer ganz füllt.

Bleibt viel Blut lange im Auge, kann es die Hornhaut von innen rotbraun färben. Diese Verfärbung bildet sich nur sehr langsam zurück und kann eine Operation nötig machen. Weitere mögliche Folgen sind Verklebungen der Regenbogenhaut und eine Verfärbung der Iris.

Welche Spätfolgen können noch nach Jahren auftreten?

Noch Jahre nach einer Prellung können ein Grüner Star, ein Grauer Star und eine Netzhautablösung entstehen. Deshalb sind langfristige Kontrollen wichtig.

  • Grüner Star (Sekundärglaukom): Der Druck kann Wochen bis Monate, aber auch Jahrzehnte nach dem Unfall steigen. In einem US-Register hatten etwa 3 von 100 Augen ein halbes Jahr nach der Prellung ein Glaukom. Ein Winkelrückzug über mehr als die Hälfte des Kammerwinkels erhöht das Risiko. Auffällig ist, dass in einer Studie die Hälfte der Menschen mit einem solchen Glaukom später auch am unverletzten Auge ein Glaukom bekam.
  • Grauer Star: Die Linse kann sich nach Monaten oder Jahren trüben, oft nur auf dem verletzten Auge.
  • Netzhautablösung: Kleine Risse am Netzhautrand können sich später ablösen. Fachquellen empfehlen deshalb, nach einer schweren Prellung lebenslang auf Warnzeichen zu achten.
  • Schwachsichtigkeit: bei Kindern, wenn das Auge während der Heilung lange schlecht sieht.

Welche bleibenden Beschwerden sind möglich?

Bleibende Folgen können eine dauerhaft weite Pupille mit Blendempfindlichkeit, Probleme beim Lesen mit Kopfschmerzen, Doppelbilder und ein eingesunkenes Auge sein. Ist die Makula oder der Sehnerv geschädigt, bleibt die Sehschärfe vermindert. In den schwersten Fällen erblindet das Auge trotz Operation. Nach einem geplatzten Augapfel kann sehr selten das gesunde Auge eine Entzündung entwickeln (sympathische Ophthalmie).

Wie oft sind Kontrollen nötig?

In den ersten Tagen wird oft täglich kontrolliert, später nach etwa einer Woche und je nach Befund in größeren Abständen. Eine Untersuchung nach sieben bis zehn Tagen ist auch nach leichter Prellung sinnvoll, weil kleine Netzhautschäden erst verzögert sichtbar werden. Nach einer deutlichen Prellung mit Hyphäma oder Winkelrückzug wird ein lebenslang erhöhtes Glaukomrisiko angenommen. Fachquellen raten dann zu mindestens jährlichen Untersuchungen mit Druckmessung, auch des anderen Auges.

7 Vorbeugung

In diesem Kapitel (6)

Lassen sich Prellungen des Auges verhindern?

Ja, die meisten Augenverletzungen sind vermeidbar, vor allem durch eine passende Schutzbrille bei Sport und Arbeit. Normale Brillen schützen nicht ausreichend und können beim Aufprall selbst brechen.

Wann sollte ich eine Schutzbrille tragen?

Eine Schutzbrille empfiehlt sich überall dort, wo kleine, schnelle Gegenstände das Auge treffen können:

  • bei Squash, Racquetball, Badminton, Tennis, Hockey und anderen Ballsportarten mit kleinen Bällen oder Schlägern,
  • beim Holzhacken, Rasenmähen, Heckenschneiden und Arbeiten mit Elektrowerkzeugen,
  • in Handwerk, Industrie und Landwirtschaft,
  • beim Umgang mit Feuerwerk,
  • bei Training mit Gummi- und Fitnessbändern.

Beim Motorrad- und Radfahren schützen Helm und Visier, im Auto der Sicherheitsgurt.

Wie öffne ich eine Sektflasche sicher?

Richten Sie den Korken beim Öffnen immer vom Gesicht und von anderen Menschen weg. Halten Sie ihn mit einem Tuch fest, während Sie den Drahtkorb lösen, und drehen Sie die Flasche langsam vom Korken weg, statt den Korken herauszuziehen. Gekühlte Flaschen stehen unter weniger Druck als warme. Schütteln Sie die Flasche nicht.

Wie schütze ich Kinder?

Kinder schützen Sie durch Aufsicht beim Spiel mit Stöcken, Pfeilen und Wurfgeschossen, durch Schutzbrillen bei Ballsport und durch Abstand zu Feuerwerk. Spielzeug, das Geschosse abfeuert, auch mit Schaumstoffspitzen, kann Augen ernsthaft verletzen. Erklären Sie Kindern, dass man nie auf Gesichter zielt.

Wie beuge ich Stürzen im Alter vor?

Stürze im Alter lassen sich durch gutes Licht, das Beseitigen von Stolperfallen, Haltegriffe und passende Gehhilfen verringern. Auch eine aktuelle Brille und die Behandlung eines Grauen Stars verbessern die Sicherheit beim Gehen. Wenig Alkohol senkt das Sturzrisiko in jedem Alter.

