Kinderaugen
Augenerkrankungen, die vor allem Säuglinge und Kinder betreffen.
- AniridieDie Aniridie ist eine seltene, angeborene Fehlbildung beider Augen, bei der die Regenbogenhaut ganz oder teilweise fehlt. Meist ist das Gen PAX6 verändert; Blendung, Augenzittern und eine deutlich herabgesetzte Sehschärfe sind typisch, Grüner Star, Grauer Star und Hornhautschäden können folgen.
- KolobomEin Kolobom ist eine angeborene Spaltbildung am Auge: Weil sich eine Spalte im Auge des Embryos nicht ganz schließt, fehlt ein Stück Gewebe in Iris, Aderhaut, Netzhaut, Sehnerv oder Linse. Es betrifft etwa 1 von 10.000 Kindern und reicht von einer harmlosen Schlüssellochpupille bis zu einer deutlichen Sehbehinderung.
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- Albinismus am Auge Albinismus ist eine angeborene, erbliche Störung der Melaninbildung, die immer auch die Augen betrifft: Typisch sind Augenzittern, starke Blendung, eine unterentwickelte Stelle des schärfsten Sehens und eine deutlich verminderte, aber meist stabile Sehschärfe. Beim okulokutanen Albinismus sind zusätzlich Haut und Haare hell, beim okulären Albinismus fast nur die Augen betroffen.
- Allergische Bindehautentzündung Die allergische Bindehautentzündung ist eine Entzündung der Bindehaut, die eine Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmel auslöst. Leitsymptom ist Juckreiz an beiden Augen; sie ist nicht ansteckend und betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
- Angeborener Grauer Star Der angeborene Graue Star (kongenitale Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse, die bei der Geburt besteht oder in der Kindheit entsteht. Er ist selten, muss aber früh erkannt werden: Eine dichte Trübung wird meist in den ersten Lebenswochen operiert, weil das Kind sonst nicht richtig sehen lernt.
- Angeborener Grüner Star Der angeborene Grüne Star (kongenitales Glaukom) ist eine seltene Fehlentwicklung der Abflusswege im Auge, durch die der Augeninnendruck schon beim Säugling steigt. Typisch sind Tränen, Lichtscheu, Lidkneifen und große oder trübe Augen; die Erkrankung wird meist operiert, und zwar so bald wie möglich nach der Diagnose.
- Augenzittern Augenzittern (Nystagmus) sind unwillkürliche, rhythmische Bewegungen der Augen, meist beider Augen. Es beginnt entweder in den ersten Lebensmonaten, oft zusammen mit Albinismus oder einer Netzhauterkrankung, oder es tritt später neu auf, dann meist durch eine Störung im Gleichgewichtsorgan oder im Gehirn; plötzliches Augenzittern mit Schwindel ist ein Notfall.
- Bindehautentzündung Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung der dünnen Schleimhaut, die das Weiße des Auges und die Innenseite der Lider überzieht. Sie ist die häufigste entzündliche Augenerkrankung, betrifft Kinder wie Erwachsene, wird meist durch Viren, Bakterien oder Allergien ausgelöst und heilt in den meisten Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen folgenlos ab.
- Coats-Krankheit Die Coats-Krankheit ist eine seltene, nicht erbliche Erkrankung der Netzhautgefäße: Erweiterte, undichte Gefäße lassen Flüssigkeit und Fett in die Netzhaut austreten, bis sich diese ablösen kann. Sie betrifft fast immer nur ein Auge, meist bei Jungen im Kindesalter, und fällt oft erst durch eine weiße Pupille auf Fotos oder durch Schielen auf.
- Entzündung der Augenhöhle Die Orbitaphlegmone ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes hinter dem Auge, die meist von einer Nasennebenhöhlenentzündung ausgeht und vor allem Kinder trifft. Ein geschwollenes Lid zusammen mit Fieber, Schmerzen bei Augenbewegungen, Doppelbildern oder einem hervortretenden Auge ist ein Notfall, der sofort ins Krankenhaus gehört.
- Farbsehschwäche Eine Farbsehschwäche ist meist eine angeborene, lebenslang gleichbleibende Rot-Grün-Schwäche, die etwa 8 von 100 Männern und rund 1 von 200 Frauen betrifft; echte Farbenblindheit (Achromatopsie) ist dagegen sehr selten. Eine neu auftretende oder einseitige Veränderung des Farbsehens ist anders zu bewerten: Sie kann auf eine Erkrankung von Netzhaut, Sehnerv oder Gehirn hinweisen und gehört rasch zur Augenärztin oder zum Augenarzt.
- Frühgeborenen-Retinopathie Die Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) ist eine Erkrankung der noch unreifen Netzhautgefäße bei sehr früh geborenen Kindern. Sie verursacht anfangs keine sichtbaren Zeichen, heilt meist von selbst aus und wird deshalb durch regelmäßige Augenuntersuchungen auf der Neugeborenenstation gesucht; nur wenige Kinder brauchen Laser oder eine Spritze ins Auge.
- Hängendes Oberlid Bei einem hängenden Oberlid (Ptosis) steht der Rand des Oberlids tiefer als normal, weil der Lidheber oder seine Sehne zu schwach ist. Meist steckt bei Erwachsenen eine altersbedingte Lockerung dahinter; bei Kindern ist die Ptosis oft angeboren und kann zu Schwachsichtigkeit führen. Tritt sie plötzlich auf, ist sie ein Notfall.
- Hornhautverkrümmung Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Hornhaut nicht gleichmäßig rund, sondern eher oval gewölbt, sodass man in der Nähe und in der Ferne unscharf und leicht verzerrt sieht. Sie ist meist angeboren, sehr häufig und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder Operation gut ausgleichen; bei Kindern muss sie früh erkannt werden, damit kein Auge schwachsichtig wird.
- Keratokonus Keratokonus ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Hornhaut, bei der sie dünner wird und sich kegelförmig nach vorn wölbt; dadurch sieht man zunehmend verzerrt und unscharf. Er beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter, betrifft fast immer beide Augen unterschiedlich stark und lässt sich mit Speziallinsen gut ausgleichen und mit Crosslinking oft aufhalten.
- Kurzsichtigkeit Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Fehlsichtigkeit, bei der man in der Nähe scharf und in der Ferne unscharf sieht, meist weil der Augapfel zu lang gewachsen ist. Sie beginnt typischerweise im Schulalter, nimmt bis ins junge Erwachsenenalter zu und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder Operation ausgleichen; bei Kindern kann das Fortschreiten gebremst werden.
- Morbus Stargardt Morbus Stargardt ist die häufigste erbliche Erkrankung der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens: Meist in Kindheit oder Jugend lässt das zentrale Sehen nach, Lesen und Gesichtererkennen werden schwer, das seitliche Sehen bleibt in der Regel erhalten. Sie betrifft etwa einen von 8.000 bis 10.000 Menschen und ist bisher nicht heilbar, mehrere Medikamente und Gentherapien werden aber in Studien geprüft.
- Retinitis pigmentosa Retinitis pigmentosa ist eine Gruppe erblicher Netzhauterkrankungen, bei denen die Lichtsinneszellen langsam absterben: zuerst kommt meist Nachtblindheit, später ein immer engeres Gesichtsfeld bis zum Tunnelblick. Sie betrifft etwa einen von 3.000 bis 5.000 Menschen, beginnt oft in Kindheit oder Jugend und ist bisher nur in einer seltenen Genform gezielt behandelbar.
- Retinoblastom Das Retinoblastom ist der häufigste bösartige Augentumor im Kindesalter, aber selten: In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 40 bis 60 Kinder, fast immer vor dem fünften Geburtstag. Wird es rechtzeitig in einem spezialisierten Zentrum behandelt, werden in Deutschland und Österreich mehr als 95 von 100 Kindern geheilt.
- Retinoschisis Bei einer Retinoschisis spaltet sich die Netzhaut in zwei Schichten. Die erworbene Form im Alter betrifft etwa 4 von 100 Menschen über 40, verursacht meist keine Beschwerden und bleibt fast immer harmlos; die seltene erbliche X-chromosomale Form trifft fast nur Jungen und mindert schon im Schulalter die Sehschärfe.
- Schielen Schielen (Strabismus) bedeutet, dass die Augen nicht in dieselbe Richtung blicken. Bei Kindern droht ohne frühe Behandlung eine bleibende Sehschwäche des schielenden Auges; bei Erwachsenen äußert sich neues Schielen meist durch Doppelbilder und muss sofort abgeklärt werden.
- Schwachsichtigkeit Schwachsichtigkeit (Amblyopie) ist eine Sehschwäche, meist eines Auges, die in den ersten Lebensjahren entsteht, weil das Gehirn das Bild dieses Auges nicht richtig verarbeiten lernt. Sie betrifft etwa 1 bis 5 von 100 Kindern, verursacht oft keine Beschwerden und lässt sich am besten im Kindergartenalter mit Brille, Pflaster oder Augentropfen behandeln.
- Sehnerventzündung Eine Sehnerventzündung (Optikusneuritis) ist eine meist einseitige Entzündung des Sehnervs, die innerhalb von Stunden bis Tagen zu verschwommenem Sehen, blassen Farben und Schmerzen bei Augenbewegungen führt. Sie trifft vor allem Frauen zwischen 20 und 45 Jahren, heilt meist gut aus und kann das erste Zeichen einer Multiplen Sklerose sein.
- Toxoplasmose am Auge Die Toxoplasmose am Auge ist eine Entzündung von Netzhaut und Aderhaut durch den Parasiten Toxoplasma gondii und weltweit die häufigste Ursache einer infektiösen hinteren Uveitis. Sie trifft vor allem junge Erwachsene, kann angeboren oder erworben sein und flammt oft am Rand alter Narben wieder auf.
- Tränenwegsverschluss Ein Tränenwegsverschluss ist eine Verengung der Abflusswege, über die die Tränen vom Auge in die Nase fließen; das Auge tränt dann ständig und verklebt oft. Er betrifft vor allem Säuglinge, bei denen er meist von selbst ausheilt, und Erwachsene ab dem mittleren Alter, bei denen oft eine Operation hilft.
- Uveitis Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut, zu der Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut gehören. Sie trifft vor allem Erwachsene zwischen 20 und 60 Jahren, aber auch Kinder mit Kinderrheuma, und kann ohne rechtzeitige Behandlung das Sehen dauerhaft schädigen.
- Weitsichtigkeit Weitsichtigkeit (Hyperopie) ist eine meist angeborene Fehlsichtigkeit, bei der das Auge zu kurz ist und vor allem das Nahsehen anstrengt oder unscharf wird. Junge Menschen gleichen sie oft unbemerkt aus und haben dann müde Augen und Kopfschmerzen; bei Kindern kann eine stärkere Weitsichtigkeit Schielen und Schwachsichtigkeit begünstigen.