Lider und Tränenwege
Gerstenkorn, Hagelkorn, Lidrandentzündung, trockenes Auge und Erkrankungen der Tränenwege.
- Auswärtsgedrehtes LidBeim Ektropium kippt der Lidrand, fast immer des Unterlids, vom Auge weg nach außen, sodass Bindehaut und Hornhaut schlechter geschützt und befeuchtet werden. Es betrifft vor allem ältere Menschen, entsteht aber auch durch eine Gesichtslähmung, Narben oder Gewebe, das am Lid zieht, und lässt sich meist mit einer ambulanten Operation in örtlicher Betäubung gut beheben.
- Einwärtsgedrehtes LidBeim Entropium dreht sich der Lidrand, meist am Unterlid, nach innen, sodass Wimpern und Lidhaut auf Hornhaut und Bindehaut scheuern. Es betrifft vor allem ältere Menschen, ist keine harmlose Alterserscheinung und lässt sich in den meisten Fällen durch eine Operation gut korrigieren.
- GerstenkornEin Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute, meist durch Staphylokokken verursachte Entzündung einer Drüse am Augenlid. Es ist schmerzhaft, aber meist harmlos und heilt oft innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab.
- HagelkornEin Hagelkorn (Chalazion) ist ein meist schmerzloser, fester Knoten im Augenlid, der entsteht, wenn eine Meibom-Drüse verstopft und sich ihr Fett im Gewebe staut. Es kann in jedem Alter auftreten, ist nicht ansteckend und bildet sich oft innerhalb von Wochen bis Monaten von selbst zurück.
- Hängendes OberlidBei einem hängenden Oberlid (Ptosis) steht der Rand des Oberlids tiefer als normal, weil der Lidheber oder seine Sehne zu schwach ist. Meist steckt bei Erwachsenen eine altersbedingte Lockerung dahinter; bei Kindern ist die Ptosis oft angeboren und kann zu Schwachsichtigkeit führen. Tritt sie plötzlich auf, ist sie ein Notfall.
- LidkrampfDer Lidkrampf (Blepharospasmus) ist eine neurologische Bewegungsstörung, bei der sich beide Augenlider unwillkürlich und krampfartig schließen. Er beginnt meist zwischen 40 und 70 Jahren, trifft Frauen häufiger als Männer und lässt sich mit Botulinumtoxin-Spritzen bei den meisten Betroffenen gut lindern.
- LidrandentzündungDie Lidrandentzündung (Blepharitis) ist eine meist chronische, nicht ansteckende Entzündung der Lidränder mit Rötung, Brennen, Krusten und verklebten Lidern am Morgen. Sie gehört zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Augenarzt und lässt sich mit täglicher Lidpflege meist gut kontrollieren, aber selten ganz heilen.
- SchlupflidEin Schlupflid (Dermatochalasis) ist überschüssige, erschlaffte Haut am Oberlid, die sich über die Lidfalte und manchmal über die Wimpern legt. Es entsteht meist ab dem mittleren Lebensalter durch Hautalterung und Veranlagung, ist oft nur ein kosmetisches Thema, kann in ausgeprägten Fällen aber das Gesichtsfeld nach oben einschränken.
- TränenwegsverschlussEin Tränenwegsverschluss ist eine Verengung der Abflusswege, über die die Tränen vom Auge in die Nase fließen; das Auge tränt dann ständig und verklebt oft. Er betrifft vor allem Säuglinge, bei denen er meist von selbst ausheilt, und Erwachsene ab dem mittleren Alter, bei denen oft eine Operation hilft.
- Trockenes AugeBeim trockenen Auge (Sicca-Syndrom) ist der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht: Es bilden sich zu wenig Tränen, oder sie verdunsten zu schnell. Schätzungen für Deutschland gehen von etwa jedem sechsten bis siebten Menschen aus, vor allem Ältere und Frauen, und lässt sich mit Tränenersatzmitteln, Lidpflege und gezielter Behandlung meist gut in den Griff bekommen.
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- Herpes am Auge Herpes am Auge ist eine Infektion des Auges mit dem Herpes-simplex-Virus oder, als Gürtelrose am Auge, mit dem Windpocken-Virus; typisch sind ein einseitig rotes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge und oft Bläschen an Lid oder Stirn. Sie gehört noch am selben Tag in augenärztliche Behandlung, weil Rückfälle und falsche Tropfen die Hornhaut dauerhaft vernarben können.
- Tumoren am Augenlid Tumoren am Augenlid sind Geschwülste der Lidhaut, des Lidrands oder der Liddrüsen; die meisten sind gutartig, etwa Warzen, Zysten oder Muttermale. Der häufigste bösartige Lidtumor ist das Basalzellkarzinom, das vor allem ältere, hellhäutige Menschen am Unterlid trifft, kaum streut und bei rechtzeitiger Operation in aller Regel heilbar ist.