Was kann ich nach einer Prellung selbst tun, um Spätfolgen zu verhindern?

Nehmen Sie alle Kontrolltermine wahr, auch wenn das Auge sich gesund anfühlt. Ein Glaukom nach Winkelrückzug macht keine Beschwerden, bis das Gesichtsfeld schon deutlich geschädigt ist. Erzählen Sie jeder neuen Augenärztin und jedem neuen Augenarzt von der früheren Verletzung. Und achten Sie lebenslang auf Lichtblitze, Rußregen oder einen Schatten im Gesichtsfeld.

8 Wann sofort zum Arzt?

Sofort in die Augenklinik oder Notaufnahme (nicht selbst fahren; bei schwerer Verletzung Notruf 112) bei:

  • schlechterem Sehen, einem Schatten oder einem Gesichtsfeldausfall,
  • Doppelbildern oder einem Auge, das sich nicht mehr richtig bewegen lässt,
  • sichtbarem Blut hinter der Hornhaut (Blutspiegel im Auge),
  • unrunder, verzogener oder ungleich großer Pupille,
  • starken oder zunehmenden Schmerzen, Lichtscheu, Übelkeit oder Erbrechen,
  • Lichtblitzen oder plötzlichem Rußregen,
  • einem Lid, das so geschwollen ist, dass Sie das Sehen nicht prüfen können,
  • tauber Wange oder Oberlippe, eingesunkenem oder tiefer stehendem Auge, Knistern unter der Haut,
  • einem hervortretenden, harten Auge mit Sehverlust,
  • einer Wunde, ausfließender Flüssigkeit oder einem verformten Auge,
  • Blutergüssen um beide Augen, Bewusstlosigkeit oder Erbrechen nach einem Schlag auf den Kopf,
  • einem Gegenstand, der mit hoher Geschwindigkeit getroffen hat, etwa vom Rasenmäher oder Werkzeug.

Bis zur Untersuchung: nicht drücken, nicht reiben, nichts ins Auge tropfen, das Auge locker abdecken. Weitere Warnzeichen finden Sie auf der Seite Notfall am Auge.

Am selben Tag augenärztlich untersuchen lassen bei jeder Prellung durch Ball, Faust oder Korken, auch ohne Warnzeichen, bei Kindern unter fünf Jahren, bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente oder bekannter Blutungsneigung und bei anhaltendem Kopfschmerz oder verschwommenem Sehen.

Rasch erneut melden, wenn sich ein blaues Auge nach 24 Stunden nicht bessert, wenn es warm wird, eitert oder Fieber auftritt, und in den Tagen nach einem Hyphäma bei neuen Schmerzen oder schlechterem Sehen.

Regelmäßige Kontrollen: nach sieben bis zehn Tagen und danach nach Absprache; nach einer deutlichen Prellung lebenslang mindestens einmal im Jahr mit Druckmessung. Bessert sich ein blaues Auge nach drei Wochen nicht vollständig, lassen Sie es erneut ansehen.

9 Häufige Fragen

Muss ich mit einem blauen Auge zum Augenarzt?

Ja, nach einem Schlag auf das Auge sollte das Auge zeitnah augenärztlich untersucht werden, sofort bei Sehstörung, Doppelbildern, starken Schmerzen, Blut im Auge oder tauber Wange. Von außen lässt sich nicht erkennen, ob im Auge Blut, eine Netzhautschwellung oder ein Riss vorliegt. Manche dieser Schäden machen anfangs keine Beschwerden.

Ich habe einen Ball aufs Auge bekommen, was soll ich tun?

Kühlen Sie die Umgebung des Auges ohne Druck, nehmen Sie keine Acetylsalicylsäure und lassen Sie das Auge noch am selben Tag untersuchen. Kleine, schnelle Bälle wie beim Squash oder Tennis passen genau in die Augenhöhle und verletzen das Augeninnere besonders leicht. Bei Sehverschlechterung, Blut im Auge oder Doppelbildern fahren Sie sofort in die Augenklinik.

Ist Blut im Auge nach einem Schlag gefährlich?

Das hängt davon ab, wo das Blut sitzt: Ein roter Fleck auf dem Weißen des Auges ist meist harmlos, Blut hinter der Hornhaut (Hyphäma) muss dagegen sofort behandelt werden. Beim Hyphäma kann der Augeninnendruck steigen, und in den ersten Tagen droht eine Nachblutung. Unbehandelt kann das den Sehnerv schädigen oder die Hornhaut dauerhaft verfärben.

Welches Schmerzmittel darf ich nach einer Augenprellung nehmen?

Paracetamol ist nach einer Augenprellung meist die sicherste Wahl, Acetylsalicylsäure (ASS) sollten Sie meiden. ASS und entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen fördern Blutungen. Bei Blut im Auge sind sie deshalb für mehrere Wochen tabu, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät ausdrücklich anders. Bei einem einfachen blauen Auge ohne Verletzung des Augapfels ist Ibuprofen nach ärztlicher Abklärung möglich.

Ich sehe doppelt und meine Wange ist taub, was bedeutet das?

Doppelbilder und eine taube Wange nach einem Schlag sind typische Zeichen für einen Bruch des Augenhöhlenbodens und gehören sofort ärztlich abgeklärt. Der Nerv für Wange, Oberlippe und obere Zähne verläuft im Augenhöhlenboden. Zur Diagnose wird eine Computertomografie gemacht. Schnäuzen Sie bis dahin nicht die Nase, weil sonst Luft ins Gewebe gelangen kann.

Wie lange dauert es, bis ein blaues Auge weg ist?

Ein blaues Auge ohne innere Verletzung ist meist nach zwei bis drei Wochen verschwunden. Die Farbe wechselt dabei von blau-rot über grün zu gelb. Kühlen in den ersten ein bis zwei Tagen und danach warme Kompressen lindern die Beschwerden. Ist es nach drei Wochen nicht abgeheilt, lassen Sie es erneut ansehen.

Kann man nach einer Augenprellung blind werden?

Ja, in seltenen schweren Fällen kann eine Prellung zur Erblindung führen, etwa bei einem geplatzten Augapfel, einer Blutung hinter dem Auge oder einer Schädigung des Sehnervs. Die meisten Prellungen heilen aber ohne bleibende Schäden. Entscheidend sind eine rasche Untersuchung und die Kontrollen in den Wochen danach.

Kann das Auge Jahre nach einer Prellung noch Probleme machen?

Ja, noch Jahre bis Jahrzehnte nach einer Prellung können ein Grüner Star, ein Grauer Star oder eine Netzhautablösung entstehen. Der Grüne Star nach einem Einriss des Kammerwinkels verläuft lange ohne Beschwerden. Deshalb sind nach einer deutlichen Prellung lebenslang regelmäßige Kontrollen mit Druckmessung sinnvoll.

Warum muss ich nach einer Augenprellung zur Kontrolle, obwohl ich gut sehe?

Weil manche Schäden erst nach Tagen sichtbar werden oder anfangs keine Beschwerden machen. Kleine Netzhautverletzungen zeigen sich manchmal verzögert, deshalb ist eine Kontrolle nach sieben bis zehn Tagen üblich. Ein erhöhter Augendruck kann sich nach Wochen bis Jahren entwickeln, ohne dass Sie es merken.

Muss eine Augenprellung operiert werden?

Meist nicht: Die meisten Prellungen werden mit Schonung, Augentropfen und Kontrollen behandelt. Operiert wird bei einem geplatzten Augapfel, einer Netzhautablösung, einer störenden Linsentrübung, einem nicht beherrschbaren Druck oder einem Bruch der Augenhöhle mit eingeklemmtem Muskel oder bleibenden Doppelbildern.

Was ist bei einer Augenprellung bei Kindern zu beachten?

Kinder sollten nach einer Augenprellung immer ärztlich angesehen werden, weil sie Sehstörungen oft nicht beschreiben können und das Auge schwachsichtig werden kann. Ein Augenhöhlenbruch kann bei Kindern äußerlich fast unauffällig sein. Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen beim Blick nach oben sind dann wichtige Warnzeichen für einen eingeklemmten Muskel, der rasch operiert werden muss.

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Quellen

Dieser Artikel wurde aus Fachquellen in 4 Sprachen recherchiert (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) und auf Deutsch zusammengefasst.

Alle 19 Quellen anzeigen
  1. Stumpfes Bulbustrauma (Contusio bulbi) – DocCheck Flexikon (DE)
  2. Augapfelprellung – Dr. Gumpert, Augenarztpraxis (DE)
  3. Augenhöhlenfrakturen – MSD Manual, Ausgabe für Patienten (DE)
  4. Hyphaema – MSD Manual, Ausgabe für Patienten (DE)
  5. Globusverletzung – MSD Manual, Profi-Ausgabe (DE)
  6. Augenlidkontusionen und -lazerationen – MSD Manual, Profi-Ausgabe (DE)
  7. Traumatische Augenverletzungen – AMBOSS (DE)
  8. Kleine Fremdkörper im Auge – gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) (DE)
  9. Blunt Ocular Trauma – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  10. Hyphema – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  11. What Is Hyphema? – American Academy of Ophthalmology (EN)
  12. Commotio Retinae – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  13. Orbital Floor Fractures – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  14. Angle Recession Glaucoma – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  15. Ocular Trauma: Acute Evaluation, Cataract, Glaucoma – EyeWiki, American Academy of Ophthalmology (EN)
  16. Black eye – NHS (UK) (EN)
  17. Eye injuries – NHS (UK) (EN)
  18. Hyphéma – Wikipédia (fr) (FR)
  19. Lesiones oculares – MedlinePlus en español, National Library of Medicine (ES)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden haben, lassen Sie sich von einer Augenärztin oder einem Augenarzt untersuchen. Mehr zum Haftungsausschluss