Hornhaut
Keratokonus, Hornhautentzündung, Hornhautdystrophien und Verletzungen der Hornhaut.
- Fuchs-EndotheldystrophieDie Fuchs-Endotheldystrophie ist eine meist erbliche, langsam fortschreitende Erkrankung der innersten Zellschicht der Hornhaut: Die Zellen, die die Hornhaut entwässern, gehen nach und nach zugrunde, die Hornhaut quillt auf und man sieht vor allem morgens verschwommen. Sie betrifft meist Menschen ab 50, Frauen deutlich häufiger, und lässt sich in fortgeschrittenen Stadien mit einer Transplantation nur der kranken Innenschicht (DMEK) sehr gut behandeln.
- Herpes am AugeHerpes am Auge ist eine Infektion des Auges mit dem Herpes-simplex-Virus oder, als Gürtelrose am Auge, mit dem Windpocken-Virus; typisch sind ein einseitig rotes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge und oft Bläschen an Lid oder Stirn. Sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil Rückfälle und falsche Tropfen die Hornhaut dauerhaft vernarben können.
- HornhautentzündungEine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine meist durch Bakterien, Viren, Pilze oder Akanthamöben verursachte Entzündung der Hornhaut, die Schmerzen, Lichtscheu und verschwommenes Sehen auslöst. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger; sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil sonst Narben und bleibender Sehverlust drohen.
- HornhautverletzungEine Hornhautverletzung (Erosio corneae) ist ein Kratzer oder eine Schürfung der obersten Zellschicht der Hornhaut, etwa durch einen Fingernagel, einen Ast oder eine Kontaktlinse. Sie tut sehr weh, heilt mit richtiger Behandlung aber meist innerhalb weniger Tage folgenlos ab.
- KeratokonusKeratokonus ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Hornhaut, bei der sie dünner wird und sich kegelförmig nach vorn wölbt; dadurch sieht man zunehmend verzerrt und unscharf. Er beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter, betrifft fast immer beide Augen unterschiedlich stark und lässt sich mit Speziallinsen gut ausgleichen und mit Crosslinking oft aufhalten.
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- Auswärtsgedrehtes Lid Beim Ektropium kippt der Lidrand, fast immer des Unterlids, vom Auge weg nach außen, sodass Bindehaut und Hornhaut schlechter geschützt und befeuchtet werden. Es betrifft vor allem ältere Menschen, entsteht aber auch durch eine Gesichtslähmung, Narben oder Gewebe, das am Lid zieht, und lässt sich meist mit einer ambulanten Operation in örtlicher Betäubung gut beheben.
- Einwärtsgedrehtes Lid Beim Entropium dreht sich der Lidrand, meist am Unterlid, nach innen, sodass Wimpern und Lidhaut auf Hornhaut und Bindehaut scheuern. Es betrifft vor allem ältere Menschen, ist keine harmlose Alterserscheinung und lässt sich in den meisten Fällen durch eine Operation gut korrigieren.
- Flügelfell Das Flügelfell (Pterygium) ist eine gutartige, dreieckige Wucherung der Bindehaut, die meist vom inneren Augenwinkel auf die Hornhaut wächst. Es entsteht vor allem durch jahrelange UV-Belastung, ist in Sonnenländern häufig, in Deutschland und Österreich seltener, und wird operiert, wenn es das Sehen bedroht.
- Fremdkörper im Auge Ein Fremdkörper im Auge ist ein Staubkorn, Insekt, Holz- oder Metallsplitter, der auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder unter dem Lid haftet. Meist ist er harmlos und schnell entfernt; Metallsplitter vom Schleifen und Hämmern gehören aber noch am selben Tag zur Augenärztin oder zum Augenarzt, ein eingedrungener Fremdkörper ist ein Notfall.
- Hornhautverkrümmung Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Hornhaut nicht gleichmäßig rund, sondern eher oval gewölbt, sodass man in der Nähe und in der Ferne unscharf und leicht verzerrt sieht. Sie ist meist angeboren, sehr häufig und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder Operation gut ausgleichen; bei Kindern muss sie früh erkannt werden, damit kein Auge schwachsichtig wird.
- Trockenes Auge Beim trockenen Auge (Sicca-Syndrom) ist der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht: Es bilden sich zu wenig Tränen, oder sie verdunsten zu schnell. Schätzungen für Deutschland gehen von etwa jedem sechsten bis siebten Menschen aus, vor allem Ältere und Frauen, und lässt sich mit Tränenersatzmitteln, Lidpflege und gezielter Behandlung meist gut in den Griff bekommen.
- Verätzung des Auges Eine Verätzung des Auges entsteht, wenn eine Lauge oder Säure ins Auge gelangt, etwa Reiniger, Kalk, Zement oder Batteriesäure. Sie ist immer ein Notfall: Sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen, die Lider dabei weit aufhalten, den Notruf wählen und in die Augenklinik.
- Verblitzung Eine Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Schneeblindheit) ist ein Sonnenbrand der Hornhaut durch ungeschützte UV-Strahlung, etwa beim Schweißen, auf Schnee und Gletscher oder im Solarium. Typisch sind starke Schmerzen, Sandgefühl und Lichtscheu, die erst 6 bis 12 Stunden später einsetzen und meist nach 1 bis 2 Tagen folgenlos abheilen